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Tierfreunde in Region haben lange drauf gewartet

In Würde Abschied nehmen: Erstes Pferdekrematorium Bayerns in Waldkraiburg eröffnet

Die Betreiber des Tierkrematoriums Waldkraiburg gaben den Gästen bei der feierlichen Eröffnung einen Einblick in die Art und Weise, wie Tierhalter aus der Region nun in Würde von ihren lieben tierischen Begleitern Abschied nehmen können.
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Die Betreiber des Tierkrematoriums Waldkraiburg gaben den Gästen bei der feierlichen Eröffnung einen Einblick in die Art und Weise, wie Tierhalter aus der Region nun in Würde von ihren lieben tierischen Begleitern Abschied nehmen können.

Erst vor vier Jahren änderte sich die Gesetzeslage. Seitdem dürfen auch Pferde eingeäschert werden. Neuerdings auch in Waldkraiburg-St. Erasmus, wo jetzt ein Pferdekrematorium eröffnet. Es ist das erste in Bayern und erst das dritte in ganz Deutschland.

Waldkraiburg – Erst vor vier Jahren änderte sich die Gesetzeslage. Seitdem dürfen auch Pferde eingeäschert werden. Neuerdings auch in Waldkraiburg-St. Erasmus, wo ein Pferdekrematorium offiziell in Betrieb genommen wurde. Es ist das erste in Bayern und erst das dritte in ganz Deutschland.

Beide Brennöfen arbeiten getrennt, sind aber in der weltweit bisher einzigartige Konstruktion so aufeinander abgestimmt, dass sie eine effiziente Verbrennung der Tiere ermöglichen.

In Würde von Tieren Abschied nehmen

„Da eine Beerdigung nicht erlaubt war, musste man seine Equiden bisher in die Tierverwertung bringen, wo ihre geschredderten Überreste beispielsweise Baumaterialien beigemengt wurden“, erklärt Konrad Berndt, einer der Geschäftsführer der Pegasus Tierbestattungen in Waldkraiburg vor gut 30 Gästen, darunter Vertreter der am Bau beteiligten Firmen, der Behörden und der Zweite Bürgermeister Anton Kindermann, die zum Empfang an der Jettenbacher Straße gekommen waren.

Unternehmen reagiert auf wachsende Nachfrage von Pferdebesitzern

Durch einen weltweit einzigartigen Verbrennungsofen, den eine auf Krematoriumsöfen spezialisierte Firma aus Niedersachsen speziell für Waldkraiburg gebaut hat, können bereits seit Juni auf dem Gelände im Ortsteil St. Erasmus Tiere und Pferde bei 900 bis 950 Grad kremiert werden. Das Unternehmen reagiert damit auf das Bedürfnis von Tier- und Pferdebesitzern, die in Würde von ihren lieben Begleitern Abschied nehmen wollen.

„Einfach einschläfern kam für uns nie in Frage“

Deren Zahl wächst stetig. Sie wollen ihren Lieblingen, die sie treu durchs Leben begleitet haben, ein Andenken bewahren. „Einfach einschläfern und bei der Tierkörperbeseitigung entsorgen lassen, kam für uns niemals in Frage“, so Georgine Nitsch, die damit vielen Menschen aus der Seele spricht. Sie hat vor einigen Jahren ihren Hund Bruno einäschern lassen.

Die Aschau vom Lieblingstier aufbewahrt

In Waldkraiburg und der Region war das damals nicht möglich. Deshalb brachte sie Bruno zur Einzeleinäscherung ins Tierkrematorium in München-Riem, an dem die Waldkraiburger Betreiber ebenfalls beteiligt sind. Für Pferde ist die Anlage in München-Riem nicht geeignet. Sie konnten bis 2017 nur im Ausland, etwa in der Schweiz kremiert werden.

Die Asche von Bruno nahm die Familie Nitsch mit nach Hause und stellte sie in einer gelb-orangefarbenen Urne auf, aus einigen Fellhaaren und einem wenig Asche ließ sich die Tierfreundin einen Anhänger machen.

Nach ersten Widerständen Projekt in nur elf Monaten verwirklicht

Viele Tierfreunde aus der Region sind dankbar für die Möglichkeit, nun vor Ort ihre Lieblinge ins Krematorium bringen zu können, um deren sterblichen Überreste aufzubewahren. Dennoch musste vor der Realisierung viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

„Es gab ja anfangs viele Bedenken, auch von den Anwohnern“, sagte Sebastian Adlberger in seiner Rede bei der Eröffnung, „doch nicht zuletzt wegen der Genehmigungsbehörden und des Veterinäramtes konnte das Projekt in weniger als elf Monaten gebaut werden“, so der Geschäftsführer weiter.

Auch ein Trauerraum gehört zur Anlage

Als Services bietet die Niederlassung des Tierbestatters in Waldkraiburg beispielsweise auch die kostenpflichtige Abholung und den fachgerechten Transport der toten Tiere aus einem Umkreis von 150 Kilometer an.

Für Tiere von weiter weg, muss ein individuelles Angebot erstellt werden. Die Kosten für diese neue Dienstleistung in Waldkraiburg starten bei 85 Euro für Tiere unter zwei Kilo und reichen bis zu 2500 Euro, die für den Kremationsvorgang eines Pferdes ab 401 Kilo fällig werden.

Für die Abholung der Tiere, die Zusendung der Asche in einer Urne oder eine DVD vom Beginn der Einäscherung sowie ein Kremationszertifikat fallen weitere Kosten an. Ein fester Termin mit Anwesenheit im Trauerraum der Anlage, von wo aus man einen guten Blick auf die Brennöfen hat.

Weltweit einzigartiges Verfahren

Das Verbrennungsverfahren, das in St. Erasmus zum Anwendung kommt, ist nach Angaben des Unternehmens weltweit einzigartig. Das Neue an der Technik ommt, ist die Nähe zwischen den beiden Öfen für Kleintiere und Pferde. „Der Kleintierofen heizt den Pferdeofen vor, indem die Abluft der Kleintierverbrennung um diesen herumgeleitet wird“, erklärte der Ingenieur Heiko Friedrich, der mit seiner Tochter zu der feierlichen Eröffnung aus Verden angereist war.

Da der Kleintierofen seit Juni praktisch durchgängig brenne, habe der Pferdeofen bei den bisher durchschnittlich zwei bis drei Verbrennungen pro Woche bereits ohne Vorheizen so eine hohe Temperatur erreicht, dass die Holzloren, mitsamt derer die nochmals aufgebahrten Tierkadaver dann über Laufschienen in den Ofen befördert werden, mitunter schon beim Reinschieben Feuer fangen.

Dadurch ist 15 bis 20 Prozent weniger Gas zur Verbrennung nötig, weil die massigen Vierbeiner, je nach Gewicht, trotzdem noch sechs bis acht Stunden in dem Verbrennungsofen verbringen müssen. Erst dann darf ihre nach den gesetzlichen Vorgaben möglichst emissionsfrei erzeugte Asche in eine Urne abgefüllt werden.pbj

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