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Entscheidende Hinweise kamen aus den USA

„54 Einzelschicksale“ – Lagerist (46) wegen kinderpornografischer Bilder in Laufen verurteilt

In den USA fahndet die halbstaatliche Organisation NCMEC nach vermissten und ausgebeuteten Kindern. Deren Erkenntnisse gehen an Behörden in aller Welt. Darunter das deutsche Bundeskriminalamt. So war auch der 46-jährige Lagerist aus dem Landkreis ins Visier der Ermittler geraten.

Berchtesgadener Land Die Ermittler fanden bei ihm 48 kinder- und sechs jugendpornografische Dateien mit teils expliziten Darstellungen nackter Mädchen und Geschlechtsteilen erwachsener Männer. Das Laufener Schöffengericht entschied auf eine Freiheitsstrafe von 20 Monaten auf Bewährung.

Zu dem „Warum“ wollte der Angeklagte nichts sagen. Auch nichts über einen verräterischen, „unsäglichen“ Chat aus dem Jahr 2015. Hier bohrte Staatsanwalt Thomas Wüst nach: „Man hat ihr Mobiltelefon nicht bis in den hintersten Winkel durchleuchtet. Würde man noch mehr solcher Chats finden?“ Die Antwort: „Ich sage nichts.“ Zumindest sagte der 46-Jährige, woher er die gebrauchten Damenslips hat: „Es gibt Portale, wo man solche kaufen kann.“

Der ermittelnde Beamte der Kripo Traunstein berichtete, dass der Angeklagte drei Festplatten in seinem Briefkasten gelagert, die aber sofort freiwillig herausgegeben habe. Weiter wurden USB-Sticks, ein Laptop und eine Kamera mit Speicherplatte gesichert. „Das sind 54 Einzelschicksale“, konfrontierte Wüst den Mann mit den abgebildeten Kindern und Jugendlichen, dennoch mochte er dem nicht vorbestraften Lageristen „mit leichtem Bauchgrollen“ noch eine – „sauknappe“ – Bewährungschance geben, verbunden mit einer Therapie für Sexualstraftäter. Als „spürbares Übel“ sollte der Angeklagte 12.000 Euro in monatlichen Raten zu je 1000 Euro zahlen

Rechtsanwältin Katharina Pilsel beschrieb ihren Mandanten als kooperativ und wertete die Herausgabe der drei Festplatten aus dem Postkasten als überschießendes Geständnis“. Die Verteidigerin erachtete 20 Monate für ausreichend und bat, von einer Geldauflage abzusehen, schlügen doch schon die Verfahrenskosten erheblich zu Buche. 

Das Schöffengericht legte dennoch eine Geldauflage von 5000 Euro zugunsten des Fördervereins am Laufener Rottmayr-Gymnasium fest. „Damit werden benachteiligte Kinder unterstützt“, erklärte Vorsitzender Richter Martin Forster diese Wahl. Die 20 Monate setzten die drei Richter auf vier Jahre zu Bewährung aus. Der Lagerist hat sich einer ambulanten Therapie bei der Fachambulanz für Sexual-Straftäter in München zu unterziehen. Das Urteil wurde noch im Gerichtssaal rechtskräftig.

höf

Rubriklistenbild: © Arne Dedert/dpa/Symbolbild

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