Corona-Impfung

„Gebt den Hausärzten Impfstoff“ - Schwindegger Seniorenbeauftragte sieht große Vorteile in Praxen

Erika Letner wirbt für Impfungen in Hausarztpraxen.
+
Erika Letner wirbt für Impfungen in Hausarztpraxen.

Sieh erfährt oft, wie schwierig Senioren der Gang durchs Corona-Impfzentrum fällt. Deshalb spricht sich Schwindeggs Seniorenbeauftragte Erika Lentner massiv für mehr Impfungen durch Hausärtze aus.

Mühldorf/Schwindegg – Ein flammendes Plädoyer für die stärkere Einbeziehung von Hausärzten hält Erika Lentner aus Schwindegg. Die „Schwester von der Caritas“ und Seniorenbeauftragte der Gemeinde begleitet ältere und pflegebedürftige Menschen zum Impfen gegen das Corona-Virus. Ihre Erfahrungen zeigen ihr deutlich, dass vor allem alte Menschen beim Hausarzt besser aufgehoben sind als im Impfzentrum.

„Ich möchte betonen, dass alle Beschäftigten im Impfzentrum sehr hilfsbereit und freundlich waren“, erzählt sie nach dem jüngsten Besuch.

Aktuelle Artikel und Nachrichten finden Sie in unserem Dossier zur Corona-Pandemie (Plus-Artikel OVB-Online)

Das gesamte Prozedere stelle viele alte Menschen aber vor große Probleme. Die begännen bereits bei der Anmeldung. Für jeden müsse eine eigene Email-Adresse angelegt werden, was viele ohne Hilfe nicht könnten. Dort anzurufen empfehle sich nicht. Die Die Nummer sei schwer herauszufinden und oft belegt. Bei Vorerkrankungen sei vorab ein Besuch beim Hausarzt samt Attest notwendig.

Beim Hausarzt geht es einfach besser

Angekommen im Impfzentrum ist es eine große Halle, die, so berichtet leiden laut Erika Lentner viele ältere Menschen an Orientierungsschwierigkeiten, weil die Halle für sie sehr groß und unübersichtlich sei. „Wenn man schlecht laufen kann, ist es ein Stück zu gehen“, sagt sie.

Impfzentrum ist sehr unübersichtlich

Die Anmeldung erfolge den Sicherheitsbestimmungen entsprechend. Die Dame am Empfang sitze hinter Plexiglas mit Mund-Nasen-Bedeckung. Es erschwere eine Verständigung vor allem für schwerhörige Senioren. „Es ist auch im Weiteren zwar alles sehr gut organisiert, aber für Senioren ohne Begleitung nicht einfach“, so Erika Lentner.

Ganz anders hat sie die Corona-Impfung einer älteren Dame in einer Hausarztpraxis erlebt. Die Atmosphäre sei entspannt gewesen. Die ältere Dame sei als langjährige Patientin namentlich begrüßt worden und habe unaufgeregt in das Informationsgespräch gehen können.

Vorerkrankungen sind dem Arzt bekannt

Ihre Vorerkrankungen seien bekannt gewesen, das Vorlegen eines Attestes entfallen. Von Anfang an war das Vertrauen da: „Ich bin überzeugt, dass es in jeder anderen Hausarztpraxis genauso laufen würde“, sagt Erika Lentner. Daher fordert sie: „Gebt den Hausärzten Impfstoff und lasst sie endlich impfen. Sie machen die Grippeimpfung seit Jahrzehnten und können es.“

Kommentare