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Wolfsriss in Schneizlreuth: Tier nach DNA-Analyse identifiziert

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Von: Werner Bauregger

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Schneizlreuth – Wie wir berichteten, fand ein Anwohner im Ortsteil Ulrichsholz der Gemeinde Schneizlreuth am 3. Oktober, hinter seinem Anwesen eine gerissene Hirschkuh. Nach einer ersten Einschätzung bei der Sicherung von DNA Spuren vor Ort ging das LfU-Bayern schon damals von einem Wolfsriss aus. Nun herrscht Gewissheit.

Update, 25. Oktober: Wolf identifiziert

Wie der Internetseite des LfU-Bayern zu entnehmen ist, sind die DNA-Analysen zum Wolfsriss in Ulrichsholz, in der Gemeinde Schneizlreuth, vom 3. Oktober abgeschlossen. Demnach handelt es sich bei dem Wolf um ein männliches Tier mit der Bezeichnung GW2953m aus dem Elternrudel Eschede/Rheinmetall in Niedersachsen. 

Vorbericht vom 19. Oktober

Wie ein Sprecher vom Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) auf eine aktuelle Anfrage mitteilte, konnte der anfängliche Verdacht nun auch durch eine erste Auswertung der DNA-Proben belegt werden. Es war also ein Wolf, der das Wildtier am 3. Oktober gerissen hat.

Wie das LfU zur Vorgehensweise mitteilte, erfolgt die Laboranalyse genetischer Proben von Rissereignissen am Senckenberg-Institut in mehreren Schritten. Im ersten Untersuchungsschritt wird ermittelt, ob es sich bei dem Verursacher um einen Wolf handelt und falls ja aus welcher Population dieser stammt. Für die weiterführende Untersuchung in einem zweiten Bearbeitungsschritt ist eine gute Probenqualität erforderlich. Sie dient der Geschlechtsbestimmung und der Individualisierung des Wolfs. Die individuelle Zuordnung erfolgt durch einen Vergleich der aktuellen Probe mit bisher ausgewerteten und verfügbaren Analysen. Dieser Schritt lässt Aussagen zum Wanderverhalten bis hin zur Rudelzugehörigkeit zu. 

Für das Ereignis vom 3. Oktober im Landkreis Berchtesgaden liegen dem Bayerischen Landesamt für Umwelt die Ergebnisse des ersten Bearbeitungsschrittes vor. Demnach konnte für das Rissereignis eines wild lebenden Rotwilds ein Wolf aus der zentraleuropäischen Population ermittelt werden. Die weiterführenden Ergebnisse werden noch einige Zeit dauern, so der Sprecher. Die Meldung in sozialen Medien, dass einige Tage nach dem Wolfsriss ein gerissenes Hirschkalb im Gemeindeteil Jochberg/Weißbach a.d.A. gefunden worden sei, hatte sich allerdings nicht bestätigt. Wie der zuständige Berufsjäger damals auf telefonische Anfrage informierte, habe er, mit seinem Jagdhund, die angebliche Fundstelle großräumig inspiziert und keinerlei Hinweise auf einen Riss oder ein verendetes Tier gefunden

wb

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