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Corona-Ansteckung in Schulen

Luftreiniger zu laut und zu teuer: Schulverband Haag setzt im Kampf gegen Corona auf Lüften

Fenster gibt es genügend an der Haager Schule. Sie sollen regelmäßig geöffnet werden, dann kann man sich teure Luftreiniger sparen, so glaubt der Schulverband Haag.
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Fenster gibt es genügend an der Haager Schule. Sie sollen regelmäßig geöffnet werden, dann kann man sich teure Luftreiniger sparen, so glaubt der Schulverband Haag.

Mehr als eine Million Euro hätte der Einbau stationärer Luftreiniger an Grund- und Mittelschule in Haag gekostet. Viel Geld, das der Schulverband Haag sparen möchte. Sein Mittel im Kampf gegen Ansteckung heißt weiterhin: viel Lüften.

Haag – Noch vor wenigen Monaten wurden Raumluftreiniger von der Regierung angeraten und von Experten empfohlen. In Haag wurden sie aktuell abgelehnt: Der Haager Schulverband sprach sich nach ausgiebiger Diskussion einstimmig gegen den Einbau einer raumlufttechnischen Anlage (RLT) in der Grund- und Mittelschule aus.

Die Verwaltung habe sich „vorgetastet“, so Schulverbandsvorsitzende Bürgermeisterin Sissi Schätz im Bürgersaal. Die getesteten Mobilgeräte seien furchtbar laut ausgefallen.

Über eine Million Euro für stationäre Lüftungsanlagen

Für eine stationäre Lüftungsanlage habe der Staat die Förderung von 496.197 Euro für die Grundschule und 435.174 Euro für die Mittelschule in Aussicht gestellt. Zu finanzieren bliebe ein Eigenanteil von jeweils 124.049 und 108.793 Euro. Bernd Achterling vom Ingenieurbüro habe den Einbau empfohlen, da die Anlage eine kontinuierlich gute Luftqualität verspreche.

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„Was halten denn die Lehrer davon?“, fragte Bürgermeister Christoph Greißl von Kirchdorf nach. Aus der Schule wurden die Befürchtungen vor einer erneuten Baustelle nach der aufwendigen Sanierungsphase von zwei Jahren zitiert. Die Lehrer vermuten Belästigungen durch den Einbau und begrüßten die praktischere und billigere Lösung, regelmäßig zu lüften. Jeder Raum verfüge über Fenster. Die Million Euro könnten für andere Anschaffungen dringend verwendet werden.

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Zur Umsetzung sprach Bürgermeisterin Schätz das Auslagern von Klassen an. Vorarbeiten seien wichtig, betonte Andreas Grundner vom Bauamt: „Der Aufwand dürfte relativ überschaubar sein. Vieles ist werktechnisch vorzufertigen.“

Egon Barlag begrüßte den hohen Zuschuss einerseits, gab andererseits aber zu bedenken, dass durch die kontinuierliche Belüftung „andauernde kleine Geräusche“ die Konzentration der Schüler störten. Die Notwendigkeit eines Einbaus solle genau geprüft werden. Zu beachten gelte es auch, dass sich die Haager Grund- und Mittelschule nicht in einer Großstadt, sondern am Waldrand mit sauberer Luft befinde. Ab und zu die Fenster zu öffnen sei Lehrern wie Schülern zumutbar, schloss der Pädagoge im Ruhestand.

„Das ist unser aller Geld“, betonte Bürgermeister Sebastian Linner aus Rechtmehring. Der Einbau komme deutlich über eine Million Euro.

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RLT-Anlagen seien vor kurzem noch „großes Thema der Regierungen“ gewesen, ergänzte Bürgermeisterkollege Thomas Stark von Maitenbeth. Jetzt höre man nichts mehr: „Ist das eine Kehrtwende?“ Es gäbe aber auch Schulen, für die der zuständige Elternbeirat einen Einbau gefordert habe. Das Umweltamt verkünde inzwischen, so Stark, dass Lüften ausreichend sei.

Keine rechtliche Vorschrift zum Einbau vorhanden

Vor einigen Monaten habe die Regierung noch gedroht, dass nur Schulen weiter offen blieben, die damit ausgestattet sind, berichtete Bürgermeisterin Sissi Schätz.

Die Lüftungstechnik könne kein Druckmittel sein, um Schulen zu schließen, betonte Egon Barlag. Lüftungsmöglichkeiten bestünden. „Es gibt keine rechtliche Vorschrift“, wusste Bürgermeister Sebastian Linner.

Rosmarie Heimann vermutete, den Eltern sei wohl nicht bewusst, wie teuer die Anlage sei.

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So beschlossen die Mitglieder des Schulverbands Haag einstimmig, die einst von Staat und Experten empfohlene RLT-Anlage nicht einbauen zu lassen, sondern mit traditionell bewährtem Lüften für gute Luft in den Klassenzimmern zu sorgen. Daraufhin durfte Kämmerer Christian Prieller seinen bereits ausgearbeiteten Nachtragshaushalt wieder einpacken.

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