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Fällung nur bis März möglich

Neumarkter Bauhof fällt in Nacht-und-Nebel-Aktion fünf Linden

Wo bis Donnerstag noch eine Linde stand, ist lediglich ein Baumstumpf verblieben.
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Wo bis Donnerstag noch eine Linde stand, ist lediglich ein Baumstumpf verblieben.

Während im Neumarkter Stadtrat am Donnerstag noch im Zuge der Stadtplatzumgestaltung die Zeitschiene für die Baumfällungen erörtert, setzt der Bauhof bereits die Kettensäge an.

Neumarkt-St. Veit – Das ging Ratzfatz: Der Stadtrat von Neumarkt-St. Veit hatte gerade Mal den öffentlichen Sitzungsteil beendet gehabt, da waren fünf Linden am Stadtplatz auch schon gefällt. Das ist umso bemerkenswerter, als Bernhard Niedermeier, Planer vom Ingenieurbüro Coplan, in dieser Sitzung den genauen Zeitplan zur Stadtplatzumgestaltung vorgestellt hatte, dabei auch einen Zeitplan vorgab, wann die Linden gefällt werden sollten, um den Baumaßnahmen nicht im Weg zu stehen.

In den sozialen Netzwerken sorgte die Nacht- und Nebelaktion am Donnerstagabend jedenfalls teilweise für Empörung. „Das geht gar nicht, da werden die Bürger nur wütend“ kommentierte ein Bürger. „Unglaublich“ und „Frechheit“ hieß es an anderer Stelle.

Vergangene Woche noch tränende Augenpaare

Andererseits war es Neumarktern gar nicht aufgefallen, dass da plötzlich Bäume fehlen würden. Die Frage, ob es eine Fotomontage sei, ist ebenfalls zu lesen. Aber auch Deeskalierendes wurde gepostet, „dafür wird es woanders Bäume geben“.

Noch in der vergangenen Woche hatten unbekannte Aktivisten einzelne Bäume mit tränenden Augenpaaren versehen. Darauf aufmerksam gemacht, dass die Linden der Modernisierung zum Opfer fallen würden. Jetzt eine Woche später, wurde die lange angekündigte Fällung Realität.

Am helllichten Tag wären Absperrungen nötig gewesen

Den Grund für den kurzfristig anberaumten Einsatz in dunkler Nacht liefert Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner: „Tagsüber stehen am Stadtplatz viele Autos. Wenn die Fällung am helllichten Tag durchgeführt werden sollte, hätten wir die entsprechenden Bereiche 48 Stunden vorher absperren müssen, was zu Lasten der Parkplätze gegangen wäre.“

Mit schwerem Gerät gingen die Bauhofmitarbeiter zu Werke. Noch während der Stadtratssitzung fielen fünf Linden.

Unter Druck, weil nur noch bis Ende Februar Zeit geblieben wäre

Dass es jetzt so pressiert hat, begründet Baumgartner damit, dass das Zeitfenster für Baumfällungen nur zwischen Oktober und März bestehe.

Damit im Frühjahr mit den Sanierungsmaßnahmen am Stadtplatz begonnen werden kann, blieb also nur noch im Februar Zeit, die Rodung vorzunehmen.

Bauhof hatte gerade ein Zeitfenster offen

„Bis Ende Februar ist es nicht mehr weit hin. Die Entscheidung zur Fällung ist erst am Donnerstag final gefallen, weil die Mitarbeiter des Bauhofes gerade ein offenes Zeitfenster hatten.“

Mit dem Kälteeinbruch sei zu befürchten, dass in den nächsten Tagen wieder vermehrt Winterdienste notwendig wären.

„Es hätte also eng werden können, dass die Linden noch rechtzeitig umgeschnitten werden, zumal wir in der Stadt auch darauf zu achten haben, dass unsere Mitarbeiter nicht länger als zwölf Stunden am Tag arbeiten“, rechtfertigt Baumgartner die eilige Aktion.

Mit der Rodung von fünf der insgesamt zwölf Linden am Neumarkter Stadtplatz, sind die Weichen gestellt für den ersten Sanierungsabschnitt, der im Frühjahr 2021 in Angriff genommen werden soll.

Ab 1. März ist das Fällen verboten

Vom 1. März bis 30. September ist das Fällen von Bäumen in der Regel verboten. Dann schützt das Bundesnaturschutzgesetz nistende Vögel. Wann darüber hinaus Bäume gefällt werden dürfen, regeln bestimmte Vorschriften, unter anderem eine Baumschutzsatzung (§ 29 Bundesnaturschutzgesetz).

Sie und andere Gesetze und Ordnungen können von Bundesland zu Bundesland und von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich sein. In Neumarkt-St. Veit gibt es eine solche nicht.

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