Mehrere Großeinsätze wegen Lawinen in Region

Ein Toter, ein Schwerverletzter und Glück im Unglück am Zwiesel

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Schleching/Oberaudorf - Am Sonntag sind insgesamt drei Lawinen in der Region abgegangen. Ein Sachse starb dabei am Geigelstein, ein Münchner wurde am Brünnstein rund 200 Meter in die Tiefe gerissen. Er überlebte schwer verletzt:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Drei Lawinenabgänge am Sonntag in der Region (Geigelstein, Brünnstein, Zwiesel)
  • Erfolglose Reanimation am Geigelstein: Sachse (30) stirbt
  • Münchner (35) am Brünnstein 200 Meter mitgerissen, komplett verschüttet und schwer verletzt gerettet
  • Einheimischer am Zwiesel von Lawine erfasst, verschüttet und gegen Baum gedrückt
  • Großeinsätze an allen drei Einsatzorten
  • Hinweise des Lawinenwarndienstes Bayern.

UPDATE, Montag, 6.45 Uhr - Pressemeldung Polizei

Am Sonntag gegen 10.35 Uhr ging bei der Rettungsleitstelle Traunstein die Meldung über einen Lawinenunfall oberhalb der Zwieselalm bei Bad Reichenhall ein, bei der eine Person ganz und eine Person zum Teil verschüttet wurde. Sofort wurde die Bergwacht Bad Reichenhall alarmiert. Da aufgrund des schlechten Wetters davon ausgegangen werden musste, dass der Hubschrauber nicht eingesetzt werden konnte, wurden auch die Bereitschaften Anger/Teisendorf und Freilassing nachalarmiert. 

Es stellte sich heraus, dass ein einheimischer Skibergsteiger zunächst allein oberhalb der Zwieselalm unterwegs war und als er durch eine Rinne in Richtung Zenokopf unterwegs war, von einem Schneebrett aus einem Steilhang rechts der Rinne erfasst wurde

Der junge Mann wurde von der Lawine erfasst, etwa 30 Meter mitgerissen, gegen einen Baum gedrückt und völlig verschüttet. Es kann nicht genau geklärt werden, ob er das Brett, dass etwa 30 Meter oberhalb der Spur abgebrochen war, selbst ausgelöst hatte, oder ob es sich um eine Selbstauslösung aufgrund der hohen Lawinengefahr gehandelt hatte. 

Ein zweiter einheimischer Skibergsteiger, der sich kurz hinter dem ersten befand, wurde von der Lawine ebenfalls noch erfasst. Er wurde von den Schneemassen aber glücklicherweise nur bis zu den Oberschenkeln eingegraben, sein Oberkörper blieb frei, so dass er gleich einen Notruf absetzen konnte. 

Eine weitere Gruppe von Skibergsteigern kam ebenfalls sehr schnell zum Unfallort und die beiden verschütteten Personen konnten innerhalb von wenigen Minuten ausgegraben werden. Beide Personen wurden bei dem Unglück nicht verletzt, aber vor allem der ganz verschüttete Mann war stark unterkühlt. Er konnte aber noch selbst bis zum Listsee abfahren, wo er dann von der Bergwacht in Empfang genommen wurde. Auch der zweite Mann fuhr selbst wieder vom Zwiesel ab. 

Beide Männer sind sehr erfahrene Bergsteiger und waren vollständig mit einer guten Lawinenausrüstung ausgerüstet, aber trotzdem hatten beide Riesenglück, dass sie sofort von weiteren Bergsteigern ausgegraben werden konnten. Neben den eingesetzten Bergwachtbereitschaften wurde auch die alpine Einsatzgruppe der Polizei mit mehreren Lawinenhunden alarmiert.

Pressemeldung Polizei Bad Reichenhall

UPDATE, Montag, 5.55 Uhr

Am Sonntag gegen 13.45 Uhr ging am Sonntag bei der Integrierten Leitstelle in Rosenheim ein Notruf einer Tourengeherin ein, die sich bei der Abfahrt von der Brünnstein-Schanze im Gemeindegebiet Oberaudorf von ihren zwei Begleitern getrennt hatte. Sie wartete jetzt bereits über eine Stunde auf diese am Waldparkplatz am Tatzelwurm.

