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Droht ein teurer Winter?

Gaspreise in der Region Mühldorf: So planen die Energieversorger

Die Gaspreise steigen, aber in der Region bleiben sie noch stabil. Das erklären die beiden regionalen Anbieter EVIS und ESB.
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Die Gaspreise steigen, aber in der Region bleiben sie noch stabil. Das erklären die beiden regionalen Anbieter EVIS und ESB.

Die Gaspreise sind mit Steigerungen von bis zu 40 Prozent in den vergangenen zwei Jahren förmlich explodiert. Die Ursachen: Die Großhändler folgen dem Trend der internationalen Rohstoffmärkte, die seit 2016 höhere Preise verlangen. So sieht die Situation bei den Anbietern in der Region aus.

Mühldorf/Waldkraiburg – Die Ursachen für die Preiserhöhung sind laut Fachkreisen auch von den Klimaveränderungen abhängig. So erhöhen besonders warme und trockene Sommer den Erdgas-Bedarf, da während trockener Perioden weniger Kohle verschifft wird. Auch die neue CO2-Steuer trägt einen Teil zur Erhöhung der Preise bei. Wegen des geringen Erdgas-Vorkommens in Deutschland muss der Rohstoff zu über 90 Prozent im Ausland gekauft werden. Droht jetzt ein teurer Winter?

Wohl nicht. Denn: Die Gasversorger im Landkreis Mühldorf – die Energieversorgung Inn-Salzach GmbH (EVIS) und die Südbayern GmbH (ESB) – haben sich jedoch vorzeitig Kontingente gesichert, um ihre Preise so lange wie möglich stabil halten zu können. Das teilen die beiden Unternehmen auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit.

Das Heizen mit Erdgas wurde in den vergangenen Monaten schon massiv verteuert und wird offenbar so schnell nicht billiger werden.

EVIS versorgt die Stadt Mühldorf und die Gemeinde Erharting sowie Töging, Winhöring, Neu- und Altötting, Teising und Tüßling im Landkreis Altötting. Eine vierköpfige Familie, die ein Haus oder eine Wohnung mit rund 100 Quadratmetern Wohnfläche beheizen muss, zahlt in einem Beispieltarif für 25 000 Kilowattstunden etwa 1600 Euro. Diesen Preis will die EVIS Bestandskunden bis Ende 2022 garantieren. Neukunden müssen in den unterschiedlichen Tarifen allerdings deutlich mehr bezahlen.

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Steigende Gaspreise könnten sich aber 2022 auswirken

EVIS-Geschäftsführer Anton Erb.

„Wir haben für unsere Treue- und Spartarife rechtzeitig Gaskontingente eingekauft, das kommt jetzt zum Zuge. Wir sagen aber auch ganz deutlich, dass Kunden, die die EVIS aus Preisgründen verlassen haben, nicht in diese Spartarife zurückkehren können“, macht Anton Erb, einer von zwei Geschäftsführern bei EVIS, deutlich. „Aufgrund der weiter steigenden Gaspreise kann im Jahr 2022 eine Erhöhung möglich sein. Dies möchten wir aber verhindern“, ergänzt EVIS-Geschäftsführer Alfred Lehmann. Das Unternehmen versorgt derzeit 4326 Kunden in der Region.

EVIS-Geschäftsführer Alfred Lehmann.

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Auch bei der Energie Südbayern GmbH (ESB) können Bestandskunden vorerst mit stabilen Preisen rechnen. Bei Neukunden werde man aber sicher verhandeln müssen, erklärte Jürgen Hitz, ESB-Hauptabteilungsleiter Handel und Vertrieb, auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Die ESB versorgt im Landkreis Mühldorf die Städte und Gemeinden Waldkraiburg, Neumarkt-St. Veit, Aschau, Heldenstein, Gars, Haag, Maitenbeth und Heldenstein.

Marktlage und CO2-Preis sind mitentscheidend beim Preis

Claudia Torterotot, Fachbereichsleiterin im Vertrieb für Privatkunden und Marketing, erklärt, dass die ESB auf eine langfristige Erdgas-Beschaffungsstrategie setze. „Somit stellen wir sicher, dass wir unseren Kunden marktgerechte Preise anbieten. Wir bilden unsere Preise unter anderem nach der Marktlage oder der Entwicklung nicht beeinflussbarer Kosten, wie dem CO2-Preis.“

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Tipps zum Energiesparen

Diplom-Physiker Peter Pospischil, Vorstandsvorsitzender der Energieagentur Chiemgau-Inn-Salzach, erklärt, dass die Heizenergie im Haushalt rund 70 Prozent des Energieverbrauchs ausmacht. „Wenn Sie in einem Raum die Temperatur von 24 Grad auf 20 Grad senken, gehen die Heizkosten spürbar zurück. Falsches Lüften kann den Energieverbrauch und damit die Heizkosten stark erhöhen.“ Fenster und Türen seien außerdem oft undicht. Dichtungsbänder und Bürstendichtungen unter den Türen könne man aber leicht selbst anbringen und damit eine Energieeinsparung bewerkstelligen.

Dämmstoffplatten können helfen

„Die Außenwand von Heizkörpernischen ist dünner und wird vom Heizkörper stark erwärmt. Dämmstoffplatten hinter dem Heizkörper reduzieren diese Wärmeverluste.“

Programmierbare Thermostate würden laut Pospischil ebenfalls zur Kostensenkung beitragen. Er empfiehlt: „Verlangen Sie bei der Anmietung einer Wohnung den Energieausweis und Sie können den Energieverbrauch ablesen.“

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