Mögliche Anklage wegen Mordes

Brandanschlag in Waldkraiburg: Frau (80) stirbt Monate später - Gutachter prüft Spätfolgen

Eine 80-jährige Bewohnerin, die die Feuerwehr nach dem Brandanschlag mit der Drehleiter rettete, ist jetzt verstorben. Ob das eine Spätfolge der damaligen Ereignisse ist, prüft nun ein Gutachter.
+
Eine 80-jährige Bewohnerin, die die Feuerwehr nach dem Brandanschlag mit der Drehleiter rettete, ist jetzt verstorben. Ob das eine Spätfolge der damaligen Ereignisse ist, prüft nun ein Gutachter.

Zehn Monate nach dem Brandanschlag am Sartrouville-Platz ist eine 80-jährige Bewohnerin des betroffenen Mietshauses gestorben. Weil die Todesursache unklar ist, soll ein rechtsmedizinisches Gutachten klären, ob der Tod von Renate S. eine Spätfolge der damaligen Ereignisse war.

Waldkraiburg – Sollte sich tatsächlich ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Anschlag und dem Tod der Frau ergeben, hätte das erhebliche Folgen für den Prozess gegen Muharrem D. (Plus-Artikel auf ovb-online.de) vor dem Oberlandesgericht München.

Vor zwei Wochen verstorben

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist Renate S. bereits vor zwei Wochen verstorben. Das bestätigt eine Nachbarin, die die 80-Jährige gut kannte. S. war in der Brandnacht von der Feuerwehr mit der Drehleiter aus ihrer Wohnung im ersten Stock gerettet worden. Ob die Frau zu den vier Verletzten gehörte, (Plus-Artikel auf ovb-online.de) die mit Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus kamen, kann Sven Riedel, damals Einsatzleiter der Feuerwehr, nicht zweifelsfrei bestätigen. Die Wohnung der Frau sei in geringem Maße verraucht gewesen, „so wie bei angebranntem Essen“, erinnert sich der Feuerwehrmann. Das habe er auch vor Gericht ausgesagt.

Nachbarin: 80-Jährige war seit Längerem herzkrank

Renate S. sei seit Längerem herzkrank gewesen und habe sich fürchterlich aufgeregt, als sie die Vorladung bekam, vor Gericht im „Bombenleger“-Prozess auszusagen, erzählt die Nachbarin. „Das geht uns allen an die Substanz, vor allem jemandem, der vorbelastet ist.“

Verteidiger hält Zusammenhang für sehr unwahrscheinlich

Muharrem D. steht wegen 31-fachen versuchten Mordes vor Gericht (Plus-Artikel auf ovb-online.de). Kann nach dem Tod von Renate S. daraus eine Anklage wegen Mordes werden? Verteidiger Christian Gerber hält das für sehr unwahrscheinlich. „Der Brand ist schon sehr lange her“, so der Rechtsanwalt, der vor allem auf die Aussagen der Feuerwehrleute verweist, wonach die Wohnung nicht „sonderlich verraucht“ gewesen sei.

Kommentare