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Sturzflut am Mittwoch in Bischofswiesen: Das berichtet die Feuerwehr

„Da geht’s dann zu wie im Taubenschlag, du weißt gar nicht mehr wo links und rechts ist!“

Am Mittwochabend waren die Feuerwehren in Bischofswiesen gefordert, wie Georg Graßl, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bischofswiesen gegenüber BGLand24.de berichtet.
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Am Mittwochabend waren die Feuerwehren in Bischofswiesen gefordert, wie Georg Graßl, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bischofswiesen gegenüber BGLand24.de berichtet.

Die Feuerwehr von Bischofswiesen war bei dem Unwetter am Mittwochabend stark gefordert. BGLand24.de hat sich von Georg Graßl, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bischofswiesen und Anton Brandner, Kreisbrandinspektor für den Bereich Süd der Kreisbrandinspektion Berchtesgadener Land schildern lassen, wie das Einsatzgeschehen ablief.

Bischofswiesen - „Um circa 19.15 Uhr kam der erste Alarm, zunächst nur eine Alarmierung. Doch dann hatten wir auf einmal binnen zehn Minuten schon zwanzig Alarmierungen! Die Leitstelle hat uns zu einem Zeitpunkt 20 Einsätze gleichzeitig geschickt, das konnte das Fax gar nicht mehr verarbeiten“, berichtet Georg Graßl, Erster Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Bischofswiesen gegenüber BGLand24.de. „Dazu kamen noch zahlreiche Anrufe von Anwohnern. Da kam dann zeitweise alles auf einmal. Da geht’s dann zu wie im Taubenschlag, du weißt gar nicht mehr wo links und rechts ist! Der Höhepunkt war dann um 20 Uhr, zehn Minuten später wurde dann schon die Unwetterwarnung wieder aufgehoben.“

68 Einsätze für Bischofswieser Feuerwehr am Mittwochabend

Am Mittwochabend hatten die Feuerwehren im Berchtesgadener Land rund 70 Einsätze wegen des Unwetters abzuarbeiten - hauptsächlich in und um Bischofswiesen. Es gab, nach Informationen von vor Ort, gegen 19.20 Uhr die ersten Notrufe. Unter anderem soll ein Wohnhaus in der Nähe des Aschauer Weihers von einer Schlammlawine getroffen worden sein. Dabei soll das Anwesen vor allem im Erdgeschoss erheblich beschädigt worden sein. Außerdem wurden auch ein Bauernhof im Bereich Böcklweiher sowie ein Autohaus im Ortszentrum von Bischofswiesen von den Wassermassen geflutet. Viel Regen auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche, Wiesenflächen die auf Grund vorhergehenden Regens kein Wasser mehr aufnehmen konnten, dann noch durch Hagel verstopfte Regenabläufe in Straßen und mit Geschiebe verfüllte Bäche: Das war das Rezept für die Überschwemmungen, wie bereits Gemeinde-Geschäftsleiter Rupert Walch gegenüber der Redaktion erläuterte (Plus-Artikel BGLand24.de).

Koordination und Priorisierung war das A und O am Mittwochabend für die Bischofswieser Feuerwehr.

„Das Geschehen konzentrierte sich mit über 60 Einsätzen auf Bischofswiesen. Da dies für die Feuerwehr Bischofswiesen alleine nicht zu schaffen war, wurden zügig weitere Feuerwehren nachalarmiert, sodass in der Spitze die Feuerwehren des südlichen Landkreises bis hinaus nach Bad Reichenhall in Bischofswiesen im Einsatz waren. Sonst gab es noch in Berchtesgaden und Schneizlreuth vereinzelt Einsätze“, berichtet Anton Brandner, Kreisbrandinspektor für den Bereich Süd der Kreisbrandinspektion Berchtesgadener Land gegenüber BGLand24.de. „Man hat dabei sehr gemerkt, wie sehr auf einen Teil des Landkreises das konzentriert war. Als wir uns auf der Führungseben koordiniert haben gab es Kollegen, die kamen grad von der Arbeit im Freien zurück, keine Rede von Unwetter. Bei anderen dagegen regnete es aus Kübeln.“

Priorisierung der Einsätze entscheidend

„Das Entscheidende an diesem Abend war die Priorisierung der Einsätze. Wo steht das Wasser ‘nur’ fünf Zentimeter hoch, wo schon 40? Wir haben entsprechend mit fünf Zugführern gearbeitet und das alles von der Zentrale aus koordiniert. Insgesamt waren etwa 160 Einsatzkräfte unterwegs“, berichtet unterdessen Bischofswiesens Feuerwehrkommandant Graßl weiter. „Wir hatten zwei Einsätze der Priorität zwei, bei denen Umweltgefahren bestanden. Es waren Öltanks ins Schwimmen geraten, einer davon hatte 2000 Liter, der andere 1000 Liter Inhalt.  Hierzu haben wir Spezialkräfte aus Reichenhall geordert. Diese haben dann mit Spezialgerät die Lage rasch in den Griff bekommen.“

Die Bischofswieser Feuerwehr war am Mittwochabend gefordert.

„Bis 4.30 Uhr hatten wir dann 68 Einsätze abgearbeitet“, fährt Graßl fort. „Dann kam um 6.50 Uhr schon wieder die nächste Alarmierung. Stand Donnerstag, Mittag sind es schon wieder sechs Einsätze. Dabei geht es auch um Folgeschäden.“ Nun werde der aktuelle Wetterbericht und der Stand der Unwetterwarnungen für die Region natürlich weiter im Blick behalten. „Wir stehen bereit, falls es erneut zu starkem Gewitter kommen sollte.“

„Man kann die Reaktion auf solche Situationen an sich gut vorbereiten. Wir sind dann, den Wettervorhersagen entsprechend ohnehin im ‚Unwettermodus‘. Aber bei einem so rasch sich entwickelnden Unwetterereignis kann man halt nur reagieren. Die Schäden die entstehen, den Bach der übertritt, der Keller der geflutet wird kann man leider nicht mehr rückgängig machen“, bemerkt Kreisbrandinspektor Brandner. „Wo man aus Erfahrung weiß, dass ein Gebiet immer wieder Hochwasser hat, kann man durch verschiedene Maßnahmen auch vorbeugen.“

cz/hs

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