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Bis nach Dänemark

Reiserad statt Business Class: Grassauerin geht auf ungewöhnliche Geschäftsreise

Knapp 50 Kilogramm wiegen allein Gepäck und das Fahrrad, mit dem Heike Wiener auf ihre lange Tour von Grassau aus aufbrechen will.
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Knapp 50 Kilogramm wiegen allein Gepäck und das Fahrrad, mit dem Heike Wiener auf ihre lange Tour von Grassau aus aufbrechen will.

Vertriebler stellt man sich eher als Menschen im Anzug auf der Autobahn oder im Flugzeug vor. Heike Wiener aus Grassau macht’s anders: Sie geht auf Vertriebstour durch ganz Deutschland. Auf zwei Rädern.

Grassau – Angesichts der hohen Benzin- und Dieselpreise steigen viele Menschen aufs Radl um. Die Grassauerin Heike Wiener hingegen fährt schon lange mit dem Fahrrad – aus voller Überzeugung.

Arbeitsweg nach Wasserburg

Tatsächlich ist Wiener bereits jahrelang mit dem Radl von Grassau nach Wasserburg gependelt. Mit einem gebrauchten Pedelec Baujahr 2013 hat sie den 45 Kilometer weiten Weg täglich bestritten. „Das hat nicht den neuesten ‚Schnickschnack‘, ist aber absolut ausreichend“, so Wiener. Eine Stunde und 40 Minuten war sie dann unterwegs, über drei Stunden pro Arbeitstag. „Ich muss gestehen, dass ich im letzten Jahr nur noch zwei Tage pro Woche in Wasserburg gearbeitet habe, dafür aber jeweils zehn bis zwölf Stunden. Da war es aus zeitlichen Gründen mit dem Fahrrad-Pendeln eh vorbei“, so Wiener.

Nun hat sich die 57-Jährige aber mehr vorgenommen: „Tja, Ihre Anfrage wegen des Pendelns kommt genau einen Tag zu spät, ich hatte gestern meinen letzten Arbeitstag in der Praxis in Wasserburg.“ Wiener erzählt, dass sie dort gekündigt hat und sich nun komplett ihrer Selbstständigkeit widmen wolle.

Schon seit geraumer Zeit hat die Grassauerin einen Online-Shop für Wasserflaschen aus Zuckerrohr nebenher betrieben. „Nebenbei bin ich ja auch noch Vertriebspartnerin einer kleinen Start-Up-Manufaktur aus Köln, die ganz tolle Bio-Naturkosmetik herstellt“, erzählt Wiener im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. „Ich habe im letzten Jahr schon hier in der Gegend diese B2B-Akquise (Business to Business, Vertrieb an Händler, Anm. d. Red.) sehr erfolgreich betrieben, die Händler sind begeistert“, sagt die Selbstständige.

Bis nach Dänemark

Die Resonanz sei so gut, dass sie nun ihr Einsatzgebiet auf ganz Deutschland erweitern wolle. Viele Reisen kommen auf die 57-Jährige zu. Aber nicht etwa per Auto, sondern per Reisefahrrad! „So kann ich meine Begeisterung fürs Radfahren und die Akquise hervorragend verbinden“, sagt Wiener. Ihre erste Tour werde von Grassau bis nach Dänemark gehen. „Kreuz und quer durch möglichst viele Städte um die Bio Deocremes und Tattoocremes in passenden Geschäften und Studios zu präsentieren“, sagt die Grassauerin. Übernachten werde sie auf Campingplätzen oder auch mal in Zimmern, schließlich müsse sie auch mal am PC arbeiten. „Also so gesehen bin ich immer noch Berufspendlerin, aber eben nicht mehr nur zwischen Grassau und Wasserburg“, sagt Wiener.

Und wie schafft man Glastiegel voller Biokosmetik sicher auf zwei Rädern durch halb Deutschland? „Die langen Strecken mit viel Gepäck fahre ich mit einem sogenannten Reiserad. Da habe ich dann schon den Willen, jeden Kilometer aus eigener Muskelkraft zu fahren“, sagt die ambitionierte Grassauerin. Das Radl sei aus einer Fahrradmanufaktur mit entsprechend robuster Ausstattung: „Ein Defekt unterwegs in der ‚Pampa‘ sollte vermieden werden!“

60 bis 120 Kilometer pro Tag

Vier Wochen plant Wiener, um bis nach Dänemark zu kommen. Ende August soll es losgehen, mit 60 bis 120 Kilometer pro Tag – „je nach Anzahl der Akquise-Anlaufstationen“. Gepäck hat sie viel: „Zivile Bekleidung für alle Wetter, also alles von Badesachen bis Regenausrüstung. Kleines Zelt und die nötigsten Sachen fürs Camping. Laptop und Präsentationsmaterial für die Akquise und ein paar Bio-Naturkosmetik-Tester.“ Außerdem Werkzeug für die häufigsten Fälle von Radpannen, für alles vom Platten bis Kettenriss. 30 Kilogramm kommen zusammen, außerdem wiegt das Rad 17 Kilogramm. Nicht ganz ohne, findet auch Wiener: „Zum Glück haben Reiseräder sehr kleine Gänge zur Verfügung, so ist auch das sehr gut zu schaffen.“

„Keine Predigten“

Wie ihre Kunden auf die radelnde Vertrieblerin reagieren werden, kann Wiener noch nicht einschätzen. Sie vermutet eher unterschiedlich, je nachdem wie ernst man das Thema Nachhaltigkeit nimmt. Wiener selbst ist Überzeugungstäterin, ohne dass sie Autofahrern Predigten halten will. „Ich habe ja grundsätzlich große Freude am Radfahren und an Bewegung“, sagt sie. Da falle es ihr auch leicht, so konsequent zu sein.

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