Traunsteiner CSU-Politiker fordert: Kein Schutzstatus mehr! 

Massive Schäden: "Der Biber hat sich stark vermehrt"

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Bürgermeister Stephan Bierschneider (v.l.), MdL Klaus Steiner und Landwirt Hubert Kollmann besichtigen Biberschäden an der Alz im Bereich der Gemeinde Altenmarkt.

Landkreis Traunstein - Die Biberpopulation im Landkreis Traunstein soll zukünftig wirksamer reguliert werden können. Das machten heimische Politiker deutlich:

Hintergrund der Initiative ist die deutliche Zunahme der Biberpopulation in ganz Bayern. „Auch im Landkreis Traunstein hat sich der Biber stark vermehrt. Mich erreichen ständig Klagen über deutlich zunehmende Biberschäden“, betont Steiner.

Biberproblem

Durch den hohen Schutzstatus und das Fehlen natürlicher Feinde habe sich die Biberpopulation inzwischen so stark entwickelt, dass es immer häufiger zu zum Teil massiven Schäden komme. „Ich informiere mich ständig vor Ort über die Situation, wie kürzlich an der Alz“. 

Es gehe dabei nicht nur um Schäden für die Forstwirtschaft, sondern auch um das Risiko für Wald- bzw. Grundstückseigentümer, die grundsätzlich die Verkehrssicherungsplicht und damit ein hohes Haftungsrisiko hätten. „Waldbesitzer an der Alz weisen mit Recht auf die Gefahr für Fußgänger oder Boote durch angenagte Bäume hin“.

Zunehmend komme es auch zu Unfällen durch Unterhöhlungen von Rad- und Wanderwegen oder landwirtschaftlichen Flächen. Nach Auffassung des Abgeordneten hat die zunehmende Biber-Population aber auch eine ökologische Komponente, die an der Alz sehr deutlich werde. Zunehmend falle dort wertvoller Auwald dem Biber zum Opfer.

"Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung"

Bisher ist der Biber streng geschützt, aber eine „Artenschutzrechtliche Ausnahmeverordnung“ ermöglicht in bestimmten Fällen die Entnahme. Diese Ausnahmen beziehen sich einerseits auf bestimmte, besonders gefährdete Bereiche, wie Kläranlagen,Stau- und Hochwasserschutzanlagen und andererseits auf durch die von der Naturschutzbehörde festzusetzenden Bereiche.

Für diese Festsetzung sieht die Verordnung eine Reihe von örtlichen Möglichkeiten vor; genannt sind erwerbswirtschaftlich genutzte Fischteichanlagen, Abschnitte von angelegten Be- und Entwässerungsgräben sowie Abschnitte von öffentlichen Straßen.

Die Festsetzung steht bisher als „Kann-Bestimmung“ im Ermessen der Naturschutzbehörde, was zu einer unterschiedlichen Handhabung der Entnahme in den bayerischen Landkreisen führte.

Entnahme des Bibers möglich

Der Antrag sieht vor, die Formulierung „kann“ durch „soll auf Antrag“ zu ersetzen. Durch die „Soll-Vorschrift“ wird die Verwaltung im Regelfall verpflichtet, entsprechende Bereiche festzusetzen, in denen eine Entnahme des Bibers möglich ist.

„Damit schaffen wir auch für die Naturschutzbehörden mehr Klarheit und erhoffen uns einen einheitlichen Vollzug“, stellt Steiner fest. Jetzt gehe es darum, die Umsetzung genau zu beobachten und wenn notwendig nachzubessern. Mit der neuen Reglung werde das bayerische Biber- Management effektiver, ohne aber die Art insgesamt zu gefährden.

Niemand wolle den Biber ausrotten, aber: „wir müssen der Tatsache Rechnung tragen, dass natürliche Feinde fehlen“, betont der Abgeordnete. Deswegen stelle sich wie beim Kormoran, Gänsesäger oder dem Fischotter langfristig die Frage, den absoluten Schutzstatus einzuschränken.

Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Klaus Steiner

Quelle: chiemgau24.de

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