Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Das sagen die OVB24-Leser

Digitaler Corona-Impfpass im Kreis Altötting: „Super Idee“ oder „Spaltung unserer Gesellschaft“?

So sieht die digitale Impfkarte im Landkreis Altötting aus. Auf der Rückseite befindet sich ein QR-Code, um die Daten auf das Smartphone zu hinterlegen.
+
So sieht die digitale Impfkarte im Landkreis Altötting aus. Auf der Rückseite befindet sich ein QR-Code, um die Daten auf das Smartphone zu hinterlegen.

Während in der EU über einen möglichen digitalen Impfpass und zu erfassende Daten diskutiert wird, hat der Landkreis Altötting als erster Kreis in Deutschland eine digitale Impfkarte vergeben. Auf Facebook sorgt das für hitzige Diskussionen unter unseren Lesern.

Landkreis Altötting - Ab sofort werden im Landkreis Altötting digitale Impfkarten vergeben. Seit vergangenem Freitag, 22. Januar, wird allen Interessierten ein kostenloser digitaler Impfpass bei der zweiten Corona-Impfung ausgestellt. Auf der Karte werden demnach Namen, Geburtsdatum, Wohnort, Fotos des Geimpften, Impfstoff und die beiden Impftermine erfasst.. Scannt der Geimpfte den darauf abgebildeten QR-Code, kann er die Daten auf dem Smartphone hinterlegen.

Nach Informationen des Landratsamtes ist der Landkreis Altötting mit der Lösung bundesweiter Vorreiter. Die Impfkarte sei aber freiwillig. Der Landkreis übernehme die Kosten. Der Gedanke sei gewesen, die Daten schon einmal digital zu erfassen – und später möglicherweise auf ein überregionales System zu übertragen. „Wenn man das nach ein paar Monaten erst macht, müsste man alles nachträglich erfassen“, so ein Sprecher des Altöttinger Landratsamtes.

Hitzige Leser-Debatte um digitale Corona-Impfkarte

In den sozialen Medien entfachte die Vergabe der digitalen Impfkarte heftige Debatten bei unseren Usern. „Was soll das für ein Mist sein? Braucht man dazu jetzt schon einen gesonderten Pass? Muss ja wieder was kosten. Ich hab einen ganz normalen Impfpass, der mich seit meiner Kindheit begleitet. Naja, verstehen muss man das nicht“, schreibt Birgit M. unter dem Facebook-Post von innsalzach24.de. „Steckt euch euren Impfpass sonst wohin“, pflichtet Norr H. bei.

Künftig muss man mit einer Reisetasche zum Arzt für die ganzen Unterlagen: Impfpass, Impfausweis, Versicherungskarte, Bonusheft, Nachweis über Zusatzversicherungen, Bestätigung der Echtheit der Unterlagen, Bestätigung der Echtheit der Person. Genauso dämlich wie mein Post wird schön langsam das System“, meint Markus B. zu dem Thema. „Die Spaltung unserer Gesellschaft zeigt sich durch solche Aktionen“, sekundiert Tom P.

„Warum regt ihr euch so künstlich auf?“

Die Userin Petzi S. kann die Aufregung um die Impfkarte mit QR-Code hingegen gar nicht verstehen: „Also ich habe schon immer einen gelben Impfausweis zu Hause. Ihr doch auch alle. Warum regt ihr euch so künstlich auf? Das ist nichts anderes.“. Daneben gibt es auch Facebook-User, die eine Einführung der digitalen Impfkarte befürworten: „Schade, dass es das nicht auch schon im Landkreis Mühldorf gibt - finde diese Idee super“, so Amber H. Auch Gabriele H. beurteilt den digitalen Corona-Impfpass als „Super Idee“. Christoph H. schreibt: „Das ist eine sehr gute Initiative“.

Andere Facebook-User nehmen die Vergabe des digitalen Impfpasses mit Humor: „Kann man damit auch Punkte sammeln?“ erkundigt sich Andreas I. “Früher bei der Einlasskontrolle an jeder Bar: ‚Ausweis bitte‘. Sobald Corona vorbei ist: ‚Impfpass bitte‘“, schreibt David A.

71-jähriger Arzt erhält erste digitale Impfkarte im Landkreis Altötting

Der 71-jährige Kinder- und Jugendmediziner Prof. Dr. Ronald Schmid bekam am Freitagnachmittag, 22. Januar, seine zweite Corona-Impfung sowie als erster Bürger im Landkreis Altötting die Impfkarte mit QR-Code. „Es ist schön, die Impfungen digital dokumentiert zu haben, damit auch nichts verloren geht“, so der 71-jährige, der noch praktiziert, im Gespräch mit innsalzach24.de

Das ganze Vorhaben wurde vom Landratsamt Altötting nicht mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt. „Wir haben das völlig eigenständig umgesetzt“, sagte der Sprecher. Es gebe aber Interesse von anderen Landkreisen. Auch der Datenschutz sei gewährleistet, die Daten würden nur auf der Karte gespeichert. Die Idee zur digitalen Impfkarte hatte Landrat Erwin Schneider (CSU).

Streit um „Privilegien“ für Geimpfte

Noch sei aber ohnehin unklar, ob der Nachweis einer Impfung Vorteile bringen werde und welcher Art diese sein könnten. Ob die Kontaktbeschränkungen für Geimpfte teilweise aufgehoben werden sollen, ist heftig umstritten. Kritiker setzen dies mit einer Erteilung von Privilegien und Diskriminierung von Nicht-Geimpften gleich. 

In der EU wird derzeit über einen Corona-Impfpass debattiert. Die 27 Mitgliedsländer wollen sich bis Ende Januar auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Offen ist, ob der gelbe Impfpass der WHO gemeinsamer Nenner werden könnte. Diskutiert wird auch, welche Daten erfasst werden und ob dies digital geschehen soll.

jg

Kommentare