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Landratsamt Mühldorf entschuldigt sich

Kein gratis Corona-Test trotz Anspruch: Ehepaar scheitert am „Bayerischen Sonderweg“

Tief rot ist die Karte des Landkreises Mühldorf eingefärbt: In allen Gemeinden gab es in der vergangenen Woche neue Coronafälle.
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Tief rot ist die Karte des Landkreises Mühldorf eingefärbt: In allen Gemeinden gab es in der vergangenen Woche neue Coronafälle.

Wer bekommt einen kostenfreien Corona-Test? Wo, wann und wie? Bei vielen Bürgern herrscht Verwirrung. Wir klären auf. Außerdem: Die Infektionszahlen im Landkreis Mühldorf schießen schlagartig nach oben.

Mühldorf – Wer bekommt jetzt einen kostenfreien Corona-Test? Und vor allem: Wo? Die Beantwortung dieser Fragen wirft immer wieder Probleme auf. Ein Ehepaar aus dem westlichen Landkreis Mühldorf wollte sich für seinen Besuch im Pflegeheim testen lassen.

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Den Berechtigungsschein der Heimleitung für einen kostenfreien Test in der Hand, hat es Freitagnachmittag, 15. Oktober, einen Termin bei der DLRG in Waldkraiburg für den folgenden Samstag vereinbart. Bei der Anmeldung wurde als Zweck ein Pflegeheimbesuch angekreuzt.

Gratistest-Ablehnung sorgt für Verdruss

An der Teststation am Eisstadion angekommen, wurde den Eheleuten von der DLRG mitgeteilt, dass auf Anweisung des Landratsamtes die DLRG keine kostenlosen Schnelltests mehr für Heimbesucher durchführen dürfe. Ein Zettel mit dem Satz „Dürfen von uns nicht mehr kostenlos getestet werden!!!“, klebte auf der von der DLRG vorgezeigten Pressemitteilung des Landratsamtes, die zur Aufklärung über die Testansprüche verschickt wurde.

Weil sie den Testnachweis dringend benötigten, hat das Paar den Schnelltest schließlich aus eigener Tasche bezahlt: „Auch anderen Personen mit Berechtigungsschein wurden die Gratis-Tests verweigert. Die meisten haben sich ebenfalls auf eigene Kosten testen lassen.“

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„Das ist doch nicht mehr zu verstehen“, klagt der Leser der OVB-Heimatzeitungen. „Man bemüht sich um eine Bestätigung des Pflegeheims für den Test, gibt das bei der Terminbuchung an und dann funktionierte es trotzdem nicht.“

Gratistests nur in der Pflegeeinrichtung oder im Testzentrum

Wir haben beim Landratsamt Mühldorf nachgefragt, ob die DLRG bei der Ablehnung des Gratistests richtig gehandelt hat. „Die DLRG hat korrekt gehandelt“, betont Wolfgang Haserer, Pressesprecher des Landratsamtes. „Im Rahmen der bundesweit gültigen Testverordnung sind Schnelltests für Besucher von Altenheimen nur dann kostenlos, wenn die Einrichtung das vor Ort anbietet.“ Im Rahmen des „Bayerischen Sonderwegs“ könne sich diese Personengruppe, mit Berechtigungsschein, aber kostenlos an kommunalen Testzentren testen lassen. „Das geht daher ausschließlich am Volksfestplatz in Mühldorf“, so Haserer.

„Hintergrund ist, dass der Freistaat Bayern die Kosten trägt und festgelegt hat, dass die Abrechnung dieser Tests nur über die kommunalen Testzentren möglich ist.“ In der Praxis gestalte sich das Zusammenspiel aus den Vorgaben von Bund und Freistaat sehr komplex.

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Das Landratsamt bedauert: „In dem Zeitraum, bis alle beteiligten Stellen unter anderem über die entsprechenden Abrechnungsformalitäten und Berechtigungen informiert waren, kam es bedauerlicherweise in Einzelfällen zu Unstimmigkeiten und Verzögerungen. Diese bitten wir zu entschuldigen. Inzwischen wurde diesbezüglich an entscheidenden Punkten nachgebessert: Zum einen besteht für Besucher von Alten- und Pflegeheimen sowie Behinderteneinrichtungen an der kommunalen Teststation in Mühldorf nun auch am Samstag die Möglichkeit, sich kostenfrei testen zu lassen. Zum anderen wurden Zuständigkeiten und Berechtigungen noch einmal im Detail auf der Homepage des Landratsamtes dargestellt.“

Bayerns Sonderweg für Heimbesucher

Wieder andere Vorgaben gelten ab sofort für „Schnupfenkinder“. „Mädchen und Buben, die Kindergarten oder Kindertagesstätte trotz leichter Symptome wie Schnupfen oder Husten besuchen möchten, benötigen ab sofort lediglich eine Bestätigung der Eltern, dass vor dem Besuch der Einrichtung zu Hause ein Selbsttest durchgeführt wurde, der negativ ausgefallen ist“, teilt das Landratsamt in seiner jüngsten Pressemitteilung mit.