Daraufhin alarmierte die ILS die Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden. Der Einsatzleiter versuchte sofort Kontakt mit der Melderin aufzunehmen. Noch zuvor dies möglich war kam bereits ein zweiter Notruf aus diesem Gebiet, der die ersten Befürchtungen über einen Lawinenabgang bereits nach Minuten bestätigte. Ein Rückruf durch den Bergwacht-Einsatzleiter bei der Melderin ergab einen Lawinenabgang im Bereich der Brünnstein-Schanze im Gemeindegebiet Oberaudorf mit vermeintlich zwei Verschütteten. Eine konkrete Ortsangabe konnte die Melderin jedoch nicht abgeben.

Ein 35-jährigen Tourengeher aus München hatte unmittelbar nach Einfahrt in eine Nordrinne auf etwa 1400 Meter selbst das Schneebrett ausgelöst und war von dieser gut 200 Höhenmeter in die Tiefe gerissen worden. Sein Begleiter konnte auf dem Lawinenkegel abfahren und schließlich mit Hilfe des Lawinen-Verschütteten-Geräts (LVS) seinen Tourenpartner orten und nach gut 20 Minuten lebend, aber schwer verletzt ausgraben.

Mittlerweile war eine groß angelegte Rettungsaktion angelaufen, die aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen vom Bergwacht-Einsatzleiter sowohl mit Hubschrauber als auch bodengebunden koordiniert wurde. In einem Erstanflug konnte der Rettungshubschrauber „Heli 3“ die Einsatzstelle lokalisieren und zwei Bergretter unterhalb dieser absetzen. In drei weiteren Anflügen konnten insgesamt sieben Bergretter mit Einsatzmaterial in die Nähe der Unfallstelle transportiert werden, ehe starker Schneefall einen weiteren Hubschraubereinsatz unmöglich machte.

Lawinenabgang am Brünnstein

Die hinzualarmierten Bergwacht-Einsatzkräfte der Bergwachten Brannenburg und Bad Feilnbach machten sich mit insgesamt drei ATV vom Waldparkplatz bodengebunden auf dem Weg. Mehrere Bäume die in den Forstweg gefallen waren sowie große Neuschneemengen behinderten die Zufahrt und verlangsamten den bodengebundenen Zustieg.

Parallel wurde vom Bergwacht-Einsatzleiter in enger Zusammenarbeit mit dem Einsatzleiter der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei versucht abzuklären, ob es sich bei dem ersten Notruf mit den vermissten Tourengehern und der zweiten Meldung um dieselben Personen handelt oder ob gegebenenfalls noch mit weiteren Verschütteten gerechnet werden musste. Dies konnte dann gegen 15.30 Uhr definitiv ausgeschlossen werden.

In der Zwischenzeit waren die Einsatzkräfte, darunter auch zwei Bergwacht-Notärzte, mit der Versorgung des Schwerverletzten und unterkühlten Patienten beschäftigt und bereiteten dessen Abtransport vor. Eine Rettung mit Hubschrauber war wetterbedingt nicht mehr möglich. So musste der Verletzte im Akia verpackt etwa 100 Meter bis zum Forstweg abgeseilt werden ehe er dann mit dem ATV zum Tatzelwurm Waldparkplatz transportiert und an den Rettungsdienst zum weiteren Transport in die Klinik übergeben werden konnte.

Die vorsorglich alarmierte Hundestaffel der Bergwacht Chiemgau, die bereits am Vormittag am Geigelstein im Einsatz war, wurde nicht mehr benötigt. Im Einsatz wareninsgesamt 50 Bergretter aus Oberaudorf, Brannenburg und Bad Feilnbach, drei Bergwacht-Notärzte, die Lawinenhundestaffel Bergwacht Hochland, das Kriseninterventionsteam KID-Berg sowie zwei Polizeihundeführer und neun Alpinbeamte der Bayrischen Polizei, der Rettungshubschrauber „Heli 3“ sowie zwei Polizeihubschrauber „Edelweiß“ und ein Rettungswagen.

