Kein Ärztemangel in Südostoberbayern

Ärztemangel: Entwarnung in der Region

+
Gute Nachrichten für die Patienten: In der Region gibt es genügend Haus- und Fachärzte.
  • schließen

Landkreis - Deutschlandweit soll es 2600 Hausärzte zu wenig geben, vor allem der ländliche Raum ist betroffen. In der Region aber gibt es tendenziell sogar eine Überversorgung.

Ein Hausarzt pro 1600 Einwohner, das entspräche gemäß den aktuellen bundesweiten Bedarfsplanungen einer hausärztlichen Versorgung von 100 Prozent. Etwas mehr Hausärzte dürfen es aber durchaus sein, erst bei einem Versorgungsgrad von 110 Prozent darf sich im jeweiligen Gebiet kein Hausarzt mehr niederlassen.

Wie die jüngsten Veröffentlichungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) zeigen, ist eine flächendeckende Versorgung mit Hausärzten mancherorts nur ein frommer Wunsch. Rund 2600 Hausarztsitze sind demnach deutschlandweit unbesetzt. Ähnlich soll es bei den Fachärzten aussehen, von ihnen haben sich der KBV zufolge gegenwärtig 2000 Mediziner weniger niedergelassen als aus Sicht der Bedarfsplanung möglich wäre.

Mühldorf hat Platz für eineinhalb Ärzte

Nach Auskunft der KBV ist vor allem der ländliche Raum von Ärztemangel betroffen oder zumindest bedroht. In der Region allerdings sind die Zahlen keineswegs beunruhigend. In den Landkreisen Altötting, Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land sowie in der Stadt Rosenheim hat die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) sogar eine Überversorgung ausgemacht.

Lediglich im Planungsbereich Mühldorf spricht die KVB von einer sogenannten Regelversorgung. Dort könnten sich also noch Hausärzte niederlassen - nämlich ganze eineinhalb Mediziner, rein planerisch, schließlich gibt es auch Teilzeitstellen. Der Planungsbereich Mühldorf umfasst einige Gemeinden des Landkreises Mühldorf, darunter die Kreisstadt Mühldorf und die Stadt Neumarkt-St. Veit, sowie ein paar Kommunen des Landkreises Altötting, darunter die Stadt Töging. Weitere Gemeinden im Landkreis Mühldorf werden den Planungsbereichen Waldkraiburg und Wasserburg zugerechnet. Dort besteht jeweils eine Überversorgung.

Auch mit Fachärzten ist die Region gut versorgt. Lediglich im Landkreis Altötting könnte sich noch ein Kinder- und Jugendarzt niederlassen. In allen anderen Landkreisen besteht hinsichtlich aller verschiedenen Fachärzte eine Überversorgung.

2012 blieben in Bayern 122 Praxen unbesetzt

Grundsätzlich Kopfzerbrechen bereitet der KVB die Nachbesetzung von Arztpraxen. Die Hausärzte sind in Bayern im Schnitt 54,3 Jahre alt, das durchschnittliche Alter der Fachärzte beträgt 52,9 Jahre. Mehr und mehr niedergelassene Ärzte finden in Bayern keinen Nachfolger mehr, wenn sie ihre Praxis aufgeben. 2012 blieben bayernweit 122 Praxen unbesetzt, 32 davon lagen in Oberbayern. 2011 konnten 113 Praxen nicht nachbesetzt werden, 2010 waren es noch 74 und noch 2009 waren es nur 50.

Für die KVB gibt es vielfältige Gründe für den Ärztemangel im ländlichen Raum. Der mögliche Ertrag der Praxis sei oft geringer als in Großstädten und die Sprechzeiten seien länger, was die Arbeitsbelastung erhöhe. Außerdem sei der ländliche Raum schlicht weniger attraktiv als die Großstädte, etwa hinsichtlich kultureller Angebote.

Die Politik, die kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenkassen und die Hochschulen arbeiten seit Jahren daran, den Beruf des niedergelassenen Hausarztes attraktiver zu gestalten und junge Ärzte bei der Praxisgründung zu unterstützen. So gibt es beispielsweise an der LMU in München seit dem Wintersemester 2009/2010 einen Stiftungslehrstuhl für Allgemeinmedizin und ebenfalls seit 2009 bietet die Universität ein Seminar an, das Studenten auf die unternehmerischen Anforderungen vorbereiten soll, die an einen niedergelassenen Arzt gestellt werden.

Quelle: innsalzach24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser