Für Tiere und Natur

Eine ganz besondere Wahl: Bund Naturschutz kürt „Landschaftspflegerin des Jahres“

Weidetiere haben die Landschaft Bayerns seit Jahrtausenden geprägt und eine artenreiche Kulturlandschaft geschaffen. Viele heute seltene Pflanzen- und Tiere sind an diese Weidelandschaften angepasst. Um deren Nutzen bekannter zu machen, hat der Bund Naturschutz einen Wettbewerb ausgeschrieben

Mühldorf – Ohne besondere Weiden, verarmen Natur und Tierwelt in Bayern. „Wollen wir die Vielfalt von Flora und Fauna bewahren, so sind wilde Weiden entscheidende Voraussetzung“, sagt Dr. Andreas Zahn, Vorsitzender Kreisgruppe des Bund Naturschutzes. „Weiden mit Buckeln und Senken, Tümpeln und Gestrüpp, geprägt von Tritt und Fraß der Weidetiere und nicht von der Ordnungsliebe von uns Menschen.“

Im Landkreis seien Weidetiere entscheidende Akteure in der Biotopflege. Die Kreisgruppe setzt laut Zahn seit vielen Jahren auf die tierischen Helfer und will ihr Wirken mit einen Wettbewerb in der Öffentlichkeit bekannter machen. Erstmals können sich Interessierte an der Wahl der „Landschaftspflegerin des Jahres 2020“ beteiligen und für ein Tier stimmen, dass ihrer Meinung in besonderer Weise zum Erhalt wilder Weiden beiträgt.

Die Kandidatinnen

Das sind die vier Bewerberinnen, die auf heimischen Weiden für Artenvielfalt sorgen.

Die Fresserin

Kuh Heidi, die schöne Murnau-Werdenfelserin: Als Chefin ihres Landschaftspflegetrupps hat sie es geschafft, in nur zwei Wochen eine Weide im Auwald von überrindshohem Springkraut zu befreien, sodass die heimische Flora wieder gedeihen kann. Und das trotz Hitze und Stechmücken. Und mit großer Anmut.

Kuh Heidi.

Indisches Springkraut breitet sich in vielen Lebensräumen aus und verdrängt die heimische Pflanzenwelt. Der BUND Naturschutz untersucht, ob es sich durch Beweidung mit Rindern zurückdrängen lässt.

Die Suhlerin

Wasserbüffelkuh Ilvy, die Mächtige: Ihr Job – Anlage von Unkentümpeln beim Suhlen. Sie hat sich in für den Wettbewerb weitere 50-Kilogramm angefressen, keine andere Büffelkuh, hat so einen gewaltigen Umfang. Dadurch werden die Suhlen bei ihr extragroß. Keine andere Büffelkuh matscht mehr als sie, keine legt so schöne Tümpel an. Büffelsuhlen sind Lebensräume für Gelbbauchunken und viele andere Tierarten

Wasserbüffelkuh Ilvy.

Die Klettererin

Geiß Penelope, die geschickte Toggenburgerin: Sie sorgt dafür, dass auch steilste Hänge in der BUND-Naturschutzkiesgrube nicht zuwachsen, sodass seltene Pflanzen und Heuschrecken überleben.

Geiß Penelope.

In der BUND Naturschutzkiesgrube erhalten Ziegen und Rinder offene, besonnte Lebensräume – Ein Naturparadies, in dem viele bedrohte Arten leben, sorgsam gepflegt durch Geiß, Kuh und Kalb.

Die Mutter

Dungfliege Scathophaga – Die Anrüchige. Zusammen mit ihren Freundinnen schuftet sie unauffällig hinter der Bühne und legt Ei um Ei, damit ihr Nachwuchs klar Schiff macht und den Dung der vierbeinigen Landschaftspfleger wieder beseitigt. Insektenmaden im Dung sind auch eine wichtige Nahrungsgrundlage für viele Tiere. Jeder Kuhfladen ist ein MacDonalds für Vögel.

Dungfliege Scathophaga.

So funktioniert die Teilnahme

Die Teilnahme an der Wahl zur Landschaftsfpflegerin ist bis Ende Febraur 2021 möglich. Unter den Einsendern verlost der BUND Naturschutz fünf mal den Wanderführer „Gerettete Landschaften“ und fünf Genuss-Gutscheine (Spezialitäten vom Grill, Kaffee und Kuchen) für das Wasserbüffelfest im Sommer.

Und so geht es: Brief oder Email an die BUND Naturschutz-Geschäftsstelle, Prager Straße 6, 84478 Waldkraiburg oder muehldorf@bund-naturschutz.de

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