Pressemitteilung Bergwacht Oberaudorf-Kiefersfelden

Update, 22.15 Uhr - Pressemitteilung der Polizei

  • Lawinenabgang 1:

Gegen 10.35 Uhr ging bei der Rettungsleitstelle in Traunstein ein Notruf über einen Lawinenunfall ein. Oberhalb der Zwieselalm in den Reichenhaller Bergen sollen zwei Personen von einer Lawine verschüttet worden sein.

Zwei Bad Reichenhaller - 45 und 42 Jahre - gingen zuvor unabhängig voneinander eine Skitour Richtung Zenokopf. Als sich einer der beiden in einer Rinne neben einem Steilhang befand, löste er ein Schneebrett aus, welches ihn zirka dreißig Meter mitriss und völlig verschüttete.

Der zweite Bad Reichenhaller geriet ebenfalls in die Lawine, wurde jedoch nur teilweise verschüttet und konnte sich selbstständig befreien. Er setzte unmittelbar darauf einen Notruf ab und konnte den Verschütteten, zusammen mit weiteren Skibergsteigern innerhalb von wenigen Minuten aus den Schneemassen befreien. 

Beide Männer blieben bis auf starke Unterkühlungen bei dem Unfall unverletzt.

  • Lawinenabgang 2:

Ein 30-Jähriger aus Oberwiesenthal unternahm am Vormittag eine Skitour im Geigelsteingebiet. An der sogenannten Wirtsalm traf er auf einen 57-jährigen Münchener und setzte mit ihm gemeinsam die Tour in Richtung Geigelstein fort.

Gegen 12 Uhr beschlossen beide Männer am "Sattel" Richtung Südosten über einen steilen Rücken abzufahren. Der 57-Jährige fuhr voraus und bemerkte kurze Zeit später, dass er von hinten von einer Lawine erfasst wurde. Er schaffte es jedoch, an der Oberfläche zu bleiben, und konnte sich selbst aus der Lawine befreien.

Da er seinen Begleiter nicht mehr sehen konnte, suchte er diesen mit seinem Lawinenverschüttungssuchgerät (LVS-Gerät). Kurz darauf konnte er den 30-Jährigen finden und aus dem Schnee graben. Da dieser nicht mehr ansprechbar war, begann er unmittelbar mit der Reanimation. Dabei wurde er von hinzukommenden Tourengehern unterstützt.

Infolge der Witterung war ein Hubschrauberflug anfangs nicht möglich. Einsatz- und Rettungskräfte mussten über das Tal - zum Teil mit Pistenraupen - zur Unfallstelle gelangen. Die Reanimationsmaßnahmen wurden durch die Ersthelfer bis zum Eintreffen des Notarztes aufrechterhalten. Der Verunglückte erlag gegen 17.45 Uhr im Krankenhaus seinen Verletzungen.

  • Lawinenabgang 3:

Ein 35-jähriger Münchener war gegen 13.45 Uhr mit seiner Frau und seinem Schwager auf Skitour an der Brünnsteinschanze. Bei der Abfahrt auf der Nordost-Seite erfasste ihn auf 1.143 Höhenmetern nach dem Einfahren in eine steile Waldschneise ein Schneebrett.

Dabei wurde er etwa 200 Meter mitgerissen und zirka einen Meter tief verschüttet. Gleich darauf konnte er jedoch von seinem Schwager mittels LVS-Gerät geortet und ausgegraben werden.

Die Bergwacht übernahm die Erstversorgung des 35-Jährigen, welcher anschließend in ein Krankenhaus gebracht wurde. Er erlitt durch den Unfall mehrere Frakturen und eine Unterkühlung.

