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Plötzlicher Tod von Josef Gaigl löst Trauer in Maitenbeth aus

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Von: Lorenz Richterstetter

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Josef Gaigl
Josef Gaigl © re

Viele Schicksalsschläge begleiteten sein Leben. Der sonntägliche Kirchgang und der Frühschoppen waren Josef Gaigls Leidenschaft.

Maitenbeth – Mit Josef Gaigl, der im Alter von 89 Jahren verstorben ist, hat ein echtes Maitenbether Urgestein auf dem Kirchenfriedhof seine letzte Ruhestätte gefunden. Der Verstorbene, vielen auch als Jakl-Sepp bekannt, war ein überaus beliebter, gern gesehener, kommunikativer und geselliger Mensch, der auch viele Jahre lang ehrenamtlich in der Gemeinde tätig war.

Pfarrer Marek Kalinka zelebrierte den Seelengottesdienst, Charlie Miller begleitete ihn gesanglich und an der Orgel und die Fahnenabordnung der Freiwillige Feuerwehr gab ihm ein letztes Geleit. Am offenen Grab umrahmten die Albachinger Bläser die Trauerfeier musikalisch, der Erste Bürgermeister Thomas Stark bedankte sich im Namen der Gemeinde für seine ehrenamtlichen Tätigkeiten.

Josef Gaigl wurde am 10. Juni 1933 auf dem Jakl-Anwesen in Maitenbeth/Thal geboren und ist dort mit einer Schwester und einem Bruder auch aufgewachsen. Er ist in Maitenbeth acht Jahre lang zur Schule gegangen und musste danach auf dem elterlichen Anwesen mitarbeiten.

Von Oktober 1951 bis 1955 arbeitete er dann bei einem Landwirt in Kramerberg mit. Anschließend kehrte er wieder zurück auf den elterlichen Hof, war nebenbei als Bauhelfer tätig und half bei diversen Bauern bei Erntearbeiten mit. Über mehrere Jahre ist er auch als Maschinist mit dem Dreschwagen von Bauer zu Bauer gezogen.

Im Oktober 1965 heiratete er Franziska Häuselmann aus Rechtmehring/Dunsern und übernahm im selben Jahr das elterliche Anwesen. Aus der Ehe gingen die drei Söhne Josef, Anton und Herbert hervor.

Die nächsten Jahre begleiteten ihn dann schwere Schicksalsschläge. 1966 verlor er seinen Bruder Anton durch einen tragischen Unfall, 1968 viel zu früh seine Mutter und wieder zwei Jahre später auch seinen Vater bei einem Arbeitsunfall.

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Josef Gaigl war über 40 Jahre bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv und übte 30 Jahre das Amt eines Feldgeschworenen aus. Mit großer Leidenschaft hat er über 50 Jahre sowohl im eigenen Wald als auch zur Unterstützung anderer Waldbesitzer Holzarbeiten verrichtet. 1998 hat er seinen Hof an seinen ältesten Sohn Josef übergeben.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand betreute er für mehrere Jahre den Werkstoffhof in Innach. Auch im Ruhestand blieb er vor Schicksalsschlägen nicht verschont. 2010 verstarb seine Schwester Magdalena und 2014 musste er nach einer schweren Krankheit von seiner Frau Fanny Abschied nehmen.

Der sonntägliche Kirchgang war für Josef Gaigl genauso ein absolutes Muss wie auch der anschließende Frühschoppen am Stammtisch. „Ein Sonntag ohne Gottesdienst ist kein richtiger Sonntag für mich“, hörte man ihn oft sagen. Mit seiner Frau unternahm er früher gern Ausflüge mit dem Bus, nach deren Tod machte ihm dies aber allein nicht mehr so viel Spaß.

Ganz besonders stolz war er immer auf seine Enkel Christoph und Kilian. Bis zum Schluss verfolgte er mit großem Interesse das Geschehen in der Tagespresse und war geistig absolut fit.

Von einem Krankenhausaufenthalt, bei dem er einen Herzschrittmacher bekam, hat er sich wieder gut erholt. Seit Januar aber hatte er immer wieder mit Bewusstseinsstörungen zu kämpfen und als Folge davon mit Stürzen, von denen er sich zunächst immer wieder erholen konnte. Zuletzt aber verließen ihn die Kräfte und er ist nach einer Woche Aufenthalt im Krankenhaus Ebersberg plötzlich und unerwartet verstorben.

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