Kontakte zu NPD und "Blood and Honour"

Neonazi-Konzerte in Anger und Teising

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Landkreis - Das Innenministerium hat mitgeteilt, dass auch im Raum BGL und Altötting bisher nicht öffentlich bekannte Rechtsrock-Konzerte stattgefunden haben.

Aus einer schriftlichen Anfrage an die Staatsregierung geht hervor, dass in Anger-Aufham (Berchtesgadener Land) und in Teising (Kreis Altötting) bisher nicht bekannte Rechtsrock-Konzerte stattgefunden haben. Das Informationsportal "Endstation Rechts" zitiert diese Angaben vorab aus der Antwort auf eine Anfrage der SPD-Abgeordneten Florian Ritter und Arif Tasdelen. Die Antwort liegt noch nicht als Drucksache des Landtags vor.

Die SPD-Politiker fragten nach Konzerten mit rechtsextremen Gruppen, die im zweiten Halbjahr 2012 und im Jahr 2013 in Bayern stattfanden. Das Bayerische Innenministerium listete in seiner Antwort insgesamt 18 Veranstaltungen auf.

Musiker von "Blood and Honour" und NPD

In Teising hat demnach am 16. Oktober 2012 ein Konzert des Liedermachers "Edei" stattgefunden. In Anger-Aufham trat am 28. Juli 2012 der Liedermacher "Fylgien" auf. Laut "Endstation Rechts" waren beide Konzerte bisher nicht öffentlich bekannt.

Schon die ersten Details zeigen, dass es sich keineswegs um harmlose Sänger handelt. "Edei" ist unter Neonazis besonders als Mitglied der Band "Kraftschlag" bekannt geworden. Deren Alben wurden vielfach wegen der klaren Glorifizierung des Nationalsozialismus aus dem Verkehr gezogen. Die Band hat außerdem Kontakte zum berüchtigten Neonazi-Netzwerk "Blood and Honour". Der Kopf hinter "Fylgien" hat sich 2011 für die NPD um einen Sitz im Berliner Abgeordnetenhaus beworben.

Ein weiterer Auftritt eines rechten Musikers wurde laut der Liste des Innenministeriums verhindert: Der Liedermacher Mario Wielander konnte offenbar nicht wie geplant am 6. April 2013 in Freilassing auftreten. Das Informationsportal weist darauf hin, dass die Liste auch nach Aussage des Ministeriums keineswegs vollständig ist und nennt gleich mehrere Veranstaltungen in Bayern, die nicht erwähnt wurden.

Nazis auf dem Weihnachtsmarkt

Im Berchtesgadener Land machten die Rechten zuletzt im Dezember im größeren Stil auf sich aufmerksam. Auf dem Christkindlmarkt in Freilassing verteilten sie Süßigkeiten und Nüsse, die in eine Botschaft des rechtsextremen "Freien Netzes Süd" eingewickelt waren. Die Polizei stufte den Text auf der Verpackung als "braunes Gedankengut" ein.

Der Amokschütze von Bad Reichenhall.

In der Region wurde Anfang Februar auch die tödliche Gewalt von Rechts wieder zum Thema. Es kam der Verdacht auf, dass der Amoklauf von Bad Reichenhall im Jahr 1999 einen rechtsextremen Hintergrund hatte. Fünf Personen wurden damals getötet, sechs Verletzt. Der Amokläufer hatte um sich geschossen und sich am Ende selbst getötet.

Eine Gemeinde Kämpft gegen Rechts

Dass sich das Engagement gegen rechtsextreme Gruppierungen lohnt, hat vor rund einem Jahr die Gemeinde Halsbach bewiesen, die genau wie Teising im Landkreis Altötting liegt. Bürger hatten bereits lange vorher begonnen, sich gegen Neonazis zu wehren, die das alte Wirtshaus "Gruberwirt" im Ort als Treffpunkt nutzten. Mit der Versteigerung des Hauses an einen Bieter aus Halsbach ist seit Anfang 2013 endgültig sichergestellt, dass Rechtsextreme dort nicht mehr Fuß fassen können.

Demonstration gegen Neonazis in Halsbach

Halsbach: Eindrücke der Anti-Nazi-Demo

Quelle: innsalzach24.de

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