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Sechs Verschüttete bei Innsbruck - 14-Jähriger stirbt

Ein einzelner Skifahrer kann zu viel sein: Erhebliche Lawinengefahr in den Bergen am Wochenende

Lawine Abgang
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In den Alpen herrscht derzeit zu großen Teilen eine erhebliche Lawinengefahr. Wintersportler sollten die Gefahrensituation beachten und Touren vorsichtig auswählen.

Viel Schnee in den Bergen lockt auch zahlreiche Wintersportler an. Doch Achtung: Bereits ein einzelner Skifahrer kann derzeit schon eine Lawine auslösen. In der Region ist es bereits zu einigen Unfällen gekommen.

Ruhpolding/Salzburg/Allgäu - Dicke Flocken und eine geschlossene Schneedecke locken viele Wintersportler in die Berge. Einige Skigebiete haben deswegen bereits geöffnet. Doch auch das freie Gelände wird immer interessanter für Skibergsteiger, Schneeschuhwanderer und Co. Der verlockende Schnee birgt jedoch Gefahren. Die derzeitige Schneesituation hat bereits zu einigen Unfällen in den heimischen Alpen geführt - und leider auch zu Verletzten und Toten.

Lawine in den Chiemgauer Alpen: Frau stürzt 200 Meter am Hochgern ab

Am Freitag (10. Dezember) kam es zu einem Großeinsatz der Rettungskräfte in den Chiemgauer Alpen. Eine Frau aus dem Landkreis Traunstein ging mit ihren Hunden und einem Begleiter eine Schneeschuhtour auf den Hochgern. Dabei löste die 41-Jährige eine Lawine aus und stürzte rund 200 Meter in einer steilen Rinne ab.

Die Frau konnte schließlich in einer aufwendigen Rettungsaktion durch den Rettungshubschrauber „Christoph 14“ per Winde aufgenommen und schwer verletzt gerettet werden.

Lawine bei Skigebiet Venet Nord erfasst 6 Personen - Ein Toter

Wie die Polizei Tirol mitteilt, sind am Samstag sechs Personen außerhalb des Skigebiets Venet Nord von einer Lawine erfasst worden. Drei Personen blieben dabei unverletzt, zwei weitere wurden mit Verletzungen unbestimmten Grades in das Krankenhaus Zams eingeliefert. Nach einer weiteren Person wurde am Samstagnachmittag noch gesucht.

Laut dem ORF Tirol handelte es sich um eine Gruppe von sechs Jugendlichen. Der Verschüttete konnte in einer Tiefe von rund 1,5 Metern leider nur noch tot geborgen werden. Es handelt sich um einen 14-Jährigen Jugendlichen. Die Gruppe hatte offenbar keine Verschütteten-Suchgeräte getragen.

Skigebiet Nordkette: 16-Jähriger rammt sich Skistock in Oberschenkel

Am Samstagvormittag fuhren zwei Jugendliche (14/16) im Skigebiet Nordkette in Innsbruck im freien Gelände im Tiefschnee. Der 16-Jährige dürfte auf Grund des tiefen Neuschnees zu Sturz gekommen sein, dabei seinen Schistock abgebrochen und sich diesen in den rechten Oberschenkel gerammt haben. Der Verletzte wurde nach der Erstversorgung mit der Bahn ins Tal gebracht und in weiterer Folge von der Rettung in die Klinik transportiert.

Flachgau, Salzburg: Mann (60) stürzt mehrfach am Regenspitz

Zu einem etwas kleineren Einsatz kam es Freitagnachmittag im Flachgau, Salzburg. Ein Mann aus Oberösterreich brach um 13.15 Uhr von Hintersee aus auf eine Skitour über die Feichtenalm auf den 1675 m hohen Regenspitz auf. Etwa 100 Höhenmeter unterhalb des Gipfels musste der 60-Jährige schließlich seine Tour abbrechen - der Mann hatte offenbar Probleme mit den Haftfellen auf seinen Skiern.

Daraufhin beabsichtigte der Sportler, die bis zu 40 Grad steile Nordflanke des Regenspitz in Richtung Bergalm abzufahren. Dabei kam er mehrmals zu Sturz, verletzte sich jedoch nicht, verlor dabei aber seine Schistöcke. Da er nicht mehr weiterkonnte, setzte der Oberösterreicher einen Notruf ab und konnte schließlich vom Team des Einsatzhubschraubers „Libelle“ der Polizeiflugeinsatzstelle Salzburg mit dem Seil aus der Nordflanke des Regenspitz unverletzt geborgen und zu Tal geflogen werden.

Tödliche Tragödie im Lungau: Drei junge Männer sterben bei Lawinenabgang

Die schreckliche Lawinentragödie, die sich erst vor wenigen Tagen im Salzburger Lungau ereignet hat, sitzt dabei noch vielen in den Knochen. Drei junge Männer sind dabei verstorben, unter ihnen das große Motocross-Talent René H. (19). Auch hier hatte sich ein Schneebrett gelöst und die Skitourengeher verschüttet.

Auch interessant: Lawinenhundestaffel Chiemgau stimmt ihre vierbeinigen Retter auf die Suche nach Verschütteten ein

Die Bergrettung sprach von einem herausfordernden Einsatz. „Die Lawine ist knapp unterhalb des Gipfels abgerissen und hat den ganzen Hang mitgenommen. Weil das Gelände in einen Kessel mündet, hat sich die Bergung sehr schwierig gestaltet, weil die Menschen teilweise vier bis fünf Meter tief begraben waren“, sagte der Bezirksleiter der Bergrettung Lungau, Hannes Kocher. Die Eigensicherung spielte während des Einsatzes, der laut Kocher unter „großer Anspannung“ stattfand, eine wichtige Rolle: „In dem 40 Grad steilen Hang mussten wir uns die Frage stellen, wie wir in den Einsatz gehen.“

Erhebliche Lawinengefahr am Wochenende in den Alpen

In den Alpen herrschen derzeit nicht nur optimale Bedingungen. Der Lawinenwarndienst Bayern meldet in großen Teilen der heimischen Alpen ab 1600 Höhenmetern bereits die Warnstufe 3. Die Lawinengefahr ist hier erheblich. Im Allgäu ist die Situation noch unsicherer. Ab der Waldgrenze gilt die zweithöchste Stufe, nämlich 4 von 5.

Einzelner Skifahrer kann Lawine auslösen

Das Hauptproblem ist hierbei der Triebschnee. Triebschneeansammlungen befinden sich dabei in allen Expositionen. Schneebrettlawinen können sich bereits durch geringe Zusatzbelastung lösen. Ein Skifahrer kann schon zu viel sein. Vor allem oberhalb der Waldgrenze kann es gefährlich werden.

Zum Weiterlesen: Nach Eisregen und Schnee: So sind die Wetteraussichten für die kommenden Tage

Am Sonntag (12. Dezember) soll es wieder wärmer werden. Dann kann sich die Lawinenlage sogar noch verschärfen. Bergsportler sollten sich dieses Wochenende mit Vorsicht in den Bergen bewegen.

ce

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