Nach Tornado in Franken: Die Aussichten in der Region

Regen lässt nach - Wind, Schnee, Lawinen?

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Landkreis - Der Frühling lässt leider weiter auf sich warten: Nach dem stürmischen und vor allem regnerischen Donnerstag sind auch die Aussichten für Freitag alles andere als rosig:

Das Wichtigste im Überblick:

  • Warnung vor ergiebigem Dauerregen aufgehoben
  • Erhebliche Lawinengefahr in den deutschen Alpen - auch der DAV warnt 
  • Österreicher bei Lawinenabgang in Ischgl verschüttet 
  • Keine Hochwassergefahr in der Region - entspannte Lage an der Saalach
  • Windhose deckt ca. 30 Häuser in Unterfranken ab
  • In der Region kann's stürmisch werden

UPDATE, Freitag 7.30 Uhr: Erhöhte Lawinengefahr 

Durch Neuschnee und Wind steigt auch die Lawinengefahr erheblich an. Überall im bayerischen Alpenraum herrsche nun erhebliche Lawinengefahr und damit die dritthöchste der insgesamt fünf Warnstufen. 

Der Lawinenwarndienst Bayern meldet, dass oberhalb 1800m in den Allgäuer, Werdenfelser und Berchtesgadener Alpen eine große, im Ammergau, in den bayerischen Voralpen und im Chiemgau eine erhebliche Lawinengefahr besteht. Unterhalb 1800m ist die Lawinengefahr im gesamten bayerischen Alpenraum als mäßig einzustufen.

UPDATE, Freitag 6.25 Uhr: DWD hebt Warnung vor Dauerregen auf

Der starke Regen, der sich in den letzten Tagen über die Region verbreitet hat, lässt nach. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitagmorgen die amtliche Unwetterwarnung vor ergiebigem Dauerregen in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land aufgehoben.

Doch Vorsicht: Besonders in den südlichen Teilen der Landkreise kann es stürmisch bleiben. Bis Freitag um 17 Uhr gilt daher eine Warnung vor Sturmböen in den höheren Lagen ab 1500 Metern. Hier sind Windgeschwindigkeiten bist zu 95 km/h möglich.

In den niedrigeren Lagen kann es immerhin noch zu Windböen zwischen 50 und 60 km/h geben. Das gilt auch für den Landkreis Altötting und den westlichen Landkreis Mühldorf. In allen heimischen Regionen kann es am Freitag auch zu leichtem Schneefall kommen.

Update 19.44 Uhr: Windhose deckt Häuser in Unterfranken ab

Im unterfränkischen Kürnach (Landkreis Würzburg) hat ein Tornado am Donnerstag für einigen Schaden gesorgt. „Es wurden 20 bis 30 Dächer abgedeckt, zwei Bäume umgeknickt und Gartenhäuschen umgeweht“, sagte ein Polizeisprecher. Verletzt wurde niemand. Der Tornado hatte sich am späten Nachmittag zeitlich und räumlich eng begrenzt im Rahmen einer Gewitterzelle entwickelt. Die Schadenshöhe war zunächst nicht zu beziffern.

Die Schäden nach der Windhose in Kürnach

„Es ist eine einzelne kleine Zelle gewesen“, erläuterte ein Meteorologe vom Deutschen Wetterdienst. „Es gab einige Schauer, die unterwegs waren, auch mal kräftigere Schauer, aber dieses eine Gewitter hat sich ausgehend vom Main-Kinzig-Kreis in Hessen gebildet und ist dann Richtung Würzburg weitergezogen.“ Da das Gewitter zunächst auch innerhalb Unterfrankens noch weiterzog, bestanden vorübergehend noch Warnungen für die Landkreise Kitzingen und Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim. Die Experten rechneten aber damit, dass sich das Gewitter schnell abschwäche.

Unwetterkarte des DWD von 19.30 Uhr

In Oberbayern ist es indes vergleichsweise ruhig. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch weiterhin vor ergiebigem Dauerregen in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein, Bad Reichenhall, Miesbach und Bad Tölz. Oberhalb von 1500 Metern können laut DWD Sturmböen mit Geschwindigkeiten zwischen 65 km/h und 80 km/h auftreten. Eine Gefahr vor Windböen oder Tornados bestehe derzeit aber nicht. 

Auch mit Glätte und Schneefall ist oberhalb von 800 Metern zu rechnen. Hier kann es zwischen 2 und 5 Zentimetern schneien, in Staulagen bis 10 Zentimetern. 

