Wie wird eigentlich das Wetter bei der WM?

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Landkreis - Noch sind es sieben Wochen bis zur Fußball-WM in Brasilien. Das bedeutet für viele von uns: Public Viewing, Biergarten, Feiern. Doch wie wird eigentlich das Wetter?

Viele Menschen in Deutschland fiebern der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien entgegen. Selbst diejenigen, die sich sonst nicht so für das Thema interessieren, schauen dann schon mal genauer hin. In den letzten Jahren wurden die einzelnen Spiele immer öfter auf großen Leinwänden in der Öffentlichkeit übertragen. Das ganze nannte sich dann ganz neudeutsch „Public Viewing“. In den USA bezeichnet dieser Ausdruck allerdings auch die Aufbahrung eines Toten, doch das nur am Rand.

Dabei spielt natürlich das Wetter eine ganz große Rolle. Es sollte nicht zu heiß sein, aber auch nicht zu kalt, auch Gewitter können solchen Großveranstaltungen schnell gefährlich werden. In den Jahren 2010, 2006 und 2002 hatten die Deutschen meist Glück mit dem Wetter. Oftmals stellte sich zur Weltmeisterschaft in Deutschland schönes Sommerwetter ein. Als die WM 2006 im eigenen Land stattfand war es bis kurz vor Anpfiff im ganzen Land noch wechselhaft und kühl. Die Höchstwerte lagen teilweise unter 20 Grad. Doch pünktlich zum WM-Start stellte sich der Hochsommer mit Höchstwerten um 30 Grad ein und der hielt tatsächlich bis zum Ende der WM an. Zur WM 2002 in Japan und Südkorea gab es sogar zeitweise eine richtige Hitzewelle mit Spitzenwerten bis 38 Grad. Ganz so hohe Werte wünscht man sich natürlich nicht, schon gar nicht, wenn die Spiele bedingt durch die Zeitverschiebung am Nachmittag übertragen werden.

"Petrus scheint Fußballfan zu sein"

„Petrus scheint ein Fußballfan zu sein. Ob es dieses Jahr auch so tolles Sommerwetter geben wird, das kann man heute natürlich noch nicht sagen. Man kann höchstens mal einen Blick auf die langfristige klimatologische Projektion für Juni und Juli werfen. Trotzdem bleiben die Unsicherheiten groß“, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net).

Bei der aktuellen WM 2014 finden die Spiele zwischen dem 12. Juni und dem 13. Juli statt. Der Anstoß der Vorrundenspiele ist in der Regel um 18, 22 und 3 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. Die drei Vorrundenspiele mit deutscher Beteiligung finden um 18, 21 und noch mal um 18 Uhr MESZ statt. Für öffentliches Fußballschauen sind das optimale Zeiten, so kann man doch direkt nach dem Feierabend loslegen. Wettertechnisch ist gerade 18 Uhr im Sommer aber eine etwas ungünstige Zeit. Zum einen werden die Höchstwerte im Sommer erst gegen 17 Uhr erreicht, d.h. es ist um 18 Uhr noch sehr warm, die Hitzebelastung ist also sehr groß. Zum anderen bilden sich gerade zum Abend hin gerne mal einzelne Hitzegewitter. Und die können im ungünstigen Fall Starkregen, Hagel und Sturmböen bringen. Um 21 Uhr ist es von der Wärmebelastung schon etwas angenehmer. Um 3 Uhr nachts ist es natürlich schon deutlich mehr abgekühlt. Aber die Zuschauerzahlen für ein Public Viewing um 3 Uhr nachts werden sich sicherlich in Grenzen halten.

Was sagt der Klimatrend für Juni und Juli?

Der Trend des amerikanischen Langfristmodells CFS (Climate Forecast System) sieht mit heutigem Stand leicht überdurchschnittliche Temperaturwerte für den Juni und durchschnittliche Temperaturen für den Juli. Dabei soll der Juni insgesamt trockener als im langjährigen Mittel ausfallen. Für den Juli sieht der Langfristtrend dagegen im Norden etwas mehr Regen als normal üblich, für den Süden dürfte dagegen das trockene Wetter weitergehen. Unterm Strich dürfte sich im Zeitraum der Fußball-Weltmeisterschaft zumindest in Deutschland freundliches Sommerwetter einstellen. Das bedeutet Tageswerte, die um 25 Grad pendeln, nachmittags und abends auch mal das ein oder andere Gewitter. Das wären für das „Public Viewing“ durchaus gute Nachrichten.

„Die Veranstalter sollten sich aber absichern, und sich regelmäßig mit entsprechenden Wetterprognosen und Wetterwarnungen auf den neusten Stand bringen lassen“, rät Wetterexperte Jung. Irgendwelche Extreme sind für den Sommer 2014 derzeit nicht in Sicht, weder in die ganz kühle, noch in die ganze warme Richtung. Lassen wir ihn also ganz entspannt auf uns zukommen.

Pressemitteilung wetter.net

Rubriklistenbild: © dpa

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