Auch Rettungskräfte aus Österreich beteiligt

An den drei Lawinen-Einsätzen am 21. Januar waren mehrere Polizei- und Rettungshubschrauber - zum Teil auch aus Österreich - beteiligt. Etliche Mann der umliegenden Bergwachten und viele Beamte der Alpinen Einsatzgruppe des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd - darunter mehrere Hundeführer der Lawinenhundestaffel waren im Einsatz.

Die Lawinenzentrale warnt am Montag vor einer großen Lawinengefahr - Stufe 4. Berg- und Skitouren sind daher nur in sicheren Gebieten erlaubt. Weitere Informationen gibt es unter: www.lawinenwarndienst-bayern.de.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd

Update, 20.15 Uhr - eine Person schwebt in Lebensgefahr

Mittlerweile werden laut Angaben der Polizei keine Personen mehr unter den Schneemassen an Geigelstein, Zwiesel und Brünnstein vermutet. Fünf Personen sind in den Schneemassen gefunden worden - eine davon soll in Lebensgefahr schweben.

  1. Am Geigelstein in den Chiemgauer Alpen ist es am Sonntagvormittag auf der Schlechinger Seite zwischen Wuhrstein- und Wirtsalm zur schwersten der drei Lawinen gekommen. Laut Polizei ist es Wintersportlern gelungen, den Verschütteten schwer verletzt aus den Schneemassen zu befreien. Etwa 16 Uhr war der Einsatz beendet.
  2. Gegen 14 Uhr ist es am Brünnstein im Mangfallgebirge zu einer weiteren Lawine gekommen. Zwei Menschen sind dort von Rettungskräften geortet und aus dem Schnee befreit worden.
  3. Eine weitere Lawine hat es ebenfalls am Vormittag am Zwiesel in den Berchtesgadener Alpen gegeben. Dabei sind zwei einheimische Skitourengeher in rund 1.550 Metern Höhe zwischen der Alm und dem Gipfel beim Aufstieg von der Lawine erfasst und verschüttet worden.

Update, 17.30 Uhr - Drei weitere Personen aus Schnee befreit

Auch am Geigelstein bei Schleching konnte eine Person von Bergrettern befreit werden. Am Brünnstein sind zwei Personen gerettet worden.

Großeinsatz am Geigelstein bei Schleching

Bei dem Abgang am Geigelstein ist ein Skitourengeher von den Schneemassen verschüttet worden, heißt es laut Berichten von vor Ort. Weitere Skitourengeher haben dies gesehen und die Person befreien können.

Der dort verschüttete Skitourengeher wurde unter laufender Wiederbelebung mit dem Rettungshubschrauber nach Traunstein geflogen, berichtet das BRK.

ksl; FDL/Brekl

Update, 17 Uhr - Zwei Skitourengeher am Zwiesel aus Lawine befreit

Am Sonntagvormittag gegen 10.35 Uhr sind zwei einheimische Skitourengeher am Zwiesel in den Chiemgauer Alpen in rund 1.550 Metern Höhe zwischen der Alm und dem Gipfel beim Aufstieg von einer Lawine erfasst und verschüttet worden. Einer der Männer komplett, der zweite bis zu den Oberschenkeln.

Weitere Skibergsteiger schafften es, den komplett Verschütteten, der von den Schneemassen gegen einen Baum gedrückt worden war, rasch zu orten und auszugraben. Beide Männer kamen weitgehend unverletzt davon, froren aber.

Zwei Skitourengeher am Zwiesel gerettet

Die Lawine hatte nach Angaben der Zeugen vor Ort eine Breite von rund 25 bis dreißig Metern und eine Anrisshöhe von etwa dreißig Zentimetern.

Rund dreißig Meter mitgerissen und gegen Baum gedrückt

Die polizeilichen Ermittlungen ergaben, dass der einheimische Skibergsteiger zunächst alleine oberhalb der Zwieselalm unterwegs war. Als er durch eine Rinne in Richtung Zennokopf ging, wurde er von einem Schneebrett aus einem Steilhang rechts der Rinne erfasst, rund dreißig Meter mitgerissen, gegen einen Baum gedrückt und verschüttet.