Auch die Lawinengefahr in den deutschen Alpen ist mit Stufe drei (von fünf) recht hoch. In den benachbarten Tiroler Alpen sowie in Vorarlberg herrscht teilweise sogar große Lawinengefahr und damit die zweithöchste Warnstufe.

Sollten sich für die Region Änderungen ergeben, werden wir Sie in diesem Artikel informieren.

Vorbericht: Warnung vor Dauerregen

Die Aussichten für die nächsten Tage

Der Deutsche Wetterdienst hat seine Warnung vor ergiebigem Dauerregen verlängert, die Warnung gilt bis Freitag 12 Uhr. Betroffen ist der komplette Landkreis Berchtesgadener Land sowie die südlichen Landkreise Rosenheim und Traunstein. Auch die Landkreise Bad-Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Miesbach sind betroffen.  

Lawinenabgang in Ischgl

Bei einem Lawinenabgang im Grenzgebiet von der Schweiz zu Österreich wurde am Donnerstagvormittag ein Österreicher verschüttet. Durch Rettungskräfte konnte er nach kurzer Zeit geortet und ausgegraben werden. Er erlitt bei dem Unfall Verletzungen unbestimmten Grades und wurde von der Bergrettung ins Tal gebracht.

Erhebliche Lawinengefahr in den Alpen 

Starke Schneefälle sowie Regen in den tieferen Lagen haben die Lawinengefahr in den deutschen Alpen mächtig steigen lassen. Überall im bayerischen Alpenraum herrsche nun erhebliche Lawinengefahr und damit die dritthöchste der insgesamt fünf Warnstufen, teilte der Lawinenwarndienst Bayern am Donnerstag in München mit.

In den Hochlagen könne die Lawinengefahr bei weiteren Schneefällen sogar noch zunehmen. In den benachbarten Tiroler Alpen sowie in Vorarlberg herrscht teilweise sogar große Lawinengefahr und damit die zweithöchste Warnstufe.

Angesichts der angespannten Lawinenlage wurden im Landkreis Miesbach oberhalb des Schliersees eine Forststraße und ein Wanderweg gesperrt.

DAV warnt Wintersportler

Die angekündigten Sonnenstunden werden vermutlich viele Wintersportlerinnen und Wintersportler in die Berge locken – Aber Vorsicht: Nahezu im gesamten Ostalpenraum herrscht eine sehr heikle Lawinensituation vor

In Tirol, in Vorarlberg und im Salzburger Land geben die Lawinenwarndienste aktuell mit Stufe vier von fünf eine „Große Lawinengefahr“ aus. Zum Wochenende hin wird sich diese Situation vermutlich nicht entschärfen. Freies winterliches Gelände sollten derzeit, wenn überhaupt, nur erfahrene Variantenfahrer, Skitourengeher und Schneeschuhgeher betreten. 

Touren abseits gesicherter Pisten erfordern gewissenhafte Planung. Grundlage dafür ist die Kenntnis der aktuellen Bedingungen vor Ort. Entsprechende Services bietet der DAV auf seinen Websites an.

Lawinenlage: alpenvereinaktiv.com/de/lawinenlage

Alpenwetter: alpenverein.de/DAV-Services/Bergwetter

Pressemeldung Deutscher Alpenverein e.V.

Derzeit keine Hochwassergefahr

Für die Gewässer in der Region liegen momentan keine Hochwassermeldungen vor. Die aktuellen Pegelstände finden sie hier.

Warnung des Deutschen Wetterdienstes

Aktuelle Unwetterwarnungen des DWD

Es tritt ergiebiger Dauerregen auf. Dabei werden Niederschlagsmengen zwischen 35 l/m² und 60 l/m² erwartet. In Staulagen werden Mengen bis 80 l/m² erreicht. Oberhalb von 800 m kommt es zusätzlich zu Tauwetter. Bei einer Schneedeckenhöhe von 10 bis 30 cm erhöht sich das Niederschlagsdargebot auf 90 bis 110 Liter pro Quadratmeter im Warnzeitraum. 

Der Deutsche Wetterdienst warnt weiter vor starken Regenfällen in der Region. Stand: Donnerstag 13.45 Uhr

Zudem werden bis Freitagvormittag nicht nur auf den Alpengipfeln Windböen von bis zu 85 Kilometern pro Stunde erwartet - auch in tieferen Lagen ist vorübergehend mit starken Böen von bis zu 60 Kilometern pro Stunde zu rechnen.

jg/mh/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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