Enkel überraschen mit selbst verfasstem Gedicht
Anna Steiglechner aus Oberneukirchen feiert ihren 85. Geburtstag
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„I konns net glaubn, dass i scho 85 Jahr oit bin“, meint schmunzelnd Anna Steiglechner an ihrem Geburtstag. Gesund und rüstig feierte die „Baumgartner Anne“ ihren hohen Geburtstag mit ihrer Familie, Nachbarn und Freunden.
Oberneukirchen – „Scho frühmorgens is oganga und erst um Mitternacht is wieder ruhig worn“. Die jung gebliebene Jubilarin Anna Steiglechner aus Oberneukirchen ist überzeugt, dass ein Glasl Sekt täglich ihr beim Altwerden hilft. Als sie am 24. Januar 1937 als Anna Bergmann auf dem Strohmaierhof in Unterkastl zur Welt kam, war die Welt noch in Ordnung. Mit zwei Schwestern und einem Bruder erlebte sie ihre Kindheit, doch schon während der Schulzeit wütete der 2. Weltkrieg. Sie erinnerte sich noch an die Bombenangriffe und an die Bombenkeller am Dorfrand, in denen sie bei den Angriffen untergebracht waren. Angst und Schrecken herrschte unter den Kindern.
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Nach der Schulzeit arbeitete sie zuhause auf dem elterlichen Hof. Im Jahr 1962 holte sie Georg Steiglechner auf den Baumgartenhof nach Oberneukirchen und eine glückliche Zeit begann. Die Geburt der Töchter Annemarie, Elfriede und Sohn Georg vervollständigten das Familienglück. Fünf Enkel und ein Urenkel machen sie zur glücklichen Oma. Diese überraschten ihre Oma am Geburtstag mit einem selbst verfassten Gedicht. Gemeinsam wurde der Hof bewirtschaftet und immer wieder modernisiert. Sehr viel Arbeit lag immer auf den Schultern der damaligen Bäuerin, da ihr Ehemann 18 Jahre als Bürgermeister von Oberneukirchen, neben der Arbeit auf dem Hof, auch noch viele andere Termine zu bewältigen hatte.
Jubilarin genießt ihre Rente
Nach der Abgabe des Hofs an Sohn Georg fiel der Jubilarin einige Last ab. Bei der Obstverwertung unterstützt sie noch gern. Ihr eigener „Eine-Frau-Haushalt“ gehört zum Alltag und das Hochbeet wird sorgfältig bepflanzt. Im Ruhestand genießt die „Baumgarter Anne“ die täglichen Spaziergänge, die Treffen und Ausflüge des Senioren-Clubs sowie Ausflüge mit ihren Schwestern zum Chiemsee. Als gläubige Frau waren bis vor Corona monatliche Rosenkranz-Gebetsstunden für sie sehr wichtig.Ein schwerer Schicksalsschlag war der unerwartete Tod ihres Gatten im Jahr 2011, doch der tiefe Glaube stärkte sie in ihrem Leid. Sie wünscht sich für die Zukunft eine Zeit, in der Begegnungen „ohne Masken“ wieder zum Alltag gehören.