Inzidenzwert über 200

Nach drei Tagen über 200: Im Landkreis Mühldorf gelten wieder strengere Corona- Regeln

Aussuchen vor dem Laden und dann kaufen: Das Landratsamt hat jetzt Geschäftsleute darauf hingewiesen, dass das in Corona-Zeiten verboten ist. Strafandrohungen gegen Geschäfte gab es aber nicht.
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Aussuchen vor dem Laden und dann kaufen: Das Landratsamt hat jetzt Geschäftsleute darauf hingewiesen, dass das in Corona-Zeiten verboten ist. Strafandrohungen gegen Geschäfte gab es aber nicht.

Die Geschäfte sind wieder zu: Im Landkreis Mühldorf gelten ab Mittwoch, 14. April, strengere Corona-Regeln. Zumindest bei den Schulen ändert sich vorerst nichts.

Mühldorf/Ampfing/Neumarkt-St. Veit – Im Landkreis Mühldorf gelten wieder strengere Corona-Regeln. Nach drei Tagen mit einem Inzidenzwert über 200, hat das Landratsamt gestern neue Maßnahmen verkündet.

Damit sind ab Mittwoch, 14. April, alle Geschäfte geschlossen, lediglich „Click & Collect“ darf angeboten werden. Das heißt: Wer telefonisch oder per Internet etwas bestellt, kann es im Geschäft abholen. Ausgenommen davon sind Lebensmittelläden oder Apotheker, Optiker oder Banken. Eine wichtige Änderung ist, dass Blumenfachgeschäfte, Gartenmärkte, Gärtnereien, Baumschulen, Baumärkte Buchhandlungen und Schuhgeschäfte nicht zu den bedarfsnotwendigen Ladengeschäften zählen.

Noch mehr Einschränkungen

Gärtnereien gelten nur dann als bedarfsnotwendig, wenn sie Obst und Gemüse verkaufen oder Pflanzen, die der Lebensmittelproduktion dienen. Für Mischbetriebe wie den Globus gilt die bisherige Regel, er darf also Schuhe und Stabmixer verkaufen. Auch Frisöre oder Fußpflegerinnen können weiterhin öffnen, Musikschulen oder Erwachsenenbildungseinrichtungen dagegen nicht. Die Ausgangssperre bleibt von 22 bis 5 Uhr gültig.

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Mit diesen neuen, schärferen Regeln könnten sich auch die Unsicherheiten erledigen, die derzeit einmal mehr herrschten. Denn seit Montag, 12. April, war der Besuch von Geschäften nach Voranmeldung und mit negativem Corona-Test erlaubt, auch wenn der Inzidenzwert über 100 lag. Wer keinen Test vorlegen konnte, dem wurde der Zugang verweigert. Diese Regelung – das sogenannte „Click & Meet“ mit negativem Coronatest – gilt im Landkreis aber nur nocham Dienstag, 13. April.

Händler aus verschiedenen Branchen hatten in der zurückliegenden Woche und auch noch am Montag Verkaufsständer vor ihren Geschäften aufgestellt. In einem Brief an Geschäftsleute hat das Landratsamt allerdings schon in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass das verboten ist. „In den letzten Tagen häuften sich Mitteilungen und Rückfragen von Bürgern, als auch Feststellungen der Polizei, dass immer mehr Geschäfte das „Click & Collect“-Konzept offensichtlich weiter als gedacht auslegen“, heißt es in dem Brief, der der Redaktion vorliegt. „Dies führt aus Sicht der Regierung von Oberbayern zu einer unzulässigen Umgehung des Öffnungsverbots.“

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Eine Strafandrohung ist mit dem Brief nicht verbunden. „Seien Sie versichert, dass ich größtes Verständnis dafür habe, wenn Unternehmer – besonders im Einzelhandel – versuchen, die aktuell schwere und angespannte Lage zu verbessern. Trotzdem muss ich Sie in diesem Zusammenhang auf die oben beschriebene Thematik hinweisen.“

Auch vor dem Modehaus Hell in Mühldorf und Ampfing konnten die Kunden an den Kleiderständern wählen. Eine kleine Chance für die Kunden und hilfreich für das Geschäft, auch wenn die Kunden nicht in den Laden dürfen, wie Inhaber Michael Hell findet.

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„Es ist schade, dass die Ständer nicht draußen stehen dürfen. Aber so ist nun einmal die Rechtsprechung.“ Dass die Kleiderständer nur in Verbindung mit „Click & Collect“ nicht zulässig sind, war ihm nicht bewusst. „Als wir ein entsprechendes Schreiben vom Landratsamt bekommen haben, haben wir die Ständer weggeräumt.“

Nachverfolgung ist gesichert

Adi Schäftlmaier, Inhaber des Intersport-Ladens in Waldkraiburg und stellvertretender Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Handel und Handwerk sagt, das Verbot von Ständern vor dem Laden „ist bei der aktuellen Entwicklung der Infektionen zu akzeptieren“. Um wirksam gegen das Infektionsgeschehen vorzugehen, müssten Politik und Behörden viel stärker die Lebensmittelmärkte in den Blick nehmen, fordert er. Dort würden Abstände nicht eingehalten, hielten sich Kunden sehr konzentriert vor den Kassen auf oder würden die Märkte ohne Einkaufswagen betreten.

„Am Eingang wird auf die Regeln hingewiesen. Kontrolliert werden diese aber in den Supermärkten nicht. Das ist eine Heilige Kuh, die nicht angefasst wird.“

Trotz der hohen Zahl der Neuinfektionen ist das Gesundheitsamt nach eigenen Angaben in der Lage, die Kontakte weiterhin lückenlos und konsequent nachzuverfolgen. Um mehr Menschen Schutz zu bieten, wird die Impfkapazität in dieser Woche erhöht. Dem Landkreis Mühldorf sei eine Sonderlieferung von zusätzlich 7000 Impfdosen zugesagt worden, heißt es beim Landratsamt.

Das gilt für die Schulen bis Freitag

Für die Schulen ändert sich nach Angaben des Landratsamts vorerst nichts. Für sie wird immer freitags die für die kommende Woche entschieden. Damit gilt im Landkreis: Abschlussklassen aller Schularten gehen zum Unterricht, es gilt eine zweimalige Testpflicht Zu allen anderen kommt der Unterricht via Internet nach Hause.

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