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Haus in Paraguay durchwühlt aufgefunden

Polizei vermutet Raubmord: Trauer um „Mammut-Entdecker“ Bernard von Bredow und Tochter in Siegsdorf

Er ist der „Mammut-Entdecker“ von Siegsdorf: Bernard Raymond von Bredow. Er lebte mit seiner Tochter zuletzt in Paraguay.
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Er ist der „Mammut-Entdecker“ von Siegsdorf: Bernard Raymond von Bredow. Er lebte mit seiner Tochter zuletzt in Paraguay.

Der Siegsdorfer Archäologe Bernard Raymond von Bredow (62) und seine 15-jährige Tochter sind in ihrem Wohnhaus in Areguá, einer Stadt im südamerikanischen Paraguay, gefoltert und ermordet worden. Das berichten südamerikanische Medien übereinstimmend. In Siegsdorf löst die Tat Bestürzung aus.

Siegsdorf/Areguá – Ein Freund der von Bredows soll Vater und Tochter bereits am 22. Oktober tot aufgefunden haben. Laut den Berichten wies der Körper Bernard von Bredows Spuren von Folter auf. Er wurde durch einen Kopfschuss getötet. Seiner Tochter, die früher in Siegsdorf zur Schule ging, haben die Unbekannten in den Bauch geschossen. Sie wurde in der Badewanne gefunden und ist vermutlich verblutet.

Täter durchwühlten das Wohnhaus

Die genauen Hintergründe der Tat sind unklar. Die Polizei geht von einem Raubmord aus. Das Nachrichtenportal „abc en el este“ zitiert Kommissar Hugo Grance, der sagt, dass Polizisten das Haus durchwühlt aufgefunden hätten. Bekannte teilten den Ermittlern mit, dass die von Bredows wohl nicht viel Geld hatten. Die Täter hätten aber das Gegenteil gedacht, „da ausländische Staatsbürger in der Regel größere Geldbeträge besitzen“, sagt Grance.

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Der Siegsdorfer Bürgermeister Thomas Kamm sagt, er sei von der Brutalität des Verbrechens erschüttert. Die Gemeinde verdanke Bernard von Bredow den Fund der Skelette eines Mammuts und weiterer Tiere aus der Eiszeit im Gerhartsreiter Graben. Die Verwaltung hatte von Bredow die Funde abgekauft. „Sie sind seit 1995 wichtiger Bestandteil und Anziehungspunkt unseres Naturkundemuseums in Siegsdorf. Darüber hinausgehende Verbindungen oder Zusammenarbeit gab es jedoch nicht.“

Nachbarn berichten von wenig Kontakt zu von Bredow. Er sei freundlich gewesen, aber habe auch in seiner eigenen Welt gelebt. 1975 grub er als 16-Jähriger am Gerhartsreiter Graben in Siegsdorf den Knochen eines Mammuts aus. Seinen Fund hielt er zunächst rund zehn Jahre geheim, bevor dieser öffentlich wurde. Danach wurde das einzige vollständig erhaltene Mammutskelett in Europa ausgegraben. Es steht heute im Naturkunde- und Mammut-Museum in Siegsdorf.

Von Bredow gründete ein eigenes Urzeitmuseum, das „Mammutheum“. Besucher konnten dort unter anderen 14 000 Jahre alte Skelette aus der sibirischen Tundra besichtigen und Seminare belegen. Das Haus in der Dr.-Liegl-Straße in Siegsdorf sieht aktuell verwaist aus. Der Garten, in dem rekonstruierte Mammuts und eine Knochenhütte stehen, ist verwildert. Nach Angaben auf der Internetseite des „Mammutheums“ habe die Einrichtung nach 30 Jahren aufgrund der Corona-Pandemie schließen müssen.

Expeditionen nach Sibirien

Sein Gründer wanderte vor vier Jahren nach Paraguay aus. Er lebte zuletzt mit seiner Tochter in Areguá, eine Stadt in der Nähe der Hauptstadt Asunción. Auf seinem Facebook-Account hatte von Bredow noch Kontakt mit Menschen aus seinem Geburtsort. In einem Kommentar aus dem Jahr 2019 ist zu lesen, dass er wohl nicht wirklich zufrieden mit seinem ursprünglichen Heimatland war. „Ja ich komme schon mal wieder, wenn sich was entscheidend geändert hat, wenn die Grundrechte wieder hergestellt sind“, schreibt er auf die Frage einer Userin, ob er mal wieder nach Hause komme.

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Während er noch in Deutschland lebte, unternahm von Bredow Expeditionen nach Sibirien und Großbritannien. Er war fasziniert von Eiszeittieren und musizierte, schrieb Lieder, baute Gitarren und Geigen. Und immer wieder war sein Fachwissen über die Steinzeit gefragt, etwa für die Hollywood-Produktion des Films „10.000 BC“ von Regisseur Roland Emmerich.

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