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Konzert-Abbruch in Schönefeld

Nena ätzt live gegen Corona-Maßnahmen: Auftritt in Tüßling wackelt trotz Eskapaden nicht

Sie provozierte mit ihren Aussagen zu den Coronaregeln und forderte gar: „Schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter“. Trotz dieser Eskapade soll sie in Tüßling auftreten. Das sagt die Gräfin Stephanie von Pfuel dazu.

Tüßling – Das hat für Diskussionen gesorgt: Am vergangenen Sonntag trat die deutsche Pop-Legende Nena im brandenburgischen Schönefeld auf und sorgte mit verschiedenen Aussagen zu den derzeit geltenden Corona-Hygienevorschriften für Irritationen. In Tüßling, wo die 61-Jährige am 19. August im Rahmen des „Back2live“ Musiksommers im Schlosspark auftreten wird, bleiben die Veranstalter gelassen.

Konzertbüro spricht von Ausnahme

Was war passiert? Wie Videomitschnitte zeigen, fürchtete Nena, dass ihr Konzert abgebrochen werde, wenn die tanzenden Zuhörer nicht zurück auf ihre Plätze gingen. Unterbunden hat sie es nicht: „Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht. Es darf jeder frei entscheiden, genauso wie jeder frei entscheiden darf, ob er sich impfen lässt oder nicht.“

Nena sorgte mit Aussagen bei einem Konzert im brandenburgischen Schönefeld zu den derzeit geltenden Coronarichtlinien für Irritationen. Das Konzertbüro, das den VR-Musiksommer organisiert, bleibt aber gelassen: Nena soll am 19. August im Tüßlinger Schlossgarten auftreten.

Über 65.000 Menschen beim Christopher Street Day

Am Christopher Street Day sei es völlig okay gewesen, „dass 80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren“, nörgelte die Ikone der Neuen Deutschen Welle, die Polizei hatte 65 .000 Menschen gezählt. Nena redete sich in Rage und provozierte mit der Aussage: „Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter!“ Sie habe die Schnauze voll.

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Eine Äußerung, die nicht überall gut ankam. Wenige Tage später reagierte der erste Konzertveranstalter und den am 13. September in Wetzlar geplanten Auftritt abgesagt. Die offizielle Begründung lautete, dass Konzerte „keine politische Bühne“ sein sollten.

Mitte August kommt Nena nach Tüßling

Am 19. August kommt die Künstlerin, die es in den 80er Jahren mit „99 Luftballons“ bis auf Platz zwei der US-amerikanischen Billboard-Charts geschafft hat, nach Tüßling. Dort geht der Konzertveranstalter mit Nenas Auftritt in Schönefeld gelassen um. „Wir halten uns aus den Diskussionen heraus. Was die Künstlerin woanders gemacht hat, ist ihre Sache. Hier, in Tüßling, gelten Hygienemaßnahmen, die einzuhalten sind“, erklärt Simona Kühndel, die beim Konzertveranstalter CoFo-Entertainment für das Marketing zuständig ist.

Die Gelassenheit begründet Kühndel mit der jahrelangen guten Zusammenarbeit des Konzertveranstalters mit Nenas Management. Den Geschäftsführer des Konzertveranstalters, Oliver Forster aus Passau, zitiert Kühndel mit den Worten, dass man der Professionalität der Künstlerin vertraue.

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Man sei sich sicher, dass der Vorfall in Berlin eine Ausnahme bleiben wird. „Alles andere lassen wir auf uns zukommen“, fügt Kühndel hinzu, verweist darauf, dass im Schlosspark Tüßling ein sehr gutes Hygienekonzept herausgearbeitet worden sei, inklusive der notwendigen Mindestabstandflächen.

Sicherheitspersonal achtet auf Einhaltung der Regeln

Es sei Sicherheitspersonal vor Ort, das auf die Einhaltung dieser Hygienemaßnahmen achte. „Sollte jemand zur Bühne strömen, können wir schnell reagieren“, beteuert Kühndel und verweist darauf, dass die Konzerte im Schlosspark früher, zu coronafreien Jahren, bestuhlt gewesen seien und das Publikum diszipliniert sei.

Gräfin pocht auf Hygienekonzept, ist aber kritisch

Und was sagt die und Schlossherrin selbst dazu? „Die Hygienekonzepte müssen eingehalten werden, das ist das Gesetz!“, betont Gräfin Stephanie von Pfuel, die sich über das Konzert in Schönefeld informiert hat. Die Reaktion Nenas sei nicht in Ordnung gewesen. Von Pfuel verweist aber darauf, dass die Konzert-Infrastruktur in Schönefeld eine andere gewesen sei: Zuhörer, verteilt auf Boxen mit Bierkästen. „Das ist auch für die Künstler schwierig“, zeigt die Gräfin Verständnis. Von Pfuel hatte erst vor wenigen Wochen ihren Austritt aus der CSU erklärt, weil sie die von der Regierung beschlossenen Corona-Maßnahmen und -Einschränkungen für nicht mehr nachvollziehbar gehalten hatte.

Mit zweierlei Maß gemessen

Was sie in der Diskussion um Hygieneauflagen unter Corona stört, ist, „dass mit zweierlei Maß gemessen wird“. Sie verweist auf volle Fußball-Arenen bei der Europameisterschaft und den Christopher Street Day in Berlin mit zigtausenden Besuchern.

Zweierlei Maß bei der Einhaltung der Regeln

Künstler jedoch hätten sich strikt an die Auflagen zu halten, müssten dafür in Kauf nehmen, dass etwa bei Strandkorbkonzerten der Funke nicht überspringt – Helge Schneider hatte deswegen ein Gastspiel in Augsburg abgebrochen und alle weiteren abgesagt. In Tüssling jedoch hat er bis zum Schluss geliefert. Und das hofft Gräfin von Pfuel nun auch bei allen anderen Künstlern.

Buhs und Applaus für Nena

Gräfin Stephanie von Pfuhl hatte den Konzertmitschnitt von Nenas Gastspiel in Schönefeld auf ihrer Facebook-Seite geteilt, wofür sie Kritik, aber auch Zustimmung erhielt. „Bei nem Konzert die Leute dazu aufzufordern die Masken abzunehmen, ist nicht zielführend. Es stolz zu posten als Konzertveranstalter auch nicht!“ An anderer Stelle heißt es über Nenas Auftritt: „Stellt sich da hin wie ein selbst ernannter Messias und hetzt!“ Andere schlagen sich auf die Seite Nenas. „Bravo“ oder „Hut ab!“, heißt es an anderer Stelle. „Und das Publikum steht stellvertretend für uns alle!“

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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