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„To go“ in Neumarkt-Sankt Veit

„Zeigen, dass es uns noch gibt“: Wirte trotzen dem Hotspot-Lockdown im Kreis Mühldorf

Im Lockdown gibt´s wieder Essen „to go“: Marzena Glosek-Lebioda und Gregor Konski würden in ihrem Gasthof zur Post die Gäste lieber persönlich bewirten.
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Im Lockdown gibt´s wieder Essen „to go“: Marzena Glosek-Lebioda und Gregor Konski würden in ihrem Gasthof zur Post die Gäste lieber persönlich bewirten.

Besonders hart treffen die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung jedes Mal die Gastronomie, die Wirtshäuser dürfen keine Gäste mehr empfangen. In Neumarkt-St. Veit werden die Wirte daher kreativ.

Neumarkt-St. Veit – Seit über einer Woche gilt im Landkreis Mühldorf als Corona-Hotspot wieder ein Lockdown. Besonders hart treffen die Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung jedes Mal die Gastronomie, die Wirtshäuser dürfen keine Gäste mehr empfangen. Die Heimatzeitung hat bei einigen Wirten nachgefragt, wie es ihnen derzeit geht.

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Gesundheit schützen ist jetzt wichtiger

Marzena Glosek-Lebioda und ihr Lebensgefährte Gregor Konski betreiben den Gasthof zur Post am Stadtplatz von Neumarkt-Sankt Veit. „Wir bieten unseren Gästen wieder eine kleinere Karte mit Speisen zum Mitnehmen an“, sagt der Gastwirt und Koch. „Ohne diese Möglichkeit müssten wir vielleicht auch irgendwann unser Lokal aufgeben, wie es schon einige andere getan haben.“ Zum Glück haben sie treue Stammkunden, die das Angebot gut annehmen. Aber: „Es ist halt etwas anderes, wenn man das Essen schön angerichtet im Restaurant genießen und dazu gemütlich noch etwas trinken kann.“ Man könne viel und lang über diese Maßnahme der Regierung diskutieren, doch: „Es hilft ja nichts.“

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Auch der Landgasthof Roßkothen bei Niedertaufkirchen hat wieder auf „To go“ umgestellt. Sogar schon eine Woche vor dem offiziellen Lockdown. „Am letzten 3G-Samstag hatten wir ein sehr gutes Geschäft, das wollten die Leute noch nutzen“, erinnert sich Hubert Roßkothen. „Der folgende 2G-Sonntag, war unser schlechtester Sonntag überhaupt.“ Daraufhin wären schön langsam die ersten Reservierungen von Gästen storniert worden. Und auch Roßkothen selbst hat Reservierungen durchtelefoniert: „Einer Gesellschaft zu einem 80. Geburtstag war schon nicht mehr wohl beim Gedanken an die Feier. Sie haben ins Frühjahr verschoben.“

Würden gern öffnen, aber wenig Aussicht

Einige Weihnachtsfeiern wurden von Firmen abgesagt, weil deren Mitarbeiter nicht alle geimpft seien und wegen 2G draußen bleiben müssten. Auch die Angestellten haben unter dem Lockdown zu leiden. Die festangestellte Bedienung ist in Kurzarbeit, die Aushilfskräfte müssen einen kompletten Verdienstausfall verkraften. Hubert Roßkothen ist wenig zuversichtlich, rechnet mit einem bundesweiten Lockdown bis Weihnachten und darüber hinaus. „Es ist angesichts der Zahlen nachvollziehbar, aber schade“, bedauert er. „Am 20. Dezember hätten wir noch eine Winterhochzeit, die hätte ich noch gerne gemacht.“

Vor den üblicherweise umsatzstarken Weihnachtstagen noch kurzfristig aufzusperren, hält er für nicht machbar. „Wir könnten dafür gar nicht kalkulieren und Lebensmittel einkaufen, denn die Gäste sind ja selbst unsicher, was Kontakte angeht“, erklärt er. „Eigentlich müsste ich jetzt schon das Fleisch für die Feiertage bestellen. Aber ich will nicht, dass sie dann im Froster landen, weil sich keiner ins Wirtshaus traut.“

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Mit Essen „to go“ erhält der Gasthof Söll in Niedertaufkirchen zumindest Sonntagmittags das Geschäft am Laufen. „Wir möchten schließlich unsere Gäste bei der Stange halten und zeigen, dass wir noch da sind“, sagt Karin Söll etwas resigniert. Sie rechnet nicht damit, dass der Lockdown vor Weihnachten tatsächlich endet und das Gasthaus heuer noch einmal öffnen kann: „Die Gesundheit zu schützen ist wichtiger. Da müssen wir Wirte und unsere Gäste einfach zurückstecken.“

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Viele Gäste sind vorsichtig geworden

Richtig gut wäre das Gasthaus Eder in Habersham bei Lohkirchen mit Weihnachtsfeiern ausgebucht gewesen. Jetzt fallen sie alle flach. „Mit den steigenden Corona-Zahlen sind die Leute schon vor dem Lockdown immer vorsichtiger geworden“, berichtet Wirtin Helena Eder. „Die Besuche sind schleichend weniger geworden.“ Mit Essen zum Mitnehmen trotzt auch diese Wirtsfamilie der geschlossenen Gaststube und die Gäste sind froh darüber. Kurz vor Weihnachten wieder zu eröffnen, hält auch Helena Eder für logistisch sehr schwierig: „Mit wie vielen Gästen sollten wir planen? Es traut sich ja keiner mehr recht raus.“

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