Dabei dämpften die eingeschneiten Äste den Aufprall ab und ragte sein Arm an die Oberfläche, sodass er ein wenig atmen konnte. Laut Polizei kann nicht genau geklärt werden, ob er das Brett, das etwa dreißig Meter oberhalb der Spur abgebrochen war, selbst ausgelöst hatte, oder es sich um eine Selbstauslösung aufgrund der erheblichen Lawinengefahr (Stufe 3) handelte.

Ein zweiter einheimischer Skibergsteiger, der sich kurz hinter dem ersten Tourengeher befand, wurde von der Lawine ebenfalls erfasst, aber nur bis zu den Oberschenkeln eingegraben; sein Oberkörper blieb frei, so dass er gleich einen Notruf absetzen konnte.

Großaufgebot an Einsatzkräften losgeschickt

Die Leitstelle Traunstein schickte sofort ein Großaufgebot an Einsatzkräften los, darunter die Bergwachten Bad Reichenhall, Freilassing, Teisendorf-Anger und Ramsau, vier Bergwacht-Notärzte, die Lawinen- und Suchhundestaffel der Bergwacht Region Chiemgau, zwei All-Terrain-Vehicles (ATV) und den Traunsteiner Rettungshubschrauber "Christoph 14".

Der Pilot nahm beim Anflug in Anger ein Suchhundeteam der Bergwacht auf und versuchte dann, die Einsatzstelle zu erreichen, musste aber aufgrund der sehr schlechten Sicht im Schneesturm in rund 1.000 Metern Höhe abbrechen und landete in der Reichenhaller Kaserne – weitere Rettungsflüge waren aufgrund des Schneesturms nicht mehr möglich.

25 Einsatzkräfte der Bergwacht fuhren bei starkem Schneefall über Weißbach an der Alpenstraße zum Jochberg und stiegen von dort aus mit Tourenskiern und Material zu Fuß in Richtung der Unfallstelle auf. Die Alpine Einsatzgruppe (AEG) der Polizei war mit mehreren Suchhundeteams und einem Bergführer unterwegs, der den Hergang aufnahm.

Von weiterer Gruppe befreit

Die beiden Verschütteten hatten sehr großes Glück, da eine weitere Gruppe von Skibergsteigern nach nur kurzer Zeit am Unfallort eintraf und beide innerhalb weniger Minuten ausgraben konnte. Nach erster Einschätzung blieben sie weitgehend unverletzt, froren aber.

Beide konnten in Begleitung noch selbst bis zum Listsee und zum Jochberg abfahren, wo sie jeweils von einem Bergwacht-Notarzt in Empfang genommen und untersucht wurden. Die Bergwacht brachte beide Patienten und die Ersthelfer zur Bergrettungswache.

Beide Männer sind nach Angaben der Polizei sehr erfahrene Bergsteiger und waren vollständig mit einer kompletten Lawinen-Notfall-Ausrüstung ausgestattet. "Trotzdem hatten sie unglaubliches Glück, dass die Kameradenrettung durch Ersthelfer so rasch anlief – da keine Rettungsflüge möglich waren und die Bergwacht zu Fuß aufsteigen musste, wären sie ohne Ersthelfer nicht so glimpflich davongekommen", erklärt Bergwacht-Sprecher Marcus Goebel.

Schlechte Suchbedingungen verzögern Einsatz

Zur Unglückszeit herrschte heftiger Schneefall, wodurch die Straßen teilweise komplett schneebedeckt waren. Die Rettungsfahrzeuge der Bergwacht sind zwar alle mit Allradantrieb ausgerüstet, jedoch ist es bei schlechten Straßen- und Lichtverhältnissen auch für Einsatzkräfte schwierig, im Straßenverkehr zügig durchzukommen.

Ab dem Abzweig Jochberg in Weißbach an der Alpenstraße herrschte eine geschlossene Schneedecke auf der Fahrbahn, sodass separat noch der Räumdienst für die Jochbergstraße angefordert wurde, damit weitere Einsatzkräfte mit zusätzlicher Ausrüstung leichter anfahren konnten.

