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So machen es Traunreut und Traunstein

Luftreiniger für Klassenzimmer: Gutes Mittel gegen Corona oder Augenauswischerei?

Luftfilteranlage Traunstein
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Eine Luftfilteranlage, die bereits in der Ludwig-Thoma-Schule in Traunstein steht. Vom Umweltbundesamt werden sie nur für Räume empfohlen, die nicht ausreichend gelüftet werden können.

Lohnen sich teure Luftreinigungsgeräte gegen Corona-Viren in Klassenzimmern? Oder ist alles nur „Augenauswischerei“, weil die Geräte den Präsenzunterricht nicht garantieren können? In Traunreut und Traunstein hat man nun über die Anschaffung debattiert und entschieden.

Traunreut/Traunstein - Traunreut überlässt die Entscheidung den Schulleitern, Traunstein hat sie fix gekauft - die Beschaffung von Luftreinigungsgeräten gegen Corona-Viren waren diese Woche Themen in Ausschüssen beider Städte. Traunstein gab bereits bekannt, 36 Luftreiniger für die Haslacher und die Ludwig-Thoma-Grundschule sowie für die Kohlbrenner-Mittelschule zu kaufen. chiemgau24.de erfuhr auf Nachfrage, dass der Stückpreis bei 3500 Euro liegt. 126.000 Euro gibt man also für die Luftreiniger aus. Angeschafft werden Geräte mit Hepa-Filter H14 - der höchste Standard, der 99,995 Prozent der Viren aus der Luft filtert.

Luftfilteranlagen für Schulen in Traunstein und Traunreut

In Traunreut wird man die Entscheidung den jeweiligen Schulleitern überlassen. Sie sollen dann selbst über die städtischen Gelder verfügen können. Zum einen, weil die Meinungen über die Luftreinigungsgeräte bei den Stadträten weit auseinandergingen. Zum anderen, weil bei einer zentralen Anschaffung durch die Stadt für alle Schulen der Anschaffungswert so hoch wäre, dass eine EU-weite Ausschreibung nötig würde. „Und das könnte dann Monate dauern, bis wir die Geräte haben“, hieß es dazu aus der Stadtverwaltung in der Hauptausschusssitzung am Donnerstag (22. Juli).

„Das Thema sorgt bei den Bürgermeistern im Landkreis nicht gerade für Begeisterung. Aber wir müssen uns der Sache stellen“, so Traunreuts Bürgermeister Hans-Peter Dangschat. Denn der Freistaat bezuschusst den Kauf zwar, aber maximal mit 50 Prozent. Die Fraktion der Freien Wähler machte sich im Ausschuss für die Anschaffung der Luftreinigungsgeräte stark: „Letzten Winter war das mit dem Lüften auch problematisch und durch die Geräten kriegen wir zum Beispiel auch Grippeviren in den Griff“, so Matthias Bauregger. „Der Mehrwert ist einfach ein besserer Schutz der Kinder“, so sein Fraktionskollege Konrad Unterstein.

Die kritischen Stimmen schienen aber in der Mehrheit. „Ich befürchte wilden Aktionismus“, so Christian Stoib (SPD): „Wir haben durch die Geräten keinen richtigen Mehrwehrt. Mir ist das zu vage, als jetzt eine halbe Million Euro dafür auszugeben.“ Auf den Punkt brachte es Johannes Danner (Bürgerliste): Lüften müsse man trotzdem, genauso wie die Schüler auch mit Luftreinigern nicht um Masken- und Testpflicht herumkämen. Und bei einem Corona-Fall müsste die Klasse trotzdem in Quarantäne. „Das alles muss man den Leuten sagen, sonst ist es Augenauswischerei“, so Danner.

Beleuchtet wurden in Traunreut nicht nur Geräte mit Hepa-Filter H14, die Traunstein kauft, sondern auch die minimal leistungsschwächeren H13-Filter - in der Wirkung filtern sie gerade mal 0,045 Prozent weniger Viren aus der Luft, sind jedoch schon ab 250 Euro pro Stück erhältlich. Andererseits bräuchte man pro Klassenzimmer vier Stück, in ganz Traunreut würden dann maximal 400 Lüfter gebraucht. Bei Geräten mit Hepa-Filter H14 reicht eines je Raum. 465.000 Euro würden Geräte mit Hepa-Filter H14 die Stadt kosten, wenn alle Schulen damit ausgestattet werden. Dazu kommen noch jährliche Kosten für Filterwechsel und Strom von rund 100.000 Euro bei beiden Ausführungen.

xe

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