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„Ein ‚Weiter so‘ ist nicht mehr möglich“

Nach kontroversem Kommentar zur Katar-WM: Rodel-Star Felix Loch im Interview

Felix Loch kritisierte die DFB-Elf für ihre Entscheidung zur „One-Love“-Binde
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Felix Loch kritisierte die DFB-Elf für ihre Entscheidung zur „One-Love“-Binde

Felix Loch hat die Deutsche Fußballnationalmannschaft zur Heimreise aufgefordert und damit für eine hitzige Diskussion in den sozialen Netzen gesorgt. BGLand24.de hat mit ihm über seine Aussage gesprochen.

Berchtesgaden - „Das, was im vergangenen halben Jahr passiert ist, hat meine Sicht der Dinge verändert“, sagt der Berchtesgadener Mehrfach-Olympiasieger Felix Loch. Mit dem an die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft gerichteten Kommentar „Packts zam und kommts nach Hause“ hatte er in sozialen Netzwerken für Aufmerksamkeit gesorgt. „Ein zweites Mal würde ich nicht nach China reisen“, sagt er über seine Olympiateilnahme.

Dass die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft nun doch nicht die „One Love”-Kapitänsbinde beim ersten Spiel tragen darf und sich damit dem Diktat der FIFA beugt, stößt Loch sauer auf. „Die FIFA missbraucht ihre Macht. Ich finde das einfach krass“, sagt Loch am Telefon.

Nicht mit Resonanz gerechnet

Dass sein Kommentar für so viel Resonanz sorgen würde, damit hatte Felix Loch nicht gerechnet. „Der Krieg in der Ukraine und was gerade im Iran hinsichtlich der Menschenrechte passiert, das ist der Wahnsinn“, sagt Loch. Der 33-Jährige engagiert sich seit Kriegsbeginn für ukrainische Flüchtlinge, war mehrfach im Land für Spendentransporte. „Gerade wir Sportler, aber natürlich auch alle anderen sollten für Menschenrechte einstehen“, meint der Rennrodler. 

Die Menschenrechtslage in Katar sei verheerend. Einfach mitmachen, des Sportes willen? „Ein ‘Weiter-so kann es nicht mehr geben”, ist sich Felix Loch sicher. 

Die vergangenen Monate seien für ihn lehrreich gewesen, „ich bin älter geworden, habe mir Gedanken gemacht, mein Weitblick hat sich verändert“, sagt er. Dass er selbst Teil der Olympiamannschaft in China war und am sportlichen Großereignis teilnahm, in einem Land, in dem es um Menschenrechte nicht gut bestellt ist, bereut er im Nachhinein. „Heutzutage würde ich nicht mehr hinfahren“, fügt er an. Selbiges hätte er sich von deutschen Sportlern gewünscht, „auch wenn es klar ist, dass man vielleicht nur einmal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen kann“.

Respekt für Joko Winterscheidt

Begrüßt hätte er es, wenn Nationalspieler wie Manuel Neuer die Binde getragen und damit „aufgestanden wären und ein Zeichen gesetzt hätten“. Lobende Worte findet Felix Loch für TV-Moderator Joko Winterscheidt, der seinen Instagram-Account mit 1,4 Millionen Nutzern einer iranischen Frauenrechtlerin zur Verfügung stellte. „Seitdem sieht man, was dort zurzeit los ist“, so Loch. In Katar sollen rund 6000 Menschen gestorben sein. Den Umstand einfach hinzunehmen, erachtet Loch als falsch.  

Sein Kommentar auf Facebook und Instagram hatte knapp 15000 Likes bekommen, hunderte Kommentare nach sich gezogen, unterstützende, aber auch kritische. „Das Problem ist, dass du selbst als aktiver Sportler keine politischen Botschaften bei WM oder Olympia tragen durftest. Es bleibt nur: Akzeptieren oder nicht starten. Bisher haben sich alle Sportler für Ersteres entschieden“, schrieb einer. Loch reagierte auf die vielen Kommentare: „Ich hätte mich schon viel länger und intensiver für Themen wie Menschenrechte und Freiheit einsetzen und dafür aufstehen sollen“, schrieb er auf Facebook.

kp 

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