Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Klartext aus dem InnKlinikum

Pflegekraft Lisa mit emotionalen Worten aus Mühldorf: „Erste Welle nie geendet“

Immer mehr Ärzte und Intensivpflegekräfte geraten in der vierten Corona-Welle an ihre Grenzen. Auch Lisa aus dem InnKlinikum Mühldorf ist wie ihre Kollegen erschöpft, will aber nicht aufhören zu kämpfen. In einem eindrucksvollen Video erzählt die junge Intensivpflegekraft von ihrem Arbeitsalltag und findet auch klare Worte an ihre Mitmenschen.

Mühldorf - „Wir sind erschöpft und jeder denkt oder fragt sich, wann der Wahnsinn endlich ein Ende hat“, mit diesen Worten beginnt Intensivpflegekraft Lisa ihren bewegenden Erfahrungsbericht aus dem InnKlinikum Mühldorf. Mit dem Titel „Klartext aus dem InnKlinikum“ hat der Landkreis Mühldorf am Inn das Video von Lisa auf Facebook veröffentlicht.

Erschreckende Zahlen

Derzeit werden 40 Covid-19-Patienten und neun Verdachtsfälle allein im InnKlinikum Mühldorf behandelt. Ende letzter Woche mussten zehn von ihnen auch beatmet werden. Insgesamt wurden in den vergangenen sieben Tagen dort 41 Covid-Patienten stationär aufgenommen. Im Laufe des Wochenendes mussten drei Patienten sterben.

Zwar sank die 7-Tage-Inzidenz in Mühldorf am Montag, mit 804,3 (Stand: 28. November) ist der Wert aber weiterhin extrem hoch und liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Die Hospitalisierungs-Inzidenz liegt bei 31,76. Zum Vergleich: Die Anfang September eingeführte Krankenhaus-Ampel sprang schon bei einem Wert von 9,13 auf Stufe „gelb“.

„Furchtbare Situation“

Und diese Zahlen spiegeln sich auch im Leben von Lisa wider, die tagtäglich um Menschenleben kämpft. „Situationen, die man vor der Pandemie vielleicht als sehr schlimm empfunden hätte, werden jetzt mittlerweile schon normal“, erzählt die Intensivpflegekraft und man merkt, wie sie die Situation belastet und auch emotional mitnimmt. „Wir haben in den letzten zwei Jahren gefühlsmäßig so viele Menschen beatmet wie noch nie auf der Intensivstation und es werden Routinesituationen, aber für jeden Patienten individuell ist dies natürlich eine furchtbare Situation.“

Auch müsse sie immer wieder jüngere Patienten betreuen, erklärt Lisa und muss schlucken. Der Arbeitsalltag sei sehr belastend. Auf der einen Seite natürlich körperlich, auf der anderen Seite sei es extrem schwer, den Patienten in der Ausnahmesituation beizustehen bzw. nahe zu sein.

Klarer Appell

„Ich würde euch darum bitten, nehmt die Erkrankung ernst, nehmt die Situation in den Krankenhäusern ernst und macht alles in eurer Macht stehende, um die pandemische Situation ein bisschen einzudämmen und ich kann mich ganz klar für die Impfung positionieren“, richtet Lisa ihre Schlussworte an die Bevölkerung. Sie könne Menschen verstehen, welche Zweifel oder Angst vor der Impfung haben, „denen möchte ich ganz, ganz klar den Rat geben: Geht zum Arzt, dem ihr vertraut und lasst euch angemessen aufklären und beraten“.

mz

Rubriklistenbild: © Screenshot Facebook

Kommentare