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Maßnahme wegen des Ukraine-Kriegs

Auch in Schulen: Waginger Gemeinderat diskutiert über niedrigere Temperaturen in öffentlichen Gebäuden

Neben der Photovoltaikanlage auf dem Tettenhausener Kindergarten wird jetzt auch eine Anlage auf dem Dach der angebauten Kinderkrippe installiert.
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Neben der Photovoltaikanlage auf dem Tettenhausener Kindergarten wird jetzt auch eine Anlage auf dem Dach der angebauten Kinderkrippe installiert.

Neben der Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien ist die Einsparung von Energie ein wichtiger Punkt um den Herausforderungen und Verwerfungen auf dem Energiemarkt zu begegnen. Durch den Ukrainekrieg ist das Problem noch viel akuter geworden.

Waging am See – Damit auch die Gemeinde Waging ihren Beitrag leistet hat Gemeinderat Georg Huber (ÖDP/Parteifreie Wähler) in einem Antrag gefordert, in der Gemeinde „sofortige Maßnahmen zur Energieeinsparung, die mindestens bis zum Ende der kriegerischen Handlungen in der Ukraine beziehungsweise einer Lösung in der europäischen Energieversorgungssicherheit beibehalten werden sollen“ zu ergreifen und fordert konkret die „Reduzierung der Raumtemperatur in den öffentlichen Gebäuden der Marktgemeinde wie Rathaus, Schulen, Tourist Information, Gemeindewerke um mindestens zwei Grad auf 18 Grad Celsius. Ausgenommen sein soll das Seniorenheim.

Eine zweite Sparmaßnahme bezieht sich auf die „nächtliche Abschaltung aller Straßenlaternen im Gemeindebereich von 24 bis 5 Uhr“. Huber bezieht sich in der Argumentation auf eine Pressemeldung des Bundesumweltamtes nach der rund zehn Terrawattstunden weniger Gas benötigt würden, wenn alle Haushalte die Raumtemperatur um ein Grad Celsius herunterfahren würden.

Energieeinsparung und Insektenschutz

Zudem wisse man aus Erfahrung, dass die Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad Celsius eine Energieeinsparung von circa sechs Prozent pro Jahr bringen würde. Die Abschaltung der Straßenbeleuchtung, so die Begründung der zweiten Maßnahme, würde neben der Energieeinsparung und einem Beitrag zum Insektenschutz auch ein deutliches Zeichen eines Friedensbeitrags in Europa sein. Mit den beiden Maßnahmen könnte man sofort Energie einsparen und ein wichtiges Zeichen setzen, warb Huber um Zustimmung für seinen Antrag.

Claus Egger fordert Energie-Konzept

Er teile zwar die Ansicht, dass dies eine sehr wichtiges Thema sei, so Gemeinderat Claus Egger (CSU), allerdings seien ihm nur zwei Punkte nicht weitreichend genug. Man brauche eine Vision, ein Konzept, was die Gemeinde in punkto Energie in zehn Jahren erreichen will. Nur so könne man die Menschen mitnehmen und auch für solche Schritte, wie die aufgezeichneten, Zustimmung finden. Rat Heinrich Maierhofer (Grüne) stimmte Egger zu „Wir müssen die ganze Agenda aufrollen“. Er sei dabei, erwiderte Georg Huber, und gerne auch bereit, sein Wissen und Engagement einzubringen, um Waging beispielsweise bis zum Jahr 2030 oder 2035 möglichst energieautark hin zu bekommen.

Allerdings wisse er aus Erfahrung, dass das alles viel Zeit brauche. Mit den vorgeschlagenen Maßnahmen könne man schon jetzt etwas tun. „Wir müssen schneller handeln“ meinte auch Rat Markus Schneckenpointner (Freie Wähler), aber nur Symbolhandlungen brächten nichts. Deshalb sei auch er für ein Klimakonzept. Für die Umsetzung der beiden von Huber vorgeschlagenen Maßnahmen plädierte hingegen Rat Walter Wimmer (Grüne) und mahnte an „Wir müssen endlich Bewegung in das Thema bringen“.

Martin Dandl appelliert an selbstverantwortliches Handeln

Zur Senkung der Raumtemperatur brauche es keinen Beschluss, so die Meinung von Gemeinderat Martin Dandl (Freie Wähler), da könne jeder selbstverantwortlich handeln. Zudem müssten schnellstens alle Straßenlampen auf LED umgerüstet werden, auch das helfe Energie zu sparen. Rat Konrad Heigermoser (ÖDP/Parteifreie Wähler) schlug vor, schnellstens den Umweltausschuss einzuberufen, um das Thema voranzubringen. Dem konnte der Gemeinderat folgen. Der Umweltausschuss wird jetzt in den nächsten vier Wochen tagen. Zudem wurde beschlossen, dass spätestens bis Juli die Mitglieder des Gemeinderates Vorschläge zur Energieeinsparung vorlegen sollten. Das Thema soll in der Juli-Sitzung wieder auf die Agenda kommen.

Photovoltaikanlagen auf allen kommunalen Gebäuden kommen

Passend zu dem Thema Energie war auch ein gemeinsamer Antrag der Fraktionen Freie Wähler und ÖDP/Parteifreie Wähler auf Errichtung von Photovoltaikanlagen auf allen kommunalen Gebäuden, auf denen es technisch möglich ist, innerhalb von zwei bis drei Jahren. Der Antrag wurde mit einer Gegenstimme angenommen. Gemeinderat Michael Lamminger (CSU) konnte dem Antrag nicht zustimmen, weil ihm Angaben zu den Kosten fehlten.

Eine Kostenberechnung zum jetzigen Zeitpunkt sei schwierig, so Rat Marcus Kleißl. Dafür müssten zuerst alle Dächer kommunaler Gebäude auf ihre Eignung zum Aufbau einer Solaranlage hin überprüft werden. Man müsse den Antrag als Startschuss sehen, damit man sich des Themas annimmt, entgegnete Rat Walter Wimmer. Die Entscheidung, ob und wann eine Anlage dann tatsächlich installiert wird, trifft der Gemeinderat. Dabei würde natürlich auch der finanzielle Aspekt berücksichtigt, stellte Bürgermeister Matthias Baderhuber klar.

Schon jetzt installiert wird eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der neuen Kinderkrippe in Tettenhausen. Dieser Beschluss wurde in der Gemeinderatssitzung einstimmig gefasst. Technische und finanzielle Details wurden im nichtöffentlichen Teil diskutiert.

kon