Ein Vordruck der erforderlichen Bestätigung kann auf der Internetseite des Staatsministeriums für Familie heruntergeladen werden unter www.stmas.bayern.de. Für den Test zu Hause können Antigen-Selbsttests verwendet werden, auf die Familien mit Kiga- und Kita-Kindern Anspruch haben. Sie erhalten in den Einrichtungen Berechtigungsscheine, mit denen sie die kostenfreien Tests in den Apotheken abholen können.

Bayerns Sonderweg für HeimbesucherWer bekommt wo, wann und wie kostenfreie Corona-Tests?

Wer ist zu einem kostenfreien Test berechtigt?

Alle symptomlosen Personen, die einen entsprechenden Berechtigungsschein vorlegen können, erhalten einen kostenfreien Schnelltest. Dazu gehören Besucher von Pflegeheimen; künftige Patienten, Besucher sowie Mitarbeiter medizinischer oder pflegender Einrichtungen; Kinder unter 18 Jahren; Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können; Freitester aus Quarantäne; Schwangere und Stillende; Studierende. Kostenfreie PCR-Tests gibt es für Beschäftigte von Pflegeeinrichtungen; Kontaktpersonen auf Anordnung des Gesundheitsamtes; künftige Patienten medizinischer oder pflegender Einrichtungen; positiv Getestete in Quarantäne; Beschäftigte, Bewohner sowie Besucher bestimmter Einrichtungen mit positiver Fällen.

Wo gibt´s die kostenlosen Tests?

Das kommunale Testzentrum am Volksfestplatz Mühldorf bietet für Berechtigte die Möglichkeit zu kostenfreien Tests.

Wann kann man sich testen lassen?

Derzeit wird am kommunalen Testzentrum von Montag bis Samstag, jeweils von 15 bis 19 Uhr am Volksfestplatz Mühldorf getestet. Eine vorherige Terminvereinbarung ist dringend erforderlich. Am Testzentrum Mühldorf gibt es aktuell keine kostenlosen Testungen am Sonntag.

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Wie vereinbart man den Testtermin?

Für die Schnelltests am kommunalen Testzentrum sind eine Registrierung, eine Terminvereinbarung sowie der Upload der Nachweise dringend erforderlich unter https://covid19.sampletracker.eu

Eine Hotline ist Montag bis Freitag, von 8 bis 15 Uhr, unter Tel. 089/45 45 40 81 80 erreichbar. Sie hilft bei technischen Problemen bei der Anmeldung.

Diese Informationen werden vom Landratsamt auf www.lra-mue.de laufend aktualisiert.cl/Quelle: Landratsamt Mühldorf

528 neue Fälle - eine infizierte Person verstorben

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf ist eine weitere Person, die mit dem Corona-Virus infiziert war, verstorben. Seit der Statusmeldung vom Freitag, 15. Oktober, gibt es 528 neue bestätigte Corona-Fälle. (Stand: 22. Oktober, 00:00 Uhr).

Im Landkreis Mühldorf liegen insgesamt 8 621 bestätigte Fälle vor. 7 738 Personen sind insgesamt wieder genesen. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 719 aktive Fälle. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt 164. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt nach Angaben des RKI (Stand: 22. Oktobe, 03:23 Uhr) bei 453,3.

Neuinfektionen nach Infektionsumfeld

Aktuell verzeichnet das Gesundheitsamt ein diffuses Infektionsgeschehen mit keinen größeren lokalen Ausbrüchen. Inzwischen sind alle Städte, Märkte und Gemeinden betroffen. Es überwiegen viele kleinere Infektionsketten vor allem im familiären und privaten Umfeld. Weiterhin sind quer über den Landkreis verteilt mehrere Schulen und Kindergärten betroffen. In vielen Fällen ist die genaue Ansteckungsquelle unbekannt oder aufgrund einer hohen Anzahl an Kontakten nicht genau zuzuordnen. In 120 Fällen kam es trotz vollständiger Impfung zu einer Infektion.

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Neuinfektionen nach Alter

Von den 528 Neuinfektionen sind 211 oder 40 Prozent der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren zuzuordnen sowie 173 oder 33 Prozent der Altersgruppe 35 bis 59 Jahren. In der Gruppe der 5- bis 14-Jährigen wurden 79 neue Fälle bestätigt sowie 45 Fälle bei den 60- bis 79-Jährigen. 12 Neuinfektionen gab es in der Altersgruppe über 80 Jahren, 8 von 0 bis 4 Jahren.

Impfstatus

62,47 Prozent der Landkreisbürger haben die abschließende Impfung erhalten.

Bis einschließlich 21. Oktober wurden insgesamt 145 363 Impfungen im Landkreis verabreicht. Insgesamt 73 830 Personen sind mindestens einmal geimpft, das entspricht 63,72 Prozent aller Landkreisbürger. 72 381 Personen oder 62,47 Prozent haben die abschließende Impfung erhalten. 2 463 Personen haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Die Zahl der von den Betriebsärzten in Unternehmen durchgeführten Impfungen ist in diesen Zahlen nicht enthalten.

Das Bayerische Gesundheitsministerium veröffentlicht auf seiner Webseite Informationen zur Krankenhausampel. Die aktuellen Werte zur Hospitalisierungsrate werden vom Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit (LGL) zusammenfassend dargestellt.

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