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Feuerwehr Kammer braucht einen neuen Kommandanten

„Corona hat vieles zum Stillstand gebracht“ - Einsatzbereitschaft weiter gegeben

Die Kammerer Feuerwehrler müssen außertourlich an die Wahlurnen um einen neuen Kommandanten zu wählen. 
Albert Rieder (links) wurde als Kreisbrandmeister in die Kreisbrandinspektion bestellt und darf sein Amt als Kommandant nicht länger ausüben. 
Für die gesamte Feuerwehr war das „Coronajahr 2020“ ein besonderes, wobei insbesondere mehrere schwere Einsätze für die Aktiven angefallen sind. Rechts im Bild der 2. Kommandant Alois Wimmer
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Die Kammerer Feuerwehrler müssen außertourlich an die Wahlurnen um einen neuen Kommandanten zu wählen. Albert Rieder (links) wurde als Kreisbrandmeister in die Kreisbrandinspektion bestellt und darf sein Amt als Kommandant nicht länger ausüben. Für die gesamte Feuerwehr war das „Coronajahr 2020“ ein besonderes, wobei insbesondere mehrere schwere Einsätze für die Aktiven angefallen sind. Rechts im Bild der 2. Kommandant Alois Wimmer.jpg

Wie in vielen anderen Bereichen hat sich auch die Welt der Feuerwehr Kammer im letzten Jahr massiv geändert. Das Vereinsleben steht seit mittlerweile einem Jahr still und für die aktive Mannschaft bringt der Lockdown ebenfalls einen große Einschnitte mit sich.

Traunstein - Die Kammerer müssen in diesem Jahr einen neuen Kommandanten wählen, da Albert Rieder zum Kreisbrandmeister bestellt wurde und das Amt nicht weiter ausführen darf. Bei den rund 40 Einsätzen wurden 67 Aktiven mehrmals stark gefordert. Im Vereinsleben hingegen herrscht fast vollständiger Stillstand.

„Ich gebe den Kommandantenposten mit einem lachenden und einem weinenden Auge ab“, so Albert Rieder im Gespräch mit der Redaktion von rosenheim24.de.
Er steht seit neun Jahren an der Spitze der Feuerwehr und war zuvor 12 Jahre lang 2. Kommandant.

Mit dem Wechsel in die Kreisbrandinspektion des Landkreises muss er nun das Kommandantenamt abgeben. Für die aktiven Feuerwehrler in Kammer bedeutet dies nun, außertourlich an die Wahlurnen zu schreiten um einen Nachfolger zu wählen.

Im Vereinsleben ist dank Corona nicht viel los

„Im Vereinsleben ist nicht viel los, Corona hat leider vieles zum Stillstand gebracht“, so der Vorstand Sebastian Reischl. „Eigentlich wollten wir im vergangenen Jahr unseren Tag der offenen Tür und den musikalischen Frühschoppen am 3. Oktober veranstalten und uns an den Feuerwehrfesten in Hammer und Schnaitsee beteiligen aber leider hat dies die Infektionslage nicht zugelassen“, erklärt Sebastian Reischl etwas wehmütig. „Mich freut es jedoch, dass wir seitens des Feuerwehrvereins zumindest den Schäfflertanz ansehen und einige Geburtstagsgrüße an unsere Vereinsmitglieder überbringen konnten“.

„Für unsere Jugendlichen tut mir die Situation wirklich Leid“, erklärt Jugendwart Thomas Mitterer. Insbesondere beklagt er, dass man den Jugendlichen kaum ein Angebot machen kann, da mit Ausnahme von Onlineveranstaltungen keine wirkliche Zusammenkunft möglich ist.
„Es treibt mir schon die Sorgenfalten auf die Stirn wenn dieser Zustand noch lange anhält und hoffe, dass uns unser Nachwuchs nicht davon läuft und wir auch zukünftig auf soliden Beinen stehen“.

