Betreiber Alex Wolff: „Es hat uns immer Spaß gemacht“

Das Ende ist absehbar: Traunsteiner „Club Kafka“ wird zusperren

„Club Kafka“ in Traunstein
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Der „Club Kafka“ an der Herzog-Wilhelm-Straße in Traunstein wird voraussichtlich 2023 schließen. Dann wird Platz, um den Hotelbetrieb des Sailer Keller in großem Stil zu erweitern (Archivbild).

Traunstein - Das Ende des „Club Kafka“ ist besiegelt: Wahrscheinlich 2023 wird die Disco zusperren. Wir haben mit Betreiber Alex Wolff über die Hintergründe gesprochen.

Eigentlich wäre das Ende des „Club Kafka“ in Traunstein schon viel früher gekommen. „Ohne Corona wäre das jetzt ohnehin unsere letzte Saison gewesen“, verrät Betreiber Alexander Wolff im Gespräch mit chiemgau24.de. Doch zusammen mit dem Sailer Keller und dem Hofbräuhaus Traunstein hat man sich entschieden, zumindest noch einige Jahre weiterzumachen - und dann den Weg für etwas Neues freizumachen.

„Club Kafka“ in Traunstein wird wohl 2023 schließen

Voraussichtlich 2023 wird das Hofbräuhaus den Hotelbetrieb im Sailer Keller stark ausbauen: Insgesamt 56 statt der bisher neun Hotelzimmer. Dafür wird auch der Gebäudeteil genutzt, der jetzt noch dem „Kafka“ zur Verfügung steht. Den Anstoß dazu gaben aber nicht die Eigentümer, sondern die Pläne von Wolff, den Club zuzusperren: „Deshalb ist dann die Idee beim Hofbräuhaus gereift, den freiwerdenden Platz für den größeren Hotelbetrieb zu nutzen.“

„Wir haben uns dann dafür entschieden, bis zum Baubeginn weiterzumachen. Wir wollen‘s bis zum Ende durchziehen“, so Betreiber Alex Wolff. „Sonst steht der Club derweil leer, das würde auch keinen Sinn machen und die Jugend soll auch noch was davon haben.“ Alternative Pläne für das Traunsteiner Nachtleben schweben dem Geschäftsführer von Monta Music nicht vor. Aber zumindest das „Underground“, die zweite Disco im Gebäudekomplex des Sailer Keller, soll mit rund 18 Veranstaltungen jährlich weitergeführt werden wie bisher.

Das sind die Gründe für das Ende des „Club Kafka“

Freilich sei das absehbare Ende des „Club Kafka“ schade, so Wolff: „Es hat uns immer Spaß gemacht.“ 2006 öffneten die Pforten. Bei Monta Music hat man sich inzwischen aber auf andere Projekte konzentriert, allen voran der Betrieb des „Chiemseer Wirtshaus“ in Chieming seit vorigem Jahr. „Auch dort werden wir Musik und Kultur anbieten. Das ist unsere Zukunft.“ Alex Wolff nennt auch Altersgründe für das Ende des „Kafka“. Wegen der schwierigen Genehmigungslage für einen Club im Sailer Keller, kam auch die Suche nach einem Nachfolger nicht in Frage. 2016 stand die Disco deshalb schon einmal auf der Kippe.

Nachdem auch der Club „Salon Erika“, ehemals „Metro“, in absehbarer Zeit zusperren wird - auf dem Areal westlich des Bahnhofs wird in den kommenden Jahren der „Campus Chiemgau“ entstehen - stellt sich die Frage nach der Zukunft des Traunsteiner Nachtlebens. Alex Wolff hofft, dass „in Traunstein jemand aufsteht und was Neues macht“. Aber er sieht den Zug für Clubs und Discos deutschlandweit ohnehin „abgefahren“. Speziell für Traunstein sieht Wolff die Zukunft eher in neuen Bars und Kneipen.

Einen weiteren Artikel mit den genauen Hotel-Ausbauplänen des Sailer Keller lest Ihr am Freitag auf chiemgau24.de.

xe

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