Corona-Lage im Landkreis Mühldorf

Jetzt brauchen Jüngere Intensivbetten - Inn-Klinikum stellt sich auf mehr Corona-Patienten ein

Die meisten Menschen, die aktuell mit Corona infiziert sind, leben derzeit in Mühldorf. Prozentual am höchsten ist der Wert in Schönberg. Klinger
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Die meisten Menschen, die aktuell mit Corona infiziert sind, leben derzeit in Mühldorf. Prozentual am höchsten ist der Wert in Schönberg.

Wie in ganz Deutschland steigen auch im Landkreis Mühldorf derzeit die Zahlen der Corona-Infektionen. In Mühldorf brauchen nun häufiger jüngere Patienten Hilfe auf der Intensivstation als während der ersten und zweiten Corona-Welle.

Mühldorf – Auch im Inn-Klinikum schlägt sich die bundesweite Entwicklung mit zunehmend jüngeren, schwer erkrankten Patienten nieder. „Der Altersschnitt der derzeit beatmeten Covid-Patienten liegt bei etwa 61 Jahren“, sagt Vorstandsvorsitzender Thomas Ewald.

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Die Mehrzahl der Patienten sei zwischen 62 und 67 Jahren alt. „Es gibt einen jüngeren Patienten mit 32 Jahren und einen älteren Patienten mit 78 Jahren.“

Diese statistische Tendenz hängt laut Ewald vermutlich am Fortgang der Impfungen. „Wir gehen davon aus, dass diese Entwicklung mit den durch die Priorisierung bereits größtenteils geimpften, betagten Menschen zusammenhängt.“

Hellblau wird mehr, dunkelrot weniger: Der Zeitvergleicht der COrona-Neuinfektionen zeigt, dass immer mehr Junge das Virus in sich tragen. Bei den alten Menschen geht dank Impfung die Zahl zurück. Klinger

Schwerere Verläufe erwartet

Offen sei dagegen, ob von der als aggressiver geltenden britischen Virus-Variation verstärkt Jüngere betroffen sind. Denn die Entwicklung der Pandemie zeige sich erst mit 14-tägiger Verzögerung auf den Intensivstationen. „Mit der aktuell stark zunehmenden Anzahl an Neuinfektionen stellen wir uns aber auf eine erneut steigende Anzahl schwerer Verläufe ein“, sagt Ewald.

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„Bedingt durch die voranschreitende Immunisierung der älteren Bevölkerung wird dann auch der Anteil an jüngeren Menschen steigen.“

Diese Einschätzung belegen die Zahlen der Neuinfektionen im Landkreis. Aktuelle Zahlen aus dem Gesundheitsamt zeigen, das die Infektionen in der Gruppe der über 80-Jährigen seit Beginn der Impfungen im Januar stetig abgenommen haben. In den übrigen Altersgruppen lassen sich dagegen bei den Neuinfektionen prozentual kaum Veränderungen oder ein Anstieg bei Jüngeren erkennen. Die einzige Ausnahme stellen die ganz Jungen unter 20 Jahren dar. Machten sie am Anfang der Pandemie nicht einmal sechs Prozent aller Infizierten aus, so waren es zuletzt fast 23 Prozent.

Infektionen verhindern

Auswirkungen auf die nächsten Wochen hat nach Einschätzung des Klinikchefs die britische Variante. Zusammen mit den wieder steigenden Zahlen werde sie zu einer stärkeren Belastung der Kliniken führen. „Wir bereiten uns auf eine steigende Zahl an Covid-Erkrankten vor.“

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Zu den akutellen Maßnahmen will sich Ewald nicht äußern. „Das ist Aufgabe der Politik“, sagt er. „Aber natürlich hilft uns im Inn-Klinikum jede verhinderte Ansteckung. Ich kann nur an die Landkreisbürger appellieren, weiterhin sehr vorsichtig zu bleiben und die eigenen Kontakte auf das Notwendigste zu minimieren.“

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