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Achtjähriger stürzt beim Spielen in Innkanal bei Waldkraiburg

Drei Männer retten kleinen Buben vor Ertrinken: „Wenn wir nicht da gewesen wären...“

v.l. Marco S.,  Kilian H. und  Helmut M.
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v.l. Marco S.,  Kilian H. und  Helmut M. retteten am Mittwochnachmittag (26. Mai) einem Jungen das Leben, nachdem dieser in den Innkanal gestürzt war.

Es hätte der letzte Tag im Leben des Achtjährigen Jungen sein können, als er beim Spielen in den Innkanal bei Waldkraiburg im Bereich St. Erasmus fiel. Nur dem schnellen Eingreifen von Marco, Kilian und Helmut verdankt der Bub sein Leben. Im Gespräch mit innsalzach24.de schildert Marco, was in den wenigen Momenten vor der Rettung passierte.

Waldkraiburg - Es war Mittwoch, der 26. Mai, als Marco mit seinem Kollegen gegen 15 Uhr an den Innkanal kam, um dort Mäharbeiten auszuführen. Ein Freund der beiden gesellte sich dazu. „Wir sind da hingekommen und haben die Maschinen abgestellt“, schildert Marco. „Wir haben kurz geratscht und nach einer Minute ging es los. Wir haben Schreie von Kindern gehört.“

Die Erkenntnis, dass etwas Schlimmes passiert war, ließ nicht lange auf sich warten, erklärt Marco: „Irgendwie hab ich gleich geschalten und bin losgelaufen.“ Die drei Männer haben den Jungen im Wasser dann auch gleich gesehen. Marco erinnert sich noch ganz klar daran, dass sein Kollege gleich die Rettung gerufen hat. Der erste Gedanke beim Anblick des ums Überleben kämpfenden Jungen war: „Wir brauchen einen Rettungsring.“ Doch einen solchen fanden Marco, Kilian und Helmut nicht sofort.

Sie mussten schnell reagieren, denn - wie Marco schildert - der Junge war bereits mehrere Male lange unter Wasser gewesen. Die zündende Idee kam Marco dank einer Baustelle, die etwa 20 Meter von der Stelle am Innkanal entfernt war. Dort stand ein Schild an einer Brücke. „Das hab ich dann herausgezogen und ihm das hingehalten“, erklärt Marco. Es ging dann alles sehr schnell: „Wir haben ihn dann gerade noch so erwischt, bevor er ganz reingezogen wurde.“ Gerade noch rechtzeitig, wie Marco anmerkt: „Eine halbe Minute länger hätte das nicht mehr dauern dürfen.“ Seiner Angabe nach ist Innkanal heimtückisch. Er habe dort auch schon einiges mitbekommen.

Junge (8) aus Innkanal gerettet

Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus.
Rettungseinsatz am Innkanal bei St. Erasmus. © fib

Rettung gerade noch rechtzeitig - Junge bedankt sich bei seinen Rettern

Die Erleichterung war groß, als der Achtjährige endlich wieder festen Boden unter den Füßen hatte: „Der Junge hat sich gleich bei uns bedankt. Das konnte er noch.“ Doch das Erlebnis scheint den Buben stark mitgenommen zu haben: „Man hat ihm aber noch die Todesangst im Gesicht angesehen.“

Marco schildert weiter, dass in Folge der Rettungsaktion auf einmal zahlreiche Personen und weitere Kinder an die Stufe herunterkamen. Marco, Kilian und Helmut versuchten noch, sie vom Wasser fernzuhalten. In dem Stress wurde die Tante des Jungen, welche schwanger war, auch noch ohnmächtig, erzählt Marco. Dem Jungen habe man schon angesehen, wie viel Wasser er geschluckt hat: „Der hat direkt einen Bauch gehabt.“ Etwas nachdenklich betont er noch einmal, wie gefährlich die Situation war: „Wenn wir nicht da gewesen wären, hätte er das nicht überlebt.“

Wie auch die Polizei bestätigte, fiel der Junge wohl beim Spielen in den Innkanal. Mit seinen Freunden war er an der Bootseinlassstelle am Wasser gewesen. Seine Schuhe hatte er vorher ausgezogen, die standen noch da, erzählt Marco. Seiner Einschätzung nach rutschte der Junge aus und stürzte in den Innkanal. Dies hält auch die Polizei für wahrscheinlich.

Im Nachgang merkte Marco noch die Folgen der Rettungsaktion. Der Schock wirkte sich erst nach der Rettungsaktion vollständig aus. „Wenn man sieht, wie ein Kind um sein Leben kämpft, das steckt man nicht einfach mal so weg“, erklärt Marco, der auch die folgende Nacht nicht gut schlief: „Man wird dann schon ruhiger, aber wirklich runterfahren kann man nicht.“ Das Positive sieht er aber trotz allem: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendjemandem das Leben rette. Krass, wie man da reagiert. Ich war in dem Moment ganz klar. Zum Glück haben wir ihn lebendig herausgebracht aus dem Kanal.“

Der Bub wurde unterkühlt dem Rettungsdienst übergeben und mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Der Achtjährige befindet sich aktuell noch auf Station, kann aber im Normalfall das Krankenhaus im Laufe des Tages verlassen.

mda

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