Lärmmessungen nicht seriös? *mit Voting*

Was bringt das Tempolimit auf der A94? Das sagen die Anwohner

Bis zum 31. Juli ist das Tempolimit vorerst gültig. In diesem Zeitraum werden Messungen durchgeführt, ehe über weitere Maßnahmen entschieden werden.
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Bis zum 31. Juli ist das Tempolimit vorerst gültig. In diesem Zeitraum werden Messungen durchgeführt, ehe über weitere Maßnahmen entschieden werden.

Landkreis Mühldorf – Die „Initiative für mehr Lärmschutz an der A94“ hält die Geschwindigkeitsbegrenzung nur für eine kleine Sofort-Hilfemaßnahme. In Bezug auf die Messungen der Gegner des Tempolimits gibt es einige Kritikpunkte.

Seit 1. Februar ist das temporäre Tempolimit auf der A94 nun in Kraft. Für die Anwohner sei dies eine kleine Sofort-Hilfemaßnahme, aber nicht die finale Lösung des Problems. „Wir haben festgestellt, dass die Lärmspitzen von 70 DB und mehr, die selbst an den Wochenenden durch Hochgeschwindigkeitsfahrten ausgelöst werden, abgedämpft wurden“, berichtet die „Initiative für mehr Lärmschutz an der A94“ gegenüber innsalzach24.de eine erste kleine Verbesserung.

Der Grundlärmpegel sei dennoch (tags- aber auch nachtsüber) sehr hoch, was sich nur durch aktive Lärmschutzmaßnahmen (Lärmschutzwände, Fahrbahnbeläge, etc.) verbessern lassen würde. „Von einem erträglichen Niveau kann von Werten im Bereich der 65 DB selbst in der Nacht nicht die Rede sein“, so ein Anwohner und Mitglied der Initiative. In manchen Bereichen wie beispielsweise dem Kagenbachtal gebe es keinerlei Lärmschutzmaßnahmen.

Die Kritik am Tempolimit können die Anwohner nur schwer nachvollziehen und hätte kaum Auswirkungen auf die Zeitersparnis. „Der mathematische Unterschied zwischen 120km/h und 200km/h liegt auf einer Strecke von 33 Kilometern bei theoretischen 6,36 Minuten“, so die Rechnung der Initiative.

Schilderwald auf der A94 für das Tempolimit

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Kritik an Messungen

Auf Bezug der Messungen der Facebook-Gruppe "Nein gegen ein Tempolimit auf der A94", die keine Überschreitungen der Grenzwerte festgestellt haben, gibt es eine klare Meinung: „Was die Lärmmessungen durch Privatpersonen betrifft, wurde bisher gegenüber den Anwohnern und Initiativen stets argumentiert, dass Messungen die mit vergleichbaren Geräten der Klasse 2 durchgeführt wurden, zur Darstellung einer realistischen Lärmsituation nicht seriös und aussagekräftig sind“. Daher sei diese Messung nicht objektiv, „zumindest wenn man gleiche Maßstäbe anlegt“.

Auch das Verkehrsministerium bestätigte gegenüber innsalzach24.de, dass der Lärmpegel von Witterung und anderen Bedingungen abhängig ist. Daher können belastbare Werte nur über eine längere Messperiode von mehreren Wochen professionell erhoben werden.

Ein weiterer Kritikpunkt sei zudem der untersuchte Abschnitt Dorfen-Lindum. „Es gibt im gesamten Teilstück Heldenstein-Pastetten viele neuralgische Punkte, die betrachtet werden könnten, als sich etwa auf einen 3,5 km langen Abschnitt zu fokussieren“, so die Initiative.

Tempolimit bis 31. Juli gültig

Bereits vor Einführung des Tempolimits am 1. Februar wurde kontrovers diskutiert und sogar eine Petition gegen diese Maßnahme gestartet. Für die temporäre Geschwindigkeitsbegrenzung wurden knapp 90 Schilder auf der Autobahn aufgestellt.

„Als betroffene Anwohner wollen wir einfach einen Lärmschutz (Lärmschutzwände, Fahrbahnbeläge, etc.), der an gänzlich fehlenden Stellen nachgebessert wird und der insgesamt dem aktuellen Stand der Technik entspricht“, so die abschließende Forderung der Initiative. Darüber werden auch die Messungen in den kommenden Monaten entscheiden. Bis zum 31. Juli ist das aktuelle Tempolimit gültig. Optional könnten drei Monate zusätzlicher Beurteilungszeitraum hinzukommen.

jz

Quelle: innsalzach24.de

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