Kommt jetzt die Trendwende?

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So sah es in Rosenheim am Sonntagvormittag aus.

Landkreis - Der diesjährige Mai präsentiert sich bisher ziemlich unterkühlt, nass und sonnenscheinarm. Doch kommt jetzt in der zweiten Hälfte des Monats endlich die Trendwende?

So wurde in den ersten zehn Tagen des Monats im deutschlandweiten Mittel nur eine Temperatur von 10,6 Grad gemessen, was verglichen mit dem langjährigen Mittel der Klimareferenzperiode von 1961 bis 1990 um 1,4 Grad kälter ist. Dazu gab es durchschnittlich 33,1 Liter Regen auf dem Quadratmeter, was bereits 45,5 % des Monatssolls entspricht. Hochgerechnet bis zum Ende des Monats würden wir bei gleichbleibendem Wetter etwa 135 % des sonst üblichen Monatsmittels erreichen. Beim Sonnenschein wurden nur 44,7 Stunden gemessen, was 22,3 % des sonst üblichen Mittels erfüllt. Hochgerechnet bis zum Ende kämen wir gerade mal auf etwa 67 % des Monatssolls. Oder anders gesagt, es würde 33 % zu wenig Sonnenschein geben.

Damit steht der Mai im Gegensatz zu den letzten Monaten, die allesamt zu warm oder viel zu warm ausfielen (siehe dazu die Grafik "Abweichung der Temperatur vom Monatsmittel", zu finden rechts in der Rubrik "Thema des Tages" unter [mehr]). Der letzte zu kalte Monat liegt sogar schon genau ein Jahr zurück. Im Mai 2013 betrug die Abweichung -0,4 Grad. Seitdem waren die Werte immer positiv, seit Dezember 2013 sogar konstant größer als 2,5 Grad mit dem Spitzenwert von 3,9 Grad im Februar 2014. Dieser Trend des zu warmen Wetters scheint in diesem Mai nun durchbrochen zu werden, zumal die Aussichten für die nächsten Tage keinen Umschwung zu viel höheren Temperaturen erwarten lassen.

Ursache dieser Trendwende sind die in den letzten Monaten vorherrschenden Großwetterlagen. Häufig lagen Tiefdruckgebiete über dem Atlantik oder den Britischen Inseln, die auf ihrer Vorderseite milde Luft aus südwestlichen oder südlichen Regionen zu uns brachten. Diese Tiefdruckgebiete wiederum dienten mit dem Transport milder Luft aus dem Süden als eine Art Ausgleich für die Kaltluftvorstöße über dem nordamerikanischen Kontinent. Die Tiefdruckgebiete erreichten in den letzten Monaten nur selten Mitteleuropa, sondern zogen oft auf nördlicher Bahn in Richtung Skandinavien weiter. So konnte die Strömung bei uns meist nicht auf nördliche oder nordöstliche Richtung drehen und die kalte Luft fand nur selten einen Weg zu uns.

Mai bislang ziemlich kühl

Anders sieht es nun in diesem Mai aus. Am Anfang des Monats drehte der Wind hinter einer Kaltfront auf Nord bis Nordost. Die dadurch eingeflossene kalte Luft polaren Ursprungs hielt sich bei uns unter Hochdruckeinfluss ein paar Tage. Seit Mitte dieser Woche haben wir es nun mit Tiefdruckgebieten zu tun, die für eine westliche bis nordwestliche Strömung über Mitteleuropa sorgen. Damit gelangt vom Atlantik feuchte Meeresluft zu uns, die zwar nicht ganz kalt, aber eben auch nicht sehr warm ist. So konnte das bisherige Temperaturdefizit dieses Monats entstehen.

In den nächsten Tagen dominieren zunächst noch Tiefdruckgebiete bei uns, die die Zufuhr feuchter und recht kühler Meeresluft aus Westen oder Nordwesten aufrechterhalten. Ab Mitte kommender Woche etabliert sich voraussichtlich eine Hochdruckbrücke, die von den Azoren bis nach Nordskandinavien reicht und auch Deutschland erfassen soll. Das würde bei uns eine nördliche bis nordöstliche Strömung bedeuten. Diese wiederum bringt durch kalte Kontinentalluft keine sehr hohen Temperaturen tagsüber (15 bis 20 Grad). Nachts dagegen kann es ordentlich kalt werden (häufig einstellig), dabei ist dann sogar Bodenfrost möglich und ganz vereinzelter Luftfrost kann nicht ausgeschlossen werden (vor allem in der Nacht zum Donnerstag). Alles in allem wird eine solche Lage eher zum Temperaturdefizit beitragen als dieses abbauen. Somit wird der Mai 2014 wahrscheinlich als zu kalter Monat in die Wetterannalen eingehen und den bisherigen Trend zu warmer Monate durchbrechen. Gleichwohl ist damit keine Aussage möglich über das Wetter in den kommenden Sommermonaten, vielleicht wird der neue Trend dann ja wieder durch einen anderen Trend abgelöst.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst

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