Weihnachtsschnee bleibt  heuer Mangelware

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Landkreis - Nun steht Heiligabend direkt vor der Haustür. Ein Anlass, um nun (noch einmal) einen genaueren Blick auf das Weihnachtswetter zu werfen.

Wie es sich schon länger angedeutet hat, bleibt der Schnee auch über die Weihnachtstage Mangelware. Derzeit liegen lediglich in den höchsten Lagen der Mittelgebirge noch ein paar Zentimeter der weißen Pracht. So meldeten am heutigen Sonntagmorgen der Brocken (Harz) 19 cm, Schmücke 16 cm, Neuhaus am Rennweg 10 cm (beide Thüringer Wald), der Fichtelberg (Erzgebirge) 27 cm sowie Zwiesel (Bayerischen Wald) 31 cm Schnee. In den Alpen liegen oberhalb von etwa 800 m noch 10 bis 100 cm, auf der Zugspitze bis 130 cm Schnee.

Doch in den nächsten Tagen wird es diesem Schnee bis auf Höhen um 1500 m weiter an den Kragen gehen. Durch einen ausgeprägten Tiefdruckkomplex über dem nördlichen Atlantik wird vorerst weiter relativ milde Luft aus südwestlichen Richtungen nach Deutschland geführt. Dabei muss auch immer wieder mit Regen und kräftigem Wind gerechnet werden. Die Schneefallgrenze steigt bis zum 24.12. (Heiligabend) auf über 1500 m an. Hoffnungen bestehen dann aber zumindest für die höheren Lagen für den 2. Weihnachtsfeiertag.

Das Weihnachtswetter im Detail:

Am Heiligabend (24.12.13) kommt aus Nordwesten Regen auf, der sich langsam auf die komplette Nordwesthälfte ausbreitet. Bis in die höchsten Mittelgebirgslagen fällt dabei die flüssige Phase, sodass die schon dünne Schneedecke weiter abnimmt. Im Osten und Süden nimmt im Tagesverlauf zwar auch die Bewölkung stetig zu, doch es bleibt noch weitestgehend trocken. Im Südosten kann die Sonne nach Nebelauflösung teils sogar noch länger scheinen. Mit dem Regen nimmt auch der Wind wieder zu. Im Bergland sowie an den Küsten peitschen stürmischen Böen oder auch Sturmböen den Regen voran. Aber auch im Tiefland des Nordwestens fällt der Niederschlag bei teils starken Böen bis 60 km/h nicht senkrecht zum Boden. Die Temperaturen steigen dabei auf eher frühlingshafte 9 bis 14 Grad, am Oberrhein örtlich sogar bis auf sehr milde 16 Grad an. Lediglich im Bereich des Erzgebirges und in Teilen Bayern bleibt es mit 5 bis 10 Grad etwas kühler.

Am 1. Weihnachtsfeiertag breitet sich der teils länger andauernde und ergiebige Regen weiter nach Süden und Osten aus. Lediglich im äußersten Osten und Südosten bleibt es wahrscheinlich bis zum Abend noch trocken. Am Nachmittag klingen dann im Nordwesten die Regenfälle ab. Örtlich können dort sogar die Wolken etwas auflockern. Die Schneefallgrenze sinkt im Vergleich zum Heiligen Abend leicht und liegt meist um 1400 m. Somit können sich zumindest auf dem Brocken im Harz sowie in den höheren Lagen des Schwarzwaldes und der Schwäbischen Alp wieder Schneeflocken unter den Regen mischen oder ihn komplett verdrängen. Der Wind weht weiter stark böig, flaut aber im Tagesverlauf etwas ab. Die Höchstwerte erreichen deutschlandweit nochmals Werte um 9 Grad. Bei Föhn an den Alpen sind örtlich sogar wieder bis 13 Grad möglich. Kühler bleibt es mit um 3 Grad in den höheren Lagen von Schwarzwald, Erzgebirge und Bayerischem Wald.

In der Nacht zum 2. Weihnachtsfeiertag und an diesem selber ziehen sich die teils länger andauernden Niederschläge in die Südhälfte zurück. Insbesondere im Stau der Alpen können bis Donnerstagabend innerhalb von 24 Stunden über 30 l/qm fallen. Da im gleichen Atemzug die Schneefallgrenze weiter sinkt, kann die Schneesituation in den südlichen Mittelgebirgen und in den Alpen oberhalb von etwa 900 bis 1100 m etwas aufgebessert werden. Auch in den höchsten Lagen des Rothaargebirges und des Taunus sowie des Thüringer Waldes und des Erzgebirges können womöglich noch ein paar Schneeflocken beobachtet werden. Für eine Verbesserung der Schneeverhältnisse wird es dort jedoch nicht reichen. Der Wind schwächt sich am Donnerstag weiter ab und weht meist nur noch mäßig, im Bergland auch noch stark aus Südwest. Die maximalen Tagestemperaturen liegen im Vergleich zu den Vortagen deutlich niedriger und erreichen Werte zwischen 0 Grad im höheren Bergland des Bayerischen Waldes und der Alpen sowie 8 Grad am Oberrhein.

Auch in den Folgetagen bleibt es wohl wechselhaft und windig. Ein Wintereinbruch bis in mittlere oder sogar in tiefe Lagen ist weiterhin nicht in Sicht. Lediglich oberhalb von etwa 900 bis 1300 m kann sich die Schneesituation wohl etwas verbessern.

Pressemeldung Deutscher Wetterdienst (DWD)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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