Marcus Goebel dazu: "Durch die schlechten Wetterbedingungen und Straßenverhältnisse verzögerte sich der gesamte Ablauf, wobei der Einsatz rund zweieinhalb Stunden dauerte."

Bergwacht rät von unsicheren Touren ab

Parallel zum Reichenhaller Lawineneinsatz am Zwiesel wurde um kurz nach 12 Uhr die Bergwacht Schleching zu einem Lawineneinsatz am Geigelstein alarmiert. Die beim Reichenhaller Einsatz nicht mehr erforderlichen Lawinenhundeführer und Bergwacht-Notärzte rückten vom Jochbergparkplatz aus direkt nach Schleching ab.

Die Lawinenunfälle ereigneten sich bei Lawinenwarnstufe 3. "Wir bitten alle Winterbergsteiger zur eigenen Sicherheit bei solchen Verhältnissen um eine bedachte Routenwahl oder auf eine Ski- oder Schneeschuhtour im freien Gelände ganz zu verzichten", sagt Marcus Goebel.

Pressemitteilung des BRK - Kreisverband Berchtesgadener Land

Update, 15.45 Uhr - Suchbedingungen verbessern sich

Die zweite Lawine am Brünnstein hat sich gegen 14 Uhr ereignet. Dies bestätigt die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Auch dort kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich Personen im Schnee befinden.

Derzeit laufen sowohl am Geigelstein, als auch am Brünnstein umfangreiche Suchmaßnahmen. Nachdem die Bedingungen zunächst schlecht gewesen sind, vor allem am Geigenstein, werden die Bergretter nun von Hubschraubern der Polizei und des Bayerischen Roten Kreuzes unterstützt.

Bis zum Abend soll es weitere Informationen in einer Pressemeldung des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd geben.

ksl 

Update, 15.25 Uhr - Zweite Lawine am Brünnstein

Eine zweite Lawine soll sich am Sonntag ereignet haben. Laut Angaben der Polizei am Brünnstein bei Oberaudorf. Näheres dazu ist derzeit noch nicht bekannt. Auch dort werden jedoch verschüttete Personen vermutet.

ksl

Update, 14.45 Uhr - Lawinenwarnstufe 3

Derzeit liegt die Warnstufe in den Chiemgauer Alpen laut Lawinenwarndienst Bayern bei 3. Die Gefahr einer Lawine ist demnach erheblich. "Die Altschneedecke ist in allen Höhenlagen stark verharscht und kompakt", heißt es im Wochenbericht des Lawinenwarndienstes vom Donnerstag. "Dazwischen haben sich zwar einige lockere, aufbauend umgewandelte Schichten gebildet, sie schwächen die Altschneedecke jedoch nicht."

Auf der Altschneedecke ist auf der Schattenseite zudem eine dünne Schicht Oberflächenreif eingeschneit und stellt dort eine markante Schwachschicht dar. "Beim Blocktest brach der meist vom Wind gebundene Neuschnee bereits beim Abstechen", heißt es im Bericht weiter. "Sonnseitig liegt der Neuschnee auf einer verharschten Oberfläche auf mit unterschiedlicher Bindung je nach Rauhigkeit der Harschschicht."

ksl

Erstmeldung, 13.50 Uhr - Lawinenabgang bei Schleching

Eine Lawine ist am Sonntagmittag am Geigelstein nahe Schleching abgegangen. Dies bestätigt die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd. Momentan wird davon ausgegangen, dass Personen verschüttet sein könnten, heißt es auf Nachfrage von unserer Redaktion.

Derzeit werden die Retter der Bergwacht zum Einsatzort gebracht, um den Unglücksort abzusuchen. Weitere Informationen folgen.

Am Geigelstein in 1.808 Metern Höhe und in den Chiemgauer Alpen herrscht derzeit erhebliche Lawinengefahr mit der Warnstufe 3 von 5.

ksl

Quelle: chiemgau24.de

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