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Kirchen sehen Einsparpotenzial bei der Beheizung

Kalte Kirchen im Winter? So wollen die Gemeinden im Chiemgau mit der Energiekrise umgehen

In einigen Gotteshäusern können auch einzelne Bankreihen beheizt werden.
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In einigen Gotteshäusern können auch einzelne Bankreihen beheizt werden.

Die steigenden Energiepreise bekommen auch die beiden großen Kirchen zu spüren. Gerade die Größe der Gotteshäuser könnte mit Blick auf die kommende Heizperiode auch bei den hiesigen Gemeinden befürchten lassen, dass die Abrechnung im kommenden Jahr besonders hoch ausfällt. So will man gegensteuern.

Übersee/Grassau – Es wabert das Gerücht um spärlich oder gar nicht beheizte Kirchen, in denen die Gläubigen bei sieben Grad ausharren müssen. Doch bei den hiesigen Gemeinden ist augenscheinlich noch längst nicht klar, in welche Richtung die Reise geht.

Empfehlungen zum effizienten Betrieb

Derzeit wartet man sowohl den katholischen wie auch evangelischen Gemeinden augenscheinlich noch auf Handreichungen der Landeskirche oder der Erzdiözese. So auch bei der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Übersee, wo Pfarrer Rudolf Scheller noch auf Nachricht wartet. Gleiches gilt für den Pfarrverbund Grassau. „Wir haben noch nichts vom Ordinariat bekommen“, berichtet Diakon Heiko Jung.

Er geht davon aus, dass sich die Gemeinden wohl erst ab September damit auseinandersetzen werden. Hinzu komme, dass man auch die Corona-Lage noch im Blick haben müsse. Sprich: Wenn es mit Blick auf das Infektionsgeschehen gegebenenfalls wieder zu Beschränkungen beim Gottesdienst kommen sollte, könnte man auch die Kirchen entsprechend sparsam heizen.

Methoden in Sachen Lüften und Heizen

Zumindest die Verwaltungsspitzen der beiden großen Kirchen in Deutschland rüsten sich bereits für die einzelnen Kirchengemeinden in der Region. Die Abteilung Umwelt habe bereits Lehrfilme für Kirchen und Kapellen entwickelt, die unter anderem praktische Hinweise zum Senken des Energieverbrauchs enthielten, heißt es vonseiten des Erzbischöflichen Ordinariats München auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. „Dabei werden für die gängigsten Heizsysteme der diözesanen Sakralgebäude Empfehlungen zum effizienten Betrieb gegeben“, so ein Sprecher.

Ebenso nutze man die Leistungen von Energieberatern vor Ort in den Gemeinden, die nach Auffassung der kirchlichen Verwaltungsbehörde „unmittelbar zu nennenswerten Verbrauchsreduktionen“ führen sollen. Auch das Ressort Bauwesen beschäftige sich derzeit mit effizienten Methoden in Sachen Heizen und Lüften. „Darin wird auch berücksichtigt, was zu beachten ist, um der Bausubstanz älterer Gebäude und ihrer Kunst-Ausstattung nicht zu schaden.“ Dieser soll ab Herbst zur Verfügung stehen und den Pfarreien als Handreichung dienen, um Energie einzusparen. Denn diese entschieden letztlich eigenverantwortlich, wie sie ab der kommenden Heizperiode mit der Situation umgehen.

Kirchen bieten größtes Einsparpotenzial

Auch die Evangelische Kirche in Bayern (EVKB) will ihren Gemeinden empfehlen, die Temperatur vor allen in Kirchen zu reduzieren. Zu konkreten Punkten will man sich ein entsprechendes Informationsschreiben aber erst im September verschicken. Mit diesem sollen die Gemeinden und Dekanate als Eigentümer der Liegenschaften über die gesetzlichen Regelungen und Vorgaben informiert werden.

„Die Beheizung von Kirchengebäuden stellt nach unserer Datenlage das größte schnell umsetzbare Einsparungspotenzial im kirchlichen Kontext dar“, sagt ein Sprecher der EVKB auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Dabei hätten historische Kirchengebäude eine elektrische Bankheizung, die jedoch nur zu den Gottesdiensten eingeschaltet werde. Moderne Anlagen könnten zudem räumlich begrenzt einzelne Bankreihen auf Temperatur bringen. „Bei Kirchengebäuden, die insgesamt mit Warmluft oder einer Fußbodenheizung erwärmt werden, kann die Raumlufttemperatur in fast allen Fällen deutlich gesenkt werden“, gibt sich die Landeskirche optimistisch.

Empfindliche Kunstgegenstände

Wie in den katholischen Gotteshäusern müssten die Gemeinden auch in den evangelischen Kirchen auf deren Ausstattung achten. „Manche Kunstgegenstände – wertvolle kunsthistorische Ausstattung und Gemälde – sowie Orgeln vertragen zwar Kälte, sind aber empfindlich für schnelle Temperaturänderungen und Veränderung des Luftfeuchtegehalts.“ Hier müssten die Kirchengemeinden genauer hinschauen und sich gegebenenfalls noch konkreten Rat einholen.

Auch die sogenannte „Winterkirche“ sieht die EVKB als Möglichkeit, um Energie einzusparen. Bei diesem Konzept verlegen die Gemeinden den Gottesdienst in die Gemeinderäume, die einfacher und günstiger zu beheizen sind als die Kirchen selbst. Diese Praxis von Weihnachten bis Ostern pflegten einige Kirchengemeinden schon länger.

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