Bislang 20 Euro Strafe

Für Raucher wird‘s teurer: Gemeinde Kraiburg plant höhere Bußgelder für weggeworfene Kippen

Oft werden Zigarettenstummel achtlos weggeworfen. Doch die Kippen sehen nicht nur unschön aus, sondern richten auch Schaden an.
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Oft werden Zigarettenstummel achtlos weggeworfen. Doch die Kippen sehen nicht nur unschön aus, sondern richten auch Schaden an.

Viel zu oft schnipsen Raucher ihre Zigarettenstummel ganz selbstverständlich auf den Boden. Müll, der nicht zu verharmlosen ist. Deshalb setzt die Gemeinde Kraiburg nun auf Aufklärung und ein höheres Bußgeld.

Kraiburg – Schön anzusehen sind die weggeworfenen und oft ausgetretenen Zigarettenstummel ohnehin nicht. Darüberhinaus richten die Kippen aber auch Schaden an. Denn in dem kurzen Filterstück bleiben bis zu 4.000 Chemikalien zurück, Giftstoffe wie Nikotin, Arsen oder Schwermetalle gelangen auf diese Weise ins Ökosystem.

3.500 Stummel bei Ramadama gefunden

Versehentlich verschluckte Zigarettenstummel gehören zu den häufigsten Vergiftungen im Kleinkinderalter, wie Bürgermeisterin Petra Jackl (CSU) in der jüngsten Sitzung des Kraiburger Gemeinderats erklärte. Zehn bis 15 Jahre dauere es, bis eine Kippe in der Natur vollständig verrottet.

Damit überrascht es nicht, dass bei der Ramadama-Aktion in Kraiburg vor wenigen Wochen 3.500 Zigarettenstummel gesammelt worden sind. Ein Bürger hatte deshalb den Antrag gestellt, künftig ein Bußgeld zu erheben. Ein solches gibt es aber schon längst: 20 Euro werden fällig, wenn jemand achtlos seine Kippe wegwirft, wie Petra Jackl in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats erklärte. „Abfall in der Natur wegzuwerfen ist eine Ordnungswidrigkeit.“ Das Problem liege aber bei der Umsetzung. „Man kann zwar jemand darauf hinweisen, wenn man es sieht. Aber man hat keine Handhabe, wenn jemand seine Kippe nicht entsorgen will.“ Man müsse es entweder bei einer Behörde beweisen oder die Polizei informieren.

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Kraiburg setzt auf Aufklärung

Aufgrund der schwierigen Umsetzung würde Petra Jackl daher lieber auf Aufklärung setzen. „Mit Infos zu Vergiftungen und Verrottungsdauer könne man mehr erreichen.“ Eine Bürgerin habe sie noch auf Taschenaschenbecher aufmerksam gemacht. „Statt Streichhölzer wäre das doch ein gutes Werbegeschenk.“

Aufklärung allein – das war für einige Gemeinderäte zu wenig. „Viel geht über‘s Geld, deshalb sollten wir eine Satzung machen“, schlug Anette Lehmann (UWG) vor. Auch wenn die Umsetzung schwierig sei – Aufklärung allein reiche nicht aus. Ein höheres Bußgeld zu verlangen sei ein deutlich stärkeres Signal. Aber ihr war auch bewusst: „Das geht nicht von heute auf morgen.“

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Asiatische Länder als Vorbild?

Aufklärung, zum Beispiel über die Bürgerinfo, ist auch für Markus Rauscher (CSU) zu wenig. „Es geht nur von oben.“ Asiatische Länder würden vormachen, wie es funktionieren kann. Auf Aufklärung und Abschreckung zugleich wollten die Gemeinderäte setzen. Denn: „Jede Kippe weniger ist gut.“ Dr. Ludwig Kamhuber (CSU) ist sich sicher: „Viele habe kein Unrechtsbewusstsein.“

Sogar eine Kampagne ist für Adrian Hilge (SPD) vorstellbar. Die Strafe für weggeworfene Kippen sollte man so hoch setzen, dass sich damit die Kampagne schnell abbezahlt.

Einstimmiger Beschluss

Die Frage war damit nur noch: Sollen die Bußgelder für weggeworfene Zigarettenstummel in eine bestehende Satzung aufgenommen werden oder soll dafür eine eigene erlassen werden? Anette Lehmann schlug vor, es getrennt zu halten.

Aufgabe der Verwaltung ist es nun, eine Satzung aufzustellen. Dann soll geklärt werden, wie hoch das Bußgeld angesetzt werden soll. Parallel dazu will die Gemeinde auf Aufklärung setzen. Und eine weitere Aufgabe hatte Bürgermeisterin Petra Jackl für die Gemeinde: Alle Aschenbecher und Mülleimer überprüfen, ob sie an ihrem Standort sinnvoll sind oder ob zusätzliche gebraucht werden. Mehr Aufklärung, höheres Bußgeld – dafür stimmte der Gemeinderat geschlossen.

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