Eigentlichen war in Kammer im vergangenen Jahr der Tag der Jugendfeuerwehren des Kreisfeuerwehrverbandes geplant.
„Ich hoffe, dass unsere Kameraden in Ruhpolding heuer die Veranstaltung durchführen können. Wir Kammerer wollen da auf jeden Fall dabei sein“, so Thomas Mitterer.

Unveränderter Einsatzdienst im Jahresvergleich

Im Einsatzdienst hat sich im Vergleich zu den Vorjahren recht wenig verändert. „Mit rund 40 Alarmierungen liegen wir nur minimal unter dem Vorjahresniveau“, informiert der 2. Kommandant Alois Wimmer. Neben mehreren Verkehrsunfällen und Bränden waren die Kammerer Floriansjünger unter anderem zweimal bei Bombenentschärfungen in Traunstein im Einsatz. Zudem eilten sie bei einem Starkregenereignis den Kameraden im südlichen Landkreis zur Hilfe und pumpten dabei mehrere Keller leer. Bei einem Starkregenereignis im Juni, waren im Ort sowie im angrenzenden Zweckham mehrere Einsätze zu bewältigen.

„Der schwerste Einsatz im letzten Jahr war sicherlich der heftige Verkehrsunfall auf der TS 1 mit mehreren Fahrzeugen sowie einer schwer eingeklemmten Person. Zusammen mit den Kameraden aus Traunstein mussten wir einen Insassen mit schwerem technischem Gerät aus einem völlig demolierten Fahrzeug befreien“, erinnert sich Alois Wimmer und fügt noch den etwas kuriosen Unfall im Truppenübungsplatz mit einem Kettenfahrzeug der Bundeswehr hinzu.

„Das Fahrzeug ist auf die Seite gekippt und kam abseits der Fahrbahn zum liegen, wir waren zur Ersten Hilfe sowie für die Technische Hilfeleistung alarmiert worden und haben die Aufräumarbeiten der Bundeswehr unterstützt“.

Alois Wimmer kümmert sich in seiner Funktion unter anderem um die Organisation von überörtlichen Fort- und Weiterbildung in auf Landkreisebene sowie an der Feuerwehrschulen des Freistaates.

Hoffnung für Lehrgänge des Kreisfeuerwehrverbandes

„Es ist schon frustrierend, wenn eine Lehrgangsabsage nach der anderen herein flattert und wir unsere Frauen und Männer nicht zu den teils dringend benötigten Lehrgängen schicken können“, so Alois Wimmer und fügt hinzu, „dass es glücklicherweise für Lehrgänge des Kreisfeuerwehrverbandes heuer etwas besser aussieht, da die Verantwortlichen im Kreis alles unternehmen um coronagerechte Ausbildungen im Rahmen der Möglichkeiten anzubieten“.

„Für den Übungsbetrieb der Fachgruppen war 2020 rückblickend ein düsteres Jahr“, so der Verantwortliche Tobias Heigermoser. Insbesondere Übungen für die Absturzsicherung und den Messzug Süd konnten nicht stattfinden, da keine Übungen zweier Feuerwehren zusammen möglich waren bzw. die Abstände nicht eingehalten werden konnten.

„Für unsere 22 Maschinisten konnten die nötigsten Übungsthemen in Kleingruppen zwischenzeitlich angeboten werden, was bei dieser wichtigen Aufgabe auch dringend nötig ist“, so Tobias Heigermoser.

Mit 25 Atemschutzgeräteträgern sind wir solide aufgestellt und ich bin froh, dass ein Licht am Ende des Tunnels gibt“, sagt Franz Maier als Atemschutzverantwortlicher und ergänzt, „die Frauen und Männer durchlaufen derzeit das Belastungsgehen in Traunstein und sind somit mit der Ausrüstung wieder ein stückweit konfrontiert, was eigentlich im gesamten letzten Jahr nicht möglich war und mir die Sorgenfalten auf die Stirn getrieben hat“. Die Übungen für die gesamte Mannschaft wurden auf Kleinstgruppen herunter gebrochen, was zumindest dafür gesorgt hat, dass die wichtigsten Grundlagen erhalten geblieben sind.

hob

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