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Erstes Jugendforum

Zwischen Weggehen und Bleiben: Jugendliche wollen Waldkraiburg gestalten

Bürgermeister Robert Pötzsch diskutierte mit Mihaela und Miruna ihren Wunsch nach besseren Einkaufsmöglichkeiten.
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Bürgermeister Robert Pötzsch diskutierte mit Mihaela und Miruna ihren Wunsch nach besseren Einkaufsmöglichkeiten.

Das erste Jugendforum zeigte, die Jugendlichen haben Ideen und wollen Waldkraiburg lebens- und liebenswerter machen. Was sie sich wünschen, wer jetzt gefordert ist und welchen ersten Erfolg es bereits gab.

Waldkraiburg – Waldkraiburg hat ein Problem: Die allermeisten Jugendlichen wollen so schnell wie möglich weg. Waldkraiburg hat aber auch ein riesiges Potenzial: genau diese Jugendlichen. Denn sie haben Ideen für ihre Stadt. Sie wollen sich hier wohlfühlen, einbringen und Verantwortung übernehmen. Das zeigte das erste Jugendforum der Stadt.

35 Jugendliche zwischen 13 und 16 Jahren aus den 8. und 9. Klassen fast aller Waldkraiburger Schulen waren gekommen. Moderiert von Karola Kellner überlegten sie im Haus der Kultur einen Vormittag lang, wie Waldkraiburg verbessert werden kann. Die Ergebnisse präsentierten sie dann Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), Jugendreferent Christoph Arz (Grüne), sieben Stadträten und Vertretern der Stadtverwaltung. „Die Jugendlichen wollen gestalten“, betonte Moderatorin Kellner immer wieder und mahnte, die „Signale ernst zu nehmen“.

Diskussion mit Kommunalpolitikern

„Wir und meine Freunde fühlen uns hier nicht wohl. Das sollte nicht sein“, erzählte etwa Maria. „Ich möchte Lösungen finden und bessere Orte für Jugendliche schaffen.“ Einzeln oder zu zweit bewegten sich die Kommunalpolitiker dann im großen Saal von Gruppe zu Gruppe, von Stellwand zu Stellwand, ließen sich die Wünsche, Ideen und Konzepte erläutern, hörten zu, schrieben mit und diskutierten.

Gleich mehrfach wünschten sich die Jugendlichen ein Jugendzentrum, nannten auch mögliche Standorte. „Das wird aber Probleme mit den Nachbarn geben“, meinte Bürgermeister Pötzsch. Nicole entgegnete nur: „Es wird immer Gegenwind geben.“ Und Chrissi ergänzte: „Es gibt ja sonst nichts.“

Neue Ideen für die Erwachsenen

Die Jugendlichen vermissen außerdem Spiel- und Sportplätze, vielfältigere Einkaufs- und Essensangebote. Sie wünschen einen besseren ÖPNV, Jobs, mehr Radwege, einen e-Scooter-Verleih, Möglichkeiten, die Stadtgeschichte zu vermitteln und vieles, vieles mehr.

Da lernten auch die Erwachsenen. „Das ist ja cool. Daran habe ich ja noch gar nicht gedacht“, gab Jugendreferent Arz zu, als er sich über das e-Scootern-Sharing informierte. „Stimmt. Dort wäre Platz“, meinte etwa Stadträtin Charlotte Konrad (CSU) zu den Standortvorschlägen von Tobi und Zeno für ihren Dirtpark für Mountain-Bikes.

„Wir wurden von den meisten ernst genommen“, so Max, der zusammen mit Tamara mehr als Dönerbuden und McDonalds möchte. Nur Einzelne waren „etwas hochnäsig und meinten bloß: Das wird nie klappen.“

Begegnung mit der Realität

Aber auch das sollte das Jugendforum: Zeigen, was und wo eine Gemeinde etwas machen kann; welche Bedenken und Gegenmeinungen es gibt. Kurz: Eine Begegnung mit der Realität liefern. Die vermittelte auch Bürgermeister Pötzsch, als er nach konkreten Terminen für die Umsetzung gefragt wurde: „Nein. Das ist nicht möglich.“ Er versprach aber, nichts liegen zu lassen: „Die Jugend will und muss gehört werden.“

Alle waren von den Jugendlichen beeindruckt. Diese hatten nicht nur Wünsche, sie wollen auch mitarbeiten. Tobi und Zeno wollen sich mit ihrer Gruppe um den Dirtpark kümmern: „Wir würden den Müll wegräumen und die Sprünge pflegen.“ Lisa, Leonie und Robin wollen für das Jugendzentrum „Spenden und Unterschriften sammeln und Freiwillige finden, die es putzen.“ Tamara und Max werden jetzt selber Fastfood-Ketten anschreiben.

Erster Erfolg des Jugendforums

„Ich weiß, dass ich jetzt ganz viel Arbeit habe“, fasste Jugendreferent Arz seinen Eindruck zusammen. Über den nachhaltigen Erfolg des Jugendforums entscheiden aber jetzt die Erwachsenen. Moderatorin Karola Kellner: „Die Jugendlichen müssen sehen, dass sich Engagement lohnt.“ Ansonsten seien sie verloren und an dem anfänglichen Stimmungsbild, Waldkraiburg sei grau, biete nichts und man wolle so schnell es geht weg, würde sich nichts ändern.

Einen ersten Erfolg gibt es schon. Die Stadtverwaltung teilte am Tag nach dem Forum mit, dass für das Jugendzentrum bereits eine Projektgruppe gegründet wurde, die „zeitnah“ einen Standort prüfen und Jugendliche einbinden soll.

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