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Anzeige gegen „unbekannte Jäger“

PETA erstattet Anzeige wegen getöteter Dachse: Traunsteiner Jäger halten Vorwurf für „nicht haltbar“

Der Dachsbestand nimmt zu und damit auch die von ihnen verursachten Schäden, so Jagdvertreter.
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Der Dachsbestand nimmt zu und damit auch die von ihnen verursachten Schäden, so Jagdvertreter.

516 Dachse wurden im Landkreis Traunstein zwischen 2019 und 2020 getötet. Ob es sich dabei um ein strafbares Verhalten gehandelt hat, wurde nun entschieden.

Landkreis Traunstein/Palling - Die Tierrechtsorganisation PETA ist mal wieder juristisch aktiv: Sie hat bei der Staatsanwaltschaft Traunstein eine Strafanzeige gegen Jäger aus dem Landkreis Traunstein erstattet. Dabei geht es geht um insgesamt 516 Dachse, die dort in den Jahren 2019 und 2021 erlegt wurden.

Töten aus Spaß soll unterlassen werden

PETA führte in den Ausführungen an, dass Dachse nicht gefährlich seien und auch keine Schäden anrichten würden. Das Fleisch der Dachse sei zudem nicht zum Verzehr vorgesehen. Einen „vernünftigen Grund“ für die Tötungen, wie er laut Tierschutzgesetz Voraussetzung sei, gäbe es deshalb nicht. „PETA fordert die Hobbyjäger im Landkreis Traunstein auf, das Töten von Tieren zum Spaß ab sofort zu unterlassen“, heißt es in einer Pressemitteilung.

PETA bezieht sich in der Pressemitteilung auf einen Bericht vom Juni über die Hegeschau des Traunsteiner Jagdverbandes in Palling. Dort berichteten die Jäger rückblickend selbst, zwischen 2019 und 2021 die 516 Dachse getötet zu haben.

Keine konkreten Personen angezeigt

Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage von chiemgau24.de den Eingang der Anzeige, in der es um einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz geht. Sie stammt vom 12. Juli und richtet sich laut Pressesprecher Rainer Vietze nicht gegen Einzelpersonen, sondern gegen „unbekannte Jäger“.

Doch die Traunsteiner Staatsanwaltschaft fügte hinzu, dass es keine Anhaltspunkte für ein strafbares Verhalten der Jäger gäbe. Die Anzeige von PETA würde daher nicht weiterverfolgt.

Schädigung des Ansehens befürchtet

Trotz der positiven Entscheidung für die Jagdgemeinschaft ist Sepp Freutsmiedl, Mitglied im Bayerischen Jagdverband (BJV) und 1. Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Traunstein, alles andere als begeistert von der PETA-Anzeige. Sie sei „nicht haltbar“ und schädige das Ansehen der Jäger im Landkreis Traunstein, so Freutsmiedl gegenüber chiemgau24.de.

Die Dachse würden sich stetig vermehren. Durch sie verursachte Schäden seien „keine Seltenheit mehr“, berichtet Freutsmiedl. Er spricht von einem „unvertretbaren Ausmaß“ und nennt Beispiele: „Dachse hinterlassen in den Feldern, Wiesen und in den Gärten trichterförmige Löcher, ähnlich der Schäden, die durch Sauen angerichtet werden. Denn Dachse wühlen die Erde auf, um Würmer oder Engerlinge zu finden.“ Durch Dachse verursachte Schäden sind für die betroffenen Landwirte jedoch nicht ersatzpflichtig.

Alles andere als ein kleines Tier

Fakt ist, dass der Dachs bis zu einem Meter lang und zwischen sieben und 20 Kilogramm schwer werden kann. In Bayern unterliegt er dem Jagdrecht. Die Jagdzeit besteht vom 1. August bis 31. Oktober. Laut Landwirtschaftsministerium wurden 1990 noch rund 8000 Dachse in Bayern erlegt, 2020 waren es dann schon etwa 24.000.

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