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Bis zu 35 Prozent mehr Paket-Sendungen im Hermes Depot Mühldorf

Filialleiter: „Der Online-Handel hat durch Corona einen klaren Boost erhalten“

Filialleiter in der Halle des Hermes Depots Mühldorf in Erharting
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Filialleiter Christian Böhmer in der Halle des Hermes Depots Mühldorf in Erharting.

Seit Monaten leidet die Wirtschaft unter dem nicht enden wollenden Lockdown. Wegen geschlossenem Einzelhandel greifen viele auf Online-Anbieter zurück. Wir haben beim Hermes Depot Mühldorf nachgefragt, wie es den Paketdiensten und Versandhändlern in der Pandemie geht. Profitiert die Branche am Ende sogar vom Online-Boom?

Erharting - „Uns geht es insgesamt gut“, fasst Christian Böhmer, Filialleiter des Hermes Depot Mühldorf im Gespräch mit innsalzach24.de die derzeitige Lage zusammen. Für Hermes - wie auch für viele andere Paketdienste - bringe die Corona-Pandemie natürlich mehr Arbeit mit sich. „Der Onlinehandel ist gefragter als vor der Pandemie. Wir verbuchen seit dem ersten Lockdown im Frühjahr vergangenen Jahres 30 bis 35 Prozent mehr Paket-Sendungen. Durch den Mengenanstieg und den Mehraufwand haben wir viel zu tun und sind gut eingespannt.“

Mehrarbeit durch Corona mit Neueinstellungen aufgefangen

Bis zu 25.000 Päckchen rollten vor Corona täglich über die Laufbänder in der Hermes-Halle im Kreis Mühldorf. Inzwischen sind es rund 35.000. An Weihnachten war die Spitze von 48.000 erreicht. Das Hermes-Depot hat deshalb am Standort in Erharting neue Mitarbeiter eingestellt und die Zusteller um 20 Prozent aufgestockt - darunter Leute, die raus aus der Kurzarbeit wollten und bei Hermes einen relativ krisensicheren Job suchten, weiß Böhmer. Inzwischen arbeiten im Depot in Erharting knapp 90 Mitarbeiter, in der Zustellung sind es 300.

Selbstverständlich profitiere der Online-Handel von der Pandemie. Corona habe zu einem „Boom im E-Commerce“ geführt, der wohl auch bestehen bleibt, schätzt Böhmer. Denn das Virus habe die Entwicklung im Online-Versand beschleunigt. Einige ältere Menschen haben Online sicherlich neu für sich entdeckt, bestehende Online-Shopper wenden sich darüber hinaus neuen Produktsegmenten zu, wie Waren des täglichen Bedarfs und immer mehr Händler verkaufen nun auch übers Internet.

Böhmer ist dennoch überzeugt, dass es die Menschen mit dem Ende des Lockdowns wieder in den Einzelhandel ziehen wird: „Die Leute sind hungrig nach Normalität und wollen sicherlich wieder raus - auch wenn es derzeit bequem und praktisch ist trotz Lockdown einkaufen zu können, wenn sonst schon nichts geht. Der Online-Handel hat durch Corona einen klaren Boost erhalten. Es macht uns natürlich Freude an Herausforderungen zu wachsen, aber wir wollen das auf keinen Fall auf Kosten anderer.“

Corona-Bonus, um den Mitarbeitern „Danke“ zu sagen

„Unvorbereitet in diesen Mehraufwand hinein zu rutschen, den die Krise mit sich brachte, hat uns viel Kraft gekostet. Wir achten stark auf das Wohl unserer Mitarbeiter, führen regelmäßige Gespräche durch, achten auf Infektionsketten und hatten am Standort glücklicherweise bisher keine größeren Ausbrüche zu beklagen. Sicher gab es auch hier in Erharting in der Vergangenheit Fälle, die wir aber rasch eingrenzen und die Kontaktketten erfolgreich zurückverfolgen konnten“, unterstreicht der Filialleiter. Auch einen Corona-Bonus für die Mitarbeiter habe es gegeben, „weniger als Motivation oder Ansporn, sondern vielmehr, um einfach ‚Danke‘ zu sagen.“

Wertschätzung der Zusteller seit Pandemie gewachsen

Auch für Hermes brachte die Pandemie Veränderungen in Form neuer Investitionen mit sich: So ist jeder Zustellwagen mit einer Hygiene-Box ausgestattet, die geltenden Regeln um Abstand und Hände waschen sowie Desinfizieren in der Halle sind Pflicht. „Zudem haben wir im Zuge der Corona-Krise die kontaktlose Zustellung eingeführt. Das hilft uns zum einen bei der Bewältigung der Paketmengen und schützt zum anderen sowohl Empfänger als auch Zusteller bestmöglich vor Infektionen. Zeit spart diese Neuerung allerdings nicht ein, denn von jedem Paket muss ein Beweisfoto statt der alterbrachten Unterschrift getätigt werden.“

Verbessert habe sich durch Corona vor allem die Wertschätzung eines Paketzusteller, die in der Vergangenheit ja doch der ein oder anderen Kritik ausgesetzt gewesen seien, wie Böhmer betont: „Gerade die Empfänger an der Haustüre schätzen unseren Service mehr.“ Je nach Tour und Möglichkeit stellt ein Fahrer pro Tag 130 bis 150 Pakete in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern zu. Der Einzugsbereich des Mühldorfer Depots reicht bis zur Grenze nach München, in die die entlegenen Zipfel des Landkreises Rosenheim wie Kiefersfelden, ins Berchtesgadener Land und nach Miesbach sowie bis nach Passau.

mb

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