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Mehrere Sichtungen in der Ramsau bei Berchtesgaden

„Es war der Wolf“: Fohlen Ahsoka sprang in Todesangst über Eisenzaun

Wolf Stutfohlen Ramsau bei Berchtsgaden
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Das sieben Monate alte Stutfohlen Ahsoka ist mit dem Schrecken davon gekommen. Besitzerin Lisa Rasp von der Ramsauer Mustang Ranch erzählt, der Wolf sei nicht zum ersten Mal in der Gegend gewesen. Dieses Mal habe er ihre Pferde verschreckt.

Ahsoka lebt noch nicht lange bei Lisa Rasp auf der Ranch. Mit ihren erst sieben Monaten ist ihr Wildtrieb sehr ausgeprägt - und wurde am vergangenen Wochenende auf eine harte Probe gestellt: Weil offenbar ein Wolf um die Herde schlich, wagte das junge Wildpferd aus Amerika den gefährlichen Sprung über den hohen Eisenzaun ins Freie. Die Besitzerin spricht über den Vorfall und ihrer Begegnung mit dem Wolf.

Ramsau bei Berchtesgaden - Stutfohlen Ahsoka ist mit dem Schrecken davon gekommen, steht aber noch leicht unter Schock. „Ahsoka ist in Todesangst über den 1,50 Meter hohen massiven Eisenzaun gesprungen. Gott sei Dank blieb sie unverletzt. Der Wildtrieb hat meine komplette Herde aufgescheucht.“

„Die Pferde sind total durchgedreht“

Lisa Rasp gehört die Ramsauer Mustang Ranch. Der Wolf, so beteuert sie gegenüber BGLand24.de, sei ihr bereits zweimal an der Ranch begegnet. „Zu einhundert Prozent bin ich mir sicher: Es war der Wolf“, unterstreicht sie.

Ihre Herde lebe artgerecht in einem Offenstall, könne Tag und Nacht nach Belieben rein oder raus. In der Nacht von Samstag auf Sonntag sei Unruhe im Paddock entstanden, in dessen Folge Ahsoka in Panik über den Zaun sprang.

Der Offenstall, in dem Lisa Rasps Pferde untergebracht sind ist von einem 1,50 Meter hohen Eisenzaun umgeben.

„Die Pferde sind total durchgedreht und waren wahnsinnig angespannt. Ich kenne ein solches Verhalten von ihnen nicht“, schildert Lisa. Ihre Tiere seien ausgebildet, abgehärtet durch die amerikanische Heimat und an Wildtiere gewohnt.

„In Amerika kennen sie Berglöwen, doch der Wolf war ihnen zu viel. Es war definitiv ein gewisses Gefahrenpotential vorhanden. Schließlich flüchtet ein Fohlen nicht einfach so über einen massiven Eisenzaun, wobei es sich leicht den Fuß hätte brechen können.“ Für die Reitlehrerin „schockierend“, dass Ahsoka überhaupt über den im Boden einbetonierten Zaun drüber gekommen sei.

„Tagelang war Ruhe - jetzt ist er wieder da“

Nicht zum ersten Mal sei der Wolf um die Häuser in Ramsau bei Berchtesgaden herum geschlichen. Lisas Nachbarn hätten ihn ebenfalls schon gesehen oder Spuren von Pfotenabdrücken entdeckt.

Lisa selbst sei dem Wolf vor rund zehn Tagen bereits vis à vis begegnet: „Ich war gerade am Ausmisten, als mich am Waldrand plötzlich zwei Augen direkt im Schein meiner Stirnlampe anblitzten. Ich habe aufgeschrien, da ist er sofort im Dickicht des Waldes verschwunden. Er hatte locker ein Stockmaß von 90 Zentimetern. Zusammen mit den Nachbarn fanden wir entsprechende Spuren im Schnee, die bewiesen, dass der Wolf dort gelauert haben muss. Tagelang war Ruhe - jetzt ist er wieder da.“

„Es kann sich nur um einen Wolf gehandelt haben“

Lisa hat eine Kamera auf ihrer Ranch, die neben der aufgeregten Herde in jener Nacht auch einen wolfsähnlichen Schatten, der sich im Auslauf herumgetrieben habe, registrierte. „Ich sah, wie die Pferde nach dem Alarm angespannt in einer Ecke zusammengetrieben standen. Weder mein eigener Schweißhund, noch der Labrador meiner Mama oder der Schäferhund meiner Tante tangieren sie sonst. Sie sind an andere Tiere gewohnt, total entspannt und überhaupt nicht schreckhaft.“

Die drei Ponys und vier Mustangs werden von Kindern und Campingästen des Simonhofs regelmäßig geritten und lassen laut ihrer Besitzerin „alles mit sich machen“. Selbst beim Kramperllauf seien sie tiefenentspannt. „Für meine Tiere lege ich meine Hand ins Feuer“, untermalt Lisa.

Umso schwerer ist es für die Reitlehrerin, das Verhalten der Pferde zu begreifen. „Es kann sich nur um einen Wolf gehandelt haben, der die Pferde derart in Panik versetzt hat“, wiederholt Lisa sich.

Die Mustangs und Ponys von Lisa Rasp in Ramsau bei Berchtesgaden.

„Zu uns gehört der Wolf einfach nicht“

Als Abschreckung hat sie nun überall Baustellenflatterbänder angebracht. Dazu habe ihr die Polizei geraten. Zudem hat sie in eine Flutlichtbeleuchtung investiert, die auch nachts immer an ist. Über Lautsprecher läuft Country-Musik, das stört die Pferde nicht, soll aber den Wolf abhalten.

Ihre Pferde hätten abgesehen vom materiellen natürlich auch einen emotionalen Wert, betont sie: „Meine Pferde sind wie meine Kinder, wenn denen etwas passiert, wäre das das Schlimmste für mich.“

„Ich bin ein sehr tierlieber Mensch, seit 20 Jahren Vegetarierin und setze mich für Tierwohl ein. Jedes Tier hat eine Daseinsberechtigung. Doch der Wolf hat bei uns keinen Platz, das passt nicht“, akzentuiert Lisa.

Der eine Nachbar besitze ein Wildgehege mit Hirschen und Rehen, ein anderer halte Geißen und sie habe die Pferde. Weiter oben weiden Kühe und Kälber auf den Almen. „Für den Wolf ist das doch hier ein Tierbuffet. Ich will nicht, dass den Tieren etwas passiert, wenn im Wolf der Jagdtrieb ausgelöst wird. Und was ist, wenn er irgendwann ein Kind angreift?“, wirft Lisa die Frage in den Raum.

Den geplanten Abschuss, den die Regierung von Oberbayern mit der offiziellen Entnahme-Erlaubnis für den Wolf mit dem genetischen Code GW2425m erlassen habe, unterstütze Lisa allerdings nicht: „In meinen Augen muss er nicht geschossen werden. Es würde genügen, ihn zu betäuben und beispielsweise nach Rumänien zu überbringen, wo er in weitläufigen unbewohnten Waldgebieten leben kann. Doch hierher zu uns gehört der Wolf einfach nicht.“

mb

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