War´s das jetzt schon mit dem Sommer?

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Landkreis - Wochenlang beschäftigte die Meteorologen der "Tropensommer". Doch jetzt müssen wir uns auf ein herbstliches Wochenende einstellen. War es das schon mit dem Sommer?

Der Sommer 2014 war bisher ziemlich abwechslungsreich und spektakulär. Schon vor einigen Wochen prägte das Wetterportal wetter.net (www.wetter.net) den Begriff „Tropensommer“. Die Luft war nämlich oftmals so schwül wie in den Tropen auch die immer wieder auftretenden Gewitter brachten analog zu den Tropen heftige Regenfälle. Einen Höhepunkt bildete dabei das Starkregenereignis in Münster/Westfalen. Dort fielen am 28. Juli binnen nur sieben Stunden lokal 292 Liter pro Quadratmeter. Das war die zweithöchste Menge, die jemals in einem 24-Stunden-Zyklus in Deutschland gemessen worden ist.

Immer wieder und über das ganze Land verteilt brachte dieser Sommer heftige Gewitter mit zahlreichen Schäden, dabei traf es aber nicht jeden. Aber: der Sommer 2014 brachte auch spürbar höhere Temperaturen als im langjährigen Mittel. Von Anfang Juni bis jetzt liegen die durchschnittlichen Temperaturen rund 1,4 Grad über den langjährigen Mittelwerten. Zu nass bedeutet also in diesem Fall nicht zwangsläufig auch zu kühl. Auch mit Sonne hat der Sommer nicht gespart. Der Juni brachte ein Sonnenplus von 15 Prozent, der Juli immerhin noch von knapp 10 Prozent. Die schwül-warme und gewittrige Wetterlage schien festgefahren.

Doch dann kam am vergangenen Wochenende Ex-Hurrikan Bertha und dieser hat wie angekündigt die Großwetterlage auf den Kopf gestellt und den Tropensommer von einem auf den anderen Augenblick einfach abgeschaltet. Die Temperaturen sind teilweise um mehr als 10 Grad gefallen. Die 30-Grad-Marke wurde in dieser Woche nirgendwo mehr erreicht. „Ganz im Gegenteil. Nun steht uns offenbar sogar schon ein richtig herbstliches Wochenende vor der Tür. Vom Hochsommer sind wir sehr weit entfernt und ob der dieses Jahr noch mal wieder kommt ist mehr als fraglich“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

Das merken wir vor allen Dingen in der Nacht und am frühen Morgen. Die Nächte der letzten Wochen waren oftmals zum Schlafen sehr unangenehm. Es war schwül und selbst nachts lagen die Werte um oder sogar leicht über 20 Grad. Man spricht dann von einer tropischen Nacht. Nun ist aber alles anders. Am kommenden Sonntagmorgen können wir uns flächendeckend auf Frühwerte zwischen 7 und 12 Grad einstellen. Selbst am Tag wird nur noch selten die 20-Grad-Marke überschritten. Wer zum Wandern in Österreich oder der Schweiz ist, der könnte es in höher gelegenen Alpentälern sogar mit Bodenfrost zu tun bekommen. Wetter.net hatte dieses „Sommerloch“ schon vor rund einer Woche angekündigt und es schlägt nun voll zu. Nach den aktuellen Berechnungen dauert das kühle, zweitweise nasse und windige Wetter nicht nur am Wochenende, sondern auch die gesamte nächste Woche an. Besonders nass könnte es demnach an den Küsten von Nord- und Ostsee werden, die bisher in diesem Sommer eher vom Sommer bevorzugt waren. Doch damit scheint nun Schluss zu sein. „Ein Urlaub an den Küste wird in den nächsten Tagen zu einer richtig herbstlich-kühlen und feuchten Angelegenheit. Wer Strand mit Sonne und Wärme möchte, der muss ans Mittelmeer reisen. Die großen Reiseveranstalter wird das aktuelle Wetter freuen“, so Wetterexperte Jung.

Die Wetterentwicklung der kommenden Tage:

  • Freitag: 15 bis 23 Grad, erst freundlich, später aus Südwesten Regen und Schauer die sich über das ganze Land ausbreiten.
  • Samstag: 17 bis 22 Grad, überall Schauer, im Süden auch längere Zeit Regen.
  • Sonntag: 17 bis 23 Grad, vielfach freundlich, immer wieder scheint die Sonne, Ausnahme: im Nordwesten gibt es viele Wolken und immer wieder fällt an der Nordsee Regen.
  • Montag: 16 bis 22 Grad, Schauerwetter im ganzen Land, südlich des Mains freundlich, Richtung Küste dagegen viele Wolken und immer wieder Schauer, an der See sehr windig.
  • Dienstag: 16 bis 20 Grad, teils Sonne, teils Wolken und ab und zu Schauer, an der Küste windig.
  • Mittwoch: 17 bis 24 Grad, an der See weiterhin Schauerwetter, sonst immer wieder Sonnenschein und weitgehend trocken.
  • Donnerstag: 16 bis 20 Grad, im Norden weiter schaurig, sonst scheint oft die Sonne
  • Freitag: 16 bis 20 Grad, meist freundlich, aber ziemlich kühl.

Mitten im Sommerloch

Das Sommerloch wird in den kommenden Tagen immer ausgeprägter. Das zeigt die obige Grafik. Rund um uns herum oftmals orange oder sogar rote Farben. Das steht für sommerliches bis hochsommerliches Wetter. Aber bei uns vielfach grün, im Alpenraum sogar dunkelgrün. Das bedeutet sogar noch kühlere Werte als in Deutschland. Zumindest in der Mitte Deutschlands zeigt sich aber auch immer wieder die Sonne. Der meiste Regen kommt dagegen an den Küsten vom Himmel.

Die Chancen, dass der Hochsommer noch einmal nach ganz Deutschland zurückkehrt schwinden allmählich. „Wir müssen uns scheinbar damit abfinden, dass der Hochsommer für dieses Jahr beendet ist. Die 30-Grad-Marke werden wir sehr wahrscheinlich auch in der kommenden Woche nicht erreichen. In 2 Wochen endet zudem auch schon der meteorologische Sommer. Mit dem 1. September beginnt dann für die Wetterfrösche schon der Herbst“ so Jung weiter. Aber der Herbst war in den letzten Jahren immer wieder ein Garant für schöne Spätsommerphasen. Ob er das dieses Jahr auch wieder sein wird? Lassen wir uns überraschen. Die langfristigen Wettertrends geben da derzeit keine konkrete Einschätzung ab…

Pressemeldung wetter.net

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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