Übergriffe gegen Mitarbeiter der Bahn

Mehr Gewalt gegen Mitarbeiter der Bahn

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Vor allem Mitarbeiter der "DB Sicherheit" werden deutschlandweit häufig attackiert. Die Zugbegleiter in der Region sind hingegen höchst selten das Ziel von Attacken. Die Südostbayernbahn beobachtet bei einigen Fahrgästen jedoch eine gesunkene Hemmschwelle.
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Mühldorf - Attacken gegen Mitarbeiter der Bahn haben deutschlandweit zugenommen. Doch mit welchen Problemen haben die Zugbegleiter in der Region zu kämpfen?

Die Zahlen sind auf den ersten Blick alarmierend: Wie die Süddeutsche Zeitung am Montag berichtete, gab es 2013 deutschlandweit rund 1200 strafrechtlich Relevanten Attacken auf Mitarbeiter der Deutschen Bahn - 200 mehr als im Vorjahr. Andererseits werden tendenziell mehr Übergriffe zur Anzeige gebracht und mehr Sicherheitskräfte gezielt an Brennpunkten eingesetzt, was die Zahlen etwas relativiert. Wir haben bei der Südostbayernbahn nachgefragt, wie sich die Situation in der Region darstellt.

Attacken vor allem gegen "DB Sicherheit"

Die Südostbayernbahn ist ein Regio-Netz der Deutschen Bahn AG. Die Züge der Südostbayernbahn sind unter anderem in den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land unterwegs.

"Da muss man unterscheiden: Die Zahlen, die kolportiert wurden, betreffen in erster Linie die DB Sicherheit", erklärt Andreas Hagenberger gegenüber unserer Redaktion. Hagenberger ist als IMS-Koordinator quasi der Security Manager der Südostbayernbahn. Wie Hagenberger erläutert, verzeichnet die Bahn vor allem mehr Attacken gegen die Security-Mitarbeiter der DB Sicherheit. Diese werden beispielsweise bei Fahrten zu Fußballspielen und an Brennpunkten, wie etwa den großen Hauptbahnhöfen der Republik, eingesetzt. "Bei uns im Zug haben wir keine DB Sicherheit, sondern Kundenbetreuer im Nahverkehr", so Hagenberger.

Echte Attacken wie einen Schubser oder gar Schläge gegen die "Kundenbetreuer im Nahverkehr", wie die Zugbegleiter auch genannt werden, sind bei der Südostbayernbahn sehr selten. "Das sind einzelne Fälle. Wir haben in diesem Jahr zwei Fälle gehabt, wo man die Zugbegleiter ermuntern musste, Strafantrag zu stellen", erzählt der IMS-Koordinator.

"Die Diskussionen sind deutlich intensiver"

Wollen Zugbegleiter die Fahrkarten kontrollieren, kann das schon einmal eine intensive Diskussion zur Folge haben.

Allerdings beobachtet die Südostbayernbahn einen gewissen Wandel im zwischenmenschlichen Umgang. "Die Kundenbetreuer werden direkter angesprochen", sagt Hagenberger, der insgesamt findet, die Hemmschwelle sei abgesunken. Zu beobachten sei dies beispielsweise, wenn ein Fahrgast keine Fahrkarte hat und vom Zugbegleiter darauf hingewiesen wird. "Da sind die Diskussionen deutlich intensiver als noch vor Jahren", so Hagenberger, der allerdings betont: " Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Fahrgästen."

Einmal im Jahr allerdings stellt sich die Situation in den Zügen der Südostbayernbahn ganz anders dar. "Eine Ausnahme ist das Oktoberfest", sagt der IMS-Koordinator, "da haben wir auch die DB Sicherheit in den Zügen." Wirklich brenzlig wird es im Zug aber auch zur Wies'n nicht. Kein Zugbegleiter würde mit Angst in den Zug einsteigen, so Hagenberger, der findet, dass während des Oktoberfests andere Maßstäbe angelegt werden müssen. "Das ist ganz was anderes. Das ist die fünfte Jahreszeit."

Quelle: innsalzach24.de

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