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Das sagt die Gemeinde

Sturzflut am Mittwochabend in Bischofswiesen: So kam es zur Überschwemmung

Ein örtlich konzentrierter Starkregen sorgte am Mittwochabend in Bischofswiesen für  vollgelaufene Keller.
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Ein örtlich konzentrierter Starkregen sorgte am Mittwochabend in Bischofswiesen für vollgelaufene Keller.

Ein heftiges Unwetter sorgte am Mittwochabend für Land unter im Berchtesgadener Land, vor allem die Gemeinde Bischofswiesen war massiv betroffen. Im Gespräch mit BGLand24.de zieht deren Geschäftsleiter ein Fazit des Geschehens und erläutert die Hintergründe.

Bischofswiesen - „Das war gestern eine Situation, wie wir sie in den letzten Jahren hier immer wieder erleben: Sehr kleinräumige Gewitterereignisse, bei denen dafür dann örtlich sehr viel runterkommt. Das am Mittwochabend betroffene Gebiet hatte vielleicht ein Ausmaß von zweieinhalb Quadratkilometern“, berichtet Rupert Walch, Geschäftsleiter der Gemeinde Bischofswiesen gegenüber BGLand24.de. „Der betroffene Bereich war zudem an und für sich kein Hochwasser-Überschwemmungsgebiet. Auch war es ein Wiesenbereich, der sonst, im Gegenteil zu anderen Untergründen im Gemeindebereich wie beispielsweise Felsuntergründe, Regenwasser gut aufnehmen kann. Nur war er an diesem Abend schon an der Grenze seiner Aufnahmefähigkeit. Wir hatten also ein Starkregenereignis, das konzentriert in einem Bereich auftrat, in dem man sonst nicht mit Hochwasser-Ereignissen rechnen würde.“

Starkregen am Mittwochabend in Bischofswiesen sorgt für Sturzflut und viele Einsätze für die Feuerwehr

Am Mittwochabend hatten die Feuerwehren im Berchtesgadener Land rund 70 Einsätze wegen des Unwetters abzuarbeiten - hauptsächlich in und um Bischofswiesen. Es gab, nach Informationen von vor Ort, gegen 19.20 Uhr die ersten Notrufe. Unter anderem soll ein Wohnhaus in der Nähe des Aschauer Weihers von einer Schlammlawine getroffen worden sein. Dabei soll das Anwesen vor allem im Erdgeschoss erheblich beschädigt worden sein. Außerdem wurden auch ein Bauernhof im Bereich Böcklweiher sowie ein Autohaus im Ortszentrum von Bischofswiesen von den Wassermassen geflutet. Erst gegen 3 Uhr morgens konnten die Einsätze beendet werden.

In Perach im Landkreis Altötting wirkte es sich verheerend aus, dass die Durchläufe einiger Brücken durch Treibgut verstopft wurden. So lief das Wasser über und erreichte angrenzte Wohnhäuser.

Bereits am Samstagnachmittag und -abend zogen zum Teil schwere Unwetter durch Bayern und Teile der Region. Besonders stark getroffen wurden der nördliche Teil des Landkreises Altötting und Gebiete in Ostbayern. Im Kreis Altötting wurden mehrere Kommunen besonders schwer in Mitleidenschaft gezogen. Darunter auch die nahe beieinander liegenden Gemeinden Reischach und Perach (Plus-Artikel innsalzach24.de) sowie Mehring (Plus-Artikel innsalzach24.de), deren Bürgermeister gegenüber innsalzach24.de ihre Eindrücke vom Samstag schilderten. Alleine in Perach waren rund 150 Feuerwehrler aus dem gesamten Umkreis im Einsatz (Plus-Artikel innsalzach24.de).

Viel Regen auf kleiner Fläche und nirgends, wohin das Wasser ablaufen kann: Geschehen wie im Kreis Altötting auch in Bischofswiesen

Viel Regen auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche war auch dort wie auch am Mittwochabend in Bischofswiesen der Grund für das Sturzflutereignis, wie das Wasserwirtschaftsamt Traunstein berichtete (Plus-Artikel innsalzach24.de). Und auch dort lief das Wasser oberflächig ab, statt im Boden zu versickern. Im Fall von Perach sorgte dann die Verstopfung der Durchläufe von Brücken in Bächen, in die das Wasser ablief für eine Aufstauung und ein anschließendes Übertreten, wodurch dann anliegende Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Verstopfte Abflüsse und Geschiebe in den Gräben und Bächen: Diese Kombination verbunden mit Wiesen, die kein Regenwasser mehr aufnehmen konnten sorgte am Mittwochabend in Bischofswiesen für Land unter.

Ähnlich lief es auch in Bischofswiesen ab. „Der Boden konnte auf Grund der Regenfälle der vergangenen Tage kein Wasser mehr aufnehmen. Es lief also oberflächig ab und hätte dann eigentlich über die Einläufe der Straßen-Entwässerung ablaufen sollen“, fährt Bischofswiesens Geschäftsführer Walch fort. „Doch da kam der Hagel ins Spiel, der an diesem Abend zuvor massiv gefallen war: Er hatte sämtliche Einläufe verstopft. Und das in einer solchen Menge, dass mit dem Freiräumen nicht mehr hinterher zu kommen war! Verschärfend hinzu kam, dass auch einige der Gräben und Bachläufe durch sogenanntes Geschiebe, also durch die Strömung transportiertes Material, weniger aufnahmefähig waren.“

„Wir haben schon vor etlichen Jahren einen Gewässerentwicklungsplan aufgestellt und durch ein externes Fachbüro gefährdete Bereiche feststellen lassen. Dort wurde bereits damit begonnen, Maßnahmen umzusetzen. Außerdem gibt es durch das Wasserwirtschaftsamt Traunstein Hochwasserfreilegungsmaßnahmen“, schließt Walch ab und gibt zu bedenken: „Aber ein Geschehen wie gestern lässt sich leider nicht komplett verhindern. Unsere Bauhof-Mitarbeiter sind aktuell damit beschäftigt, Schäden zu beseitigen und die Bäche und Gräben vom Geschiebe und Verklausungen zu befreien.“

hs

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