Initiative Kids for Kitz

Jetzt mithelfen - so retten wir die Rehkitz vor dem Massaker

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Landkreis - Zwischen Mai und Juni werden die Rehkitze gesetzt, also geboren. Die Geiß legt ihre Kinder in hohes Gras, damit es gut versteckt ist. Gegen Tiere und Menschen sind sie dadurch recht gut geschützt, aber wehe der Mähdrescher kommt:

Hohes Gras ist eigentlich der beste Schutz für die Neugeborenen Kitze. Damit sie mit ihrer Größe und ihrem Geruch, den die Kleinen in dem Alter noch nicht haben, nicht auf den Nachwuchs aufmerksam machen, lässt die Geiß es dort alleine und kommt regelmäßig zum Putzen und Säugen

Außerdem führt sie es immer wieder an verschiedene Stellen. Wittert das Kitz Gefahr duckt es sich am Boden um nicht gesehen zu werden. Bei Tieren und Menschen funktioniert das in der Regel. Beim Mähdrescher nicht und sie erleiden einen grausamen Tod

Rund 100.000 Rehkitze werden so jedes Jahr in Deutschland grausam ermordet. Immer mehr Landwirte und Jäger tun sich mittlerweile zusammen, um die Felder vor der Mahd abzugehen und sogenannte Scheuchen aufzustellen, mit denen die Geißen gewarnt werden, dass dieser Platz nicht mehr sicher. Die Geiß wittert die Gefahr und holt ihr Kind aus der Gefahrenzone. 

Kids for Kitz im Interview

Frau Stenger, was ist die Initiative Kids for Kitz und wie ist sie entstanden? 

Doris Völker-Wamser, eine Tierschützerin, die jedes Jahr beobachten musste, wie vor ihrer Haustüre zahlreiche Kitze ausgemäht wurden, kam auf die Idee, weil sie den Kitzen helfen wollte. Sie informierte sich über die Möglichkeiten der Kitzrettung und es war ihr wichtig, vor allem auch die Kinder auf das Thema aufmerksam zu machen. So entstand die Idee, dass die Kinder in der Schule gemeinsam das Thema besprechen, im Kunstunterricht bunte Scheuchen basteln, die dann mit den Lehrern den Jägern übergeben werden, damit er sie kurz vor der Mahd ausbringen kann.

Wie funktioniert das?

Wir kommunizieren mit den Jägern und die widerum sprechen sich mit den Landwirten ab, denn die Mähzeiten sind ja auch wetterabhängig. Außerdem müssen die Scheuchen kurz vor dem Mähen aufgestellt werden, damit die Geiß sich nicht daran gewöhnt und das Kitz doch wieder dort ablegt. Die Jäger stellen zusammen mit Freiwilligen aus dem Ort und/oder dem Landwirt die Scheuchen auf. Beginnt der Bauer zu Mähen sammelt er sie wieder ein und geht im Idealfall das Feld auch nochmal ab.Die Scheuchen werden gesammelt wieder an diejenigen zurückgegeben, die sie gebastelt haben, damit sie repariert und aufbewahrt werden.

An wen können sich Interessenten wenden, die auch helfen wollen?

Dieser Aufruf erfolgt über die Amtsblätter der Gemeinden. Die freiwilligen Helfer melden sich auf der Gemeinde und der Jäger holt die Liste ab, erstellt am besten eine WhatsApp Gruppe, die kurzfristig angeschrieben werden kann. Erfahrungsgemäß kann 1/3 der Helfer, deshalb sollte die Gruppe nicht zu klein sein, um den Bedarf kurzfristig abdecken zu können. Es sollten nicht zu viele Leute laufen, denn das ist natürlich für die Wiese nicht gut. Auf jeden Fall muss immer ein Jäger oder Landwirt mit dabei sein, um die Wiesen fachgerecht abzulaufen, aber vor allem um die Kitze ordnungsgemäß herauszutragen. Dies darf nie mit bloßen Händen, sondern muss mit Grasbüschel oder Handschuhen passieren, sonst hinterlässt man Witterung und die Geiß nimmt das Kitz nicht mehr an.

Immer mehr machen mit

Immer mehr Vereine, Schulen, Kindergärten und Organisationen schließen sich diesem Beispiel ein. Auch die Allianz für Wildtiere wird sich für die Rettung der jungen Kitze einsetzen: Der Sprecher der Allianz für Wildtiere sagte uns dies: 

"Wir planen für nächstes und die folgenden Jahre eine Schutzaktion in Südostbayern mit den Schwerpunkten Altötting, Berchtesgadener Land, Chiemgau und Rosenheim. Von zentraler Bedeutung ist die aktive Unterstützung der Landwirte, der Jäger und vieler freiwilliger kleiner Helfer

Nur wenn wir alle zusammen helfen, können wir das stemmen und so viele Kitze vor einem grausamen Tod bewahren. Wir werden im Spätherbst 2016 mit den Jägern, Natur- und Tierschützern reden sowie die Kreis- und Ortsverbände des Bayerischen Bauernverbandes versuchen zu integrieren. 

Wir beabsichtigen, modernste Drohnen einzusetzen, um möglichst viele Flächen in kurzer Zeit vollständig absuchen zu können, was aber auch heißt, die Technik hilft, die Rettung muss durch Menschenhand erfolgen.

Lesen Sie nächste Woche auf BGLand24.de einen weiteren Artikel zu diesem Thema

Quelle: BGland24.de

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