Polizeipräsidium Oberbayern Süd europaweit im Einsatz

Bayerische Schleierfahnder suchen gestohlene Autos in Südspanien

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Polizeioberkommissar Martin Emig von der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein bei der Kontrolle eines Fahrzeuges.

Landkreis - Zwei bayerische Fahnder - ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberpfalz -  sind bei einer umfangreichen Ermittlung in Spanien dabei gewesen. Es ging um gestohlene Fahrzeuge.

Die Schleierfahnder der Bayerischen Polizei genießen europaweit einen sehr guten Ruf. Zwei bayerische Fahnder, ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd und ein Beamter des Polizeipräsidiums Oberpfalz, durften auf Interpol-Anforderung Anfang August eine Woche lang bei internationalen Kontrollen in Spanien unterstützen. Acht entwendete Fahrzeuge konnten in dieser Zeit sichergestellt werden.

Auf Anforderung von Interpol Lyon unterstützten Polizeihauptmeister Manuel Rosenmüller von der Polizeiinspektion (PI) Fahndung Waidhaus und Polizeioberkommissar Martin Emig von der PI Fahndung Traunstein die spanischen Exekutivbehörden bei der Fahndung nach entwendeten Kraftfahrzeugen. Die Kontrollen fanden in den Fährhäfen von Algeciras und der südlichsten europäischen Stadt Tarifa statt.

Die Straße von Gibraltar – gern genutzte Route von Autodieben

Die beiden Städte liegen in der andalusischen Provinz Cádiz und stellen mit ihren Häfen EU-Außengrenzposten dar. Der Hafen von Algeciras in der Bucht von Gibraltar zählt zu den größten und wichtigsten europäischen Fährhäfen. Die abgehenden und ankommenden Fähren verbinden die beiden Städte mit der marokkanischen Großstadt Tanger und mit der auf dem afrikanischen Kontinent liegenden spanischen Exklave Ceuta. Meist im Halbstundentakt kreuzen die Fähren die Straße von Gibraltar. Diese Verbindungen werden hauptsächlich von in Europa lebenden Marokkanern genutzt, die zum Urlaub in die Heimat reisen. Jedoch auch Autodiebe machen sich die Verbindungen zunutze, um in Europa entwendete Fahrzeuge auf diesem Weg in Nord- und Westafrika verschwinden lassen.

Gemeinsam im Einsatz mit: Finnland, Italien, Österreich, Australien, Frankreich

Zur Intensivierung der Fahndungsmaßnahmen und zum Wissensaustauch forderte die spanische Polizei über Interpol Lyon internationale Unterstützung an. Seitens der Bundesrepublik Deutschland reisten die bayerischen Kfz-Fahnder Manuel Rosenmüller und Martin Emig für neun Tage nach Andalusien. Weitere Unterstützung leisteten zwei österreichische Polizeibeamte, ein finnischer Grenzpolizist, ein italienischer Interpol-Beamter mit einem australischen Assistenten sowie fünf Mitarbeiter des schwedischen und des französischen Versicherungsverbandes. Die spanische Polizei stellte acht Beamte der Zentrale aus Madrid für die Fahndungsaktion unter dem Decknamen "Operacion Paso del Estrecho" ab.

Schleierfahnder unterstützen Interpol-Fahndungsaktion in Südspanien

Im Rahmen der einwöchigen Aktion wurden insgesamt knapp 1.800 Kraftfahrzeuge überprüft, wobei das Hauptaugenmerk auf der Kontrolle von aus Europa ausreisenden Kraftfahrzeugen lag. Sieben entwendete Pkw und ein Motocross-Motorrad gelang es sicherzustellen. Manuel Rosenmüller und Martin Emig konnten hierzu, unterstützt durch eigens mitgebrachte Fahndungsmittel und EDV-Technik, bei der Fahndung und Identifizierung von fünf entwendeten Pkw ihren Beitrag leisten.

100.000-Euro- BMW sichergestellt, Leihwagenfirma überrascht

Die Verschiebung eines BMW X4 M einer deutschen Mietwagenfirma konnten Manuel Rosenmüller und ein österreichischer Kollege des LKA Wien im Hafen von Tarifa vereiteln. Der Fahrer marokkanischer Herkunft legte für die Überfahrt in sein Heimatland eine angebliche Ermächtigung des Autovermieters vor. Diese konnten die beiden erfahrenen Fahnder schnell als Totalfälschung erkennen. Die telefonisch in Kenntnis gesetzte Zentrale des Autovermieters in Deutschland reagierte überrascht. Eine solche Ermächtigung war dort nicht bekannt. Nach entsprechender Anzeigenerstattung in Deutschland stellten die spanischen Behörden das Premiumfahrzeug im Wert von zirka 100.000 Euro sicher. Gegen den Marokkaner wurden internationale Ermittlungen eingeleitet.

Blanko-Papiere aus deutscher Zulassungsstelle verwendet

Am 26. April 2017 war ein schwarzer Porsche Cayenne in Deutschland entwendet worden. Jener Premium-SUV sollte nun durch einen marokkanischen Kurier über den Fährhafen Algeciras nach Nordafrika verschoben werden. Vor der Fahrt auf die Fähre erweckte das Fahrzeug aber das Interesse von Manuel Rosenmüller. Totalgefälschte Kennzeichen, eine ausgetauschte Fahrgestellnummer und gefälschte Zulassungsbescheinigungen stellte dieser fest. Sie waren in jüngerer Vergangenheit aus einer deutschen Zulassungsstelle gestohlen und nun mit den Daten des Porsche Cayenne ausgefüllt worden. Der SUV wurde sichergestellt und dürfte voraussichtlich bald nach Deutschland zurück überführt werden. Die Ermittlungen gegen den Fahrer laufen. Weitere durch die bayerischen Fahnder sichergestellte Fahrzeuge waren ein Audi Q7, ein Citroen C5, und zwei hochwertige Mercedes.

Der spanische Innenminister besucht die Kontrollen

Die Wichtigkeit der „Operacion Paso del Estrecho“ unterstrich der spanische Innenminister Juan Ignacio Zoido mit einem persönlichen Besuch der Fahndungskräfte am Fährhafen Algeciras. Auch er ließ sich gerne die Arbeitsweise der internationalen Fahnder erklären und bedankte sich für die Unterstützung. Der Besuch des Innenministers wurde landesweit ausführlich in den Fernsehnachrichten sowie den Print- und Internetmedien dokumentiert. Auch für die bayerischen Fahnder Rosenmüller und Emig war die Dienstreise nach Spanien, durch den engen Austausch mit den internationalen Kontrollkräften, aufschluss- und erfahrungsreich. Erleichtert wurde ihnen der Aufenthalt durch die überaus herzliche und gastfreundliche Aufnahme der spanischen Kolleginnen und Kollegen.

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd

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