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Beton und Stahl in Parkhaus in Neuötting durch Verwitterung angegriffen

Tiefgarage „Am Klösterl“ muss saniert werden - Vollsperrung vermeidbar

Verwitterung haben Beton und Stahl in der Tiefgarage „Am Klösterl“ in Neuötting angegriffen. Nun ist eine aufwändige Sanierung nötig, bei der allerdings eine Vollsperrung vermieden werden könnte.

Neuötting - In seiner jüngsten Sitzung wurde dem Stadtrat durch Anton Kagerer vom beauftragten Ingenieurbüro ING Alötting Gmbh ein Planungsentwurf für die Tiefgarage „Am Klösterl“ vorgestellt. Demnach könnte der Parkhausbetrieb teilweise auf den Ebenen 1 und 2 während der Bauarbeiten fortgeführt werden. Einer ersten Kostenschätzung könnte das Projekt mit einer Summe zwischen 650.000 und 770.000 Euro zu Buche schlagen. Genau lasse sich das allerdings noch nicht sagen, da sich, unter anderem, Veränderungen bei den Preisen für Baumaterial dabei erheblich auswirken könnten und diese derzeit starken Schwankungen unterliegen. Die Bauarbeiten könnten theoretisch ab März 2022 durchgeführt werden und etwa drei Monate dauern. Der Stadtrat zeigte sich mit dem Stand der Planungen einverstanden und beauftragte das Büro mit den weiteren, konkreteren Planungsschritten.

Tiefgarage „Am Klösterl“ in Neuötting muss saniert werden: Verwitterung durch Salz und Kohlensäure machen Beton und Stahl zu schaffen

Schon bei der Verhandlung des Haushalts Anfang März diesen Jahres war klar gewesen: Die Sanierung der Tiefgarage „Am Klösterl“ wird, neben der Erweiterung der Kläranlage, eine der beiden großen Investitionen für die Stadt sein würde. Die Hauptübel dabei waren, laut Ingenieur Anton Kagerer, vor allem ein Chlorideintrag durch Tausalz und damit „Salzverwitterung“ und eine fortschreitenden Carbonatisierung des Betons und damit „Kohlensäureverwitterung“. Die „Salzverwitterung“ sorgt, vereinfacht ausgedrückt, für einen Zerfall des Betons. Die „Kohlensäureverwitterung“ wiederum schadet nicht dem Beton, verändert allerdings dessen chemische Zusammensetzung dahingehend, dass im Fall von Stahlbeton-Konstruktionen die Stahlelemente zu rosten beginnen. Beides im Zusammenspiel ist ein gängiges Problem von Parkhäusern, so musste vor einigen Jahren beispielsweise in Rosenheim das Parkhaus „P1“ deswegen aufwändig saniert werden. Schutz davor bieten Abdichtungen, die jedoch regelmäßig erneuert werden müssen.

„Es gab bereits 2003 eine Sanierungsmaßnahme. Dabei wurden bereits die Abdichtungen der Ebenen 1 und 2 erneuert, sowie die Abdichtungen von vier Rampen und Betonschäden an der Unterseite der Decke und den Rampen zur Ebene 4“, so Kagerer. In der Folge müssten nun vor allem die Abdichtungen in den Ebenen 3 und 4 sowie den Rampen von 3 zu 4 und von 2 zu 3 erneuert werden. Außerdem müssten in den betroffenen Bereichen jeweils teilweise die Betonschäden behoben werden. „Wenn wir das im sogenannten ‚Pilgerschritt‘-Verfahren machen, sollte es im Fall der Stützen ohne zusätzliche Abstützung möglich sein.“ So könne auch ein Verlust von Parkplätzen in den voraussichtlich offen bleibenden Ebenen vermieden werden.

Nutzung von Streusalz im Winter wohl nicht völlig vermeidbar

Daneben gäbe es noch zwei weitere Punkte, so Kagerer: „Zum einen brauchte es beim ursprünglichen Bauantrag offenbar wegen der Bauweise kein Brandschutzkonzept. Es gilt also zu prüfen, ob wir das erneut so handhaben können. Weiterhin muss geprüft werden, ob die Bodenplatte als tragendes Element fungiert, was Auswirkungen auf die Statik und letztlich die Kosten des Projekts wegen eventuell nötiger Anpassungen hätte. Das kann aber erst nach Abtragen der obersten Bodenschichten während der laufenden Bauarbeiten geprüft werden.“

„Die Salzverwitterung ist ja eines der beiden Übel hier. Wir versuchen da ja schon dadurch, dass in der Umgebung der Tiefgarage möglichst nur Splitt beim Streuen im Winter verwendet wird, dem beizukommen. Gäbe es da keine weiteren Möglichkeiten?“, erkundigte sich SPD-Fraktionssprecher Jürgen Gastel. „An der Einfahrt Mühlgasse, die relativ steil ausfällt, wird man auf die Nutzung von Salz nicht verzichten können“, antwortete Kagerer. „Wir werden prüfen, ob hier eine Abdichtung mit Kunststoff statt Bitumen und Gußasphalt in Frage kommen würde.“

hs

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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