Rekordverdächtiger Winter-Rückfall?

Landkreis - Der Frühling scheint nach vielen Tagen des Wartens endlich da zu sein. Doch die Experten erwarten zum Wochenende einen "rekordverdächtigen Winterrückfall".

Die letzten drei Tage brachten fast ganz Deutschland durchweg freundliches, trockenes und sehr sonniges Wetter. In Frankfurt am Main gab es seit Samstag insgesamt 29 Sonnenstunden. Zum Vergleich: Im gesamten Februar 2013 wurden in der Mainmetropole gerade mal 27 Sonnenstunden registriert. „Es gab damit also in den letzten Tagen mehr Sonnenschein als im gesamten Februar. Und das gilt nicht nur für Frankfurt, sondern war auch in vielen anderen Regionen Deutschlands der Fall“ wie Diplom-Meteorologe vom Wetterportal wetter.net (www.wetter.net) erklärt.

Nicht nur die Sonne war in den letzten Tagen ein Thema, auch frühlingshafte Wärme konnte sich immer mehr durchsetzen. Gestern wurden Spitzenwerte von bis zu 17 Grad erreicht. Den Wärmepol bildete dabei die Region entlang des Niederrheins. Heute kann es sogar noch einen Tick wärmer werden- bis zu 18 Grad sind dort möglich. Sonst erreichen die Höchstwerte am heutigen Mittwoch 7 bis 15 Grad. Dazu gibt es noch mal viel Sonnenschein. Im Tagesverlauf werden die Wolken aus Westen jedoch zahlreicher, denn vom Atlantik nähert sich Tief Xaver.

Die kommenden Tage bringen dann nicht mehr so schönes sonniges Wetter wie zuletzt. Das dürfte aber noch zu verkraften sein, denn zumindest am Donnerstag bleibt es noch für alle im Land recht mild. Die Höchstwerte erreichen 10 bis 18 Grad. Doch ab Freitag schleicht sich langsam aber sicher der Winter bzw. die nordeuropäische Kaltluft zurück nach Deutschland.

Zunächst wird sie den aktuellen Berechnungen von wetter.net zufolge den äußersten Nordosten erreichen. Nordöstlich einer Linie Hamburg-Berlin werden nur noch 1 bis 5 Grad erreicht. Südwestlich davon werden dagegen 10 bis 19 Grad erwartet- es baut sich damit mitten über Deutschland eine markante Grenze zwischen kalter und milder Luft auf.

Am Samstag kommt die nass-kalte Luft mit Werten zwischen 1 und 5 Grad weiter nach Südwesten voran. In Teilen von Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Bayern und Baden-Württemberg ist es zwar oftmals wolkig bis stark bewölkt, aber mit 13 bis 18 Grad noch mal richtig frühlingshaft mild.

Temperatursturz am Sonntag?

„Der Sonntag lässt das dann Herz eines jeden Meteorologen höher schlagen („nicht-meteorologische Leser werden das nun wohl ganz und gar nicht nachvollziehen können“), denn der Zustrom eiskalter Polarluft verstärkt sich und im Tagesverlauf überrollt eine, man könnte es wirklich schon Kältewelle nennen, das Land. Begleitet wird das ganze von teils kräftigen Schneefällen oder Schneeschauern. Binnen weniger Stunden können die Temperaturen dann auch in Süddeutschland um 15 bis 20 Grad in den Keller rauschen. Dazu würde besonders im Norden und Osten ein strammer und eisiger Winter wehen.

Das wäre ein rekordverdächtiger Winterrückfall, wie es ihn in einem März nur selten bzw. noch gar nicht gegeben hat“ warnt Wetterexperte Jung. Man muss allerdings betonen, dass das exakte Szenario noch nicht ganz sicher ist! Sicher ist nur: Es wird deutlich kälter und der Frühling wird ausgeknipst! Ob sich tatsächlich die „Hardcore-Version“ durchsetzt, die sich seit zwei Tagen abzeichnet muss man abwarten. Demnach wäre am kommenden Montag ganz Deutschland mit Frostluft geflutet. Tageswerte zwischen minus 5 und 0 Grad wären dann an der Tagesordnung.

Nach den letzten, für die Jahreszeit ungewöhnlich milden Vorfrühlingstagen mit reichlich Sonnenschein, wäre das mehr als nur ein herber Rückschlag. Die meisten Menschen sind nun schon auf Frühling eingestellt- wer rechnet jetzt schon noch mit so einem Dämpfer? Seit letztem Wochenende sind erste Autofahrer bereits dabei ihre Vehikel von Winter- auf Sommerbereifung umzustellen. Die ersten Hobbygärtner sind ebenfalls schon frisch am Werk- wer letzten Samstag beispielsweise im Rhein-Main-Gebiet in einem Baumarkt unterwegs war, weiß was gemeint ist. Mit beidem sollte man noch dringend warten…

Pressemitteilung wetter.net

Rubriklistenbild: